KB5129195: Windows-Notfall-Update lässt Radeon-Fehler offen

KB5129195 behebt RDS-, Hyper-V- und Audiofehler in Windows 11. Radeon-Probleme bleiben bislang unbestätigt offen.

Windows-11-Laptop mit Update-Symbol, RDS-, Audio- und GPU-Elementen zum Notfall-Update KB5129195.

Microsoft hat mit KB5129195 ein außerplanmäßiges Update für Windows 11 veröffentlicht. Es behebt mehrere Probleme des September-Patchdays, darunter Störungen bei Remotedesktopdiensten und Linux-VMs. Berichte über Fehler mit AMD-Radeon-Grafikkarten bleiben dagegen bislang ohne dokumentierten Fix.

Das kumulative Out-of-Band-Update erschien am 14. September 2026 für Windows 11 24H2 und 25H2. Die Builds steigen auf 26100.9457 beziehungsweise 26200.9457. Microsoft verteilt das Paket über Windows Update, Windows Update for Business, den Update-Katalog und WSUS.

Für Unternehmen ist das Update vor allem relevant, wenn Remotedesktopdienste, virtualisierte Linux-Umgebungen oder bestimmte USB-Audiogeräte eingesetzt werden. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf eine saubere Windows-11-Migration, da Update- und Kompatibilitätstests in verwalteten Umgebungen eng zusammenhängen.

Warum Microsoft KB5129195 außerplanmäßig veröffentlicht

Der unmittelbare Anlass sind Probleme nach dem Windows-Sicherheitsupdate vom September 2026. Microsoft dokumentiert im Windows Release Health Dashboard unter anderem Instabilitäten bei Remotedesktopdiensten sowie Fehler bei Hostordnerfreigaben für Hyper-V-basierte Linux-VMs. Beide Probleme werden mit KB5129195 als behoben geführt.

Beim RDS-Problem konnten Verbindungen nach einigen Minuten abbrechen. Außerdem waren Anmeldeprobleme und hängende Sitzungen möglich. In betroffenen Umgebungen reagierten teilweise auch Verwaltungswerkzeuge wie die Microsoft Management Console oder der Explorer nicht mehr. Microsoft führt in seinem Release-Health-Eintrag KB5124008 vom 8. September 2026 als ursprüngliches Update auf.

Der separate Support-Artikel zu KB5129195 nennt an dieser Stelle dagegen KB5122880. Damit besteht zwischen zwei offiziellen Microsoft-Seiten eine abweichende Angabe zur ursprünglichen KB-Nummer. Für die Einordnung der Fehlerbehebung ändert das nichts, sollte bei interner Dokumentation aber berücksichtigt werden.

KB5129195 behebt Probleme mit RDS und virtuellen Maschinen

Ein weiterer Fix betrifft Anwendungen, die Linux-VMs über den Host Compute Service verwalten und Ordner über Plan9 bereitstellen. Nach dem September-Update konnten virtuelle Maschinen zwar weiterhin starten, freigegebene Hostordner waren im Gast jedoch teilweise nicht sichtbar oder erreichbar.

Microsoft nennt ausdrücklich das Windows-Subsystem für Linux sowie Claude Cowork als betroffene Anwendungen. Klassische Hyper-V-VMs ohne Plan9-Nutzung seien davon nicht betroffen. KB5129195 behebt dieses Problem laut Microsoft.

Für zentral verwaltete Windows-Umgebungen ist das ein weiterer Grund, Out-of-Band-Updates nicht isoliert zu betrachten. Bereits im Juli hatte eine WSUS-Störung beim Patchday gezeigt, wie stark Verteil- und Infrastrukturprobleme das Patch-Management beeinflussen können.

USB-Audio bleibt teilweise fehlerhaft

Bei USB-Audio liefert KB5129195 nur eine teilweise Korrektur. Behoben sind laut Microsoft Probleme mit bestimmten Mehrkanal-Konfigurationen wie 8-Kanal- oder 3D-Audiomodi.

Andere Fehler bestehen weiter. Betroffene Geräte der USB-Audioklasse 1.0 können mit Fehlercode 10 ausfallen, keinen Ton ausgeben oder nicht reagierende Lautstärke- und Soundeinstellungen zeigen. Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben noch an einer vollständigen Lösung.

Radeon-Probleme bleiben nach dem Update bestehen

Parallel gibt es Berichte über Probleme mit AMD-Radeon-Grafikkarten nach dem September-Patchday. Genannt werden unter anderem Treiber-Timeouts, schwarze Bildschirme, fehlende Displays und vollständige Systemhänger. Windows Latest und PC Games Hardware berichten, dass KB5129195 dafür keinen dokumentierten Fix enthält.

Wichtig ist die Abgrenzung: Microsoft führt die Radeon-Probleme aktuell nicht als bestätigtes Known Issue im Release-Health-Eintrag zu KB5129195. Die Berichte sollten deshalb nicht mit den offiziell bestätigten RDS-, Plan9- und USB-Audio-Problemen gleichgesetzt werden.

Ähnlich gilt das für Berichte über Explorer-Abstürze und Probleme mit dem Dateiversionsverlauf. Auch dafür dokumentiert Microsoft im aktuellen OOB-Update keinen Fix.

Was Unternehmen bei KB5129195 beachten sollten

Für IT-Abteilungen ist KB5129195 vor allem wegen der RDS- und Virtualisierungsfehler relevant. Unternehmen mit betroffenen Terminalservern oder Linux-basierten Entwicklungsumgebungen sollten den Rollout priorisieren und die betroffenen Funktionen anschließend gezielt prüfen.

Gleichzeitig empfiehlt sich ein gestufter Rollout, wenn USB-Audiogeräte oder Systeme mit Radeon-Grafik im Einsatz sind. Nicht alle gemeldeten Probleme sind bereits behoben oder von Microsoft bestätigt. Derartige Tests gehören ohnehin zu einer belastbaren Patch-Strategie, gerade bei kumulativen Windows-Updates.

Neben den Fehlerkorrekturen enthält KB5129195 zusätzliche Schutzmaßnahmen für CVE-2026-62721 im Windows User-Mode Power Service. Die Schwachstelle betrifft eine mögliche Rechteausweitung. Damit ist das Update auch unabhängig von den Funktionsproblemen sicherheitsrelevant.

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