BSI KI-Agenten: Neue Prüfanforderungen für mehr Sicherheit
PRAKI soll neue Prüfanforderungen entwickeln und die Sicherheit agentischer KI systematisch bewerten.
it-sa 2026 zeigt, wie CRA, NIS2 und KI die Security-Agenda verändern und welche Themen aktuell relevant sind.

Die it-sa 2026 findet vom 27. bis 29. Oktober in Nürnberg statt. Für IT-Entscheider dürfte diesmal vor allem die praktische Umsetzung neuer Security-Vorgaben im Mittelpunkt stehen. Cyber Resilience Act, NIS2 und KI-Sicherheit treffen auf laufende Herausforderungen bei Cloud, OT und Infrastruktur.
Anders als in den vergangenen Jahren sind mehrere dieser Themen inzwischen nicht mehr nur angekündigt. Seit September gelten erste Pflichten aus dem Cyber Resilience Act. NIS2 ist in Deutschland seit Ende 2025 umgesetzt. Damit verschiebt sich die Diskussion stärker von der Vorbereitung zum laufenden Betrieb.
Für die it-sa 2026 sind mehr als 400 Beiträge im Messeprogramm angekündigt. Das Themenspektrum reicht von Regulierung und Governance über KI bis zu Cloud, Zero Trust und OT-Security. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist mit mehreren dieser Themen vertreten.
Für Unternehmen ist damit weniger entscheidend, welcher einzelne Security-Trend neu erscheint. Wichtiger wird die Frage, wie sich regulatorische Vorgaben und technische Sicherheitsmaßnahmen in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Das betrifft insbesondere Organisationen, die bereits an der Umsetzung von NIS2 für KMU arbeiten oder digitale Produkte unter den Cyber Resilience Act einordnen müssen.
Der Cyber Resilience Act bekommt auf der diesjährigen Messe eine besondere Aktualität. Seit dem 11. September 2026müssen Hersteller bestimmte aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden.
Dafür betreibt ENISA die neue Single Reporting Platform. Sie ist seit dem gleichen Datum in Betrieb und dient als zentrale Anlaufstelle für die vorgesehenen CRA-Meldungen.
Die vollständige Anwendung des Cyber Resilience Act folgt erst später. Der aktuelle Stichtag betrifft jedoch bereits einen konkreten Teil der Pflichten. Für Hersteller entstehen damit operative Anforderungen an Erkennung, Bewertung, Eskalation und Meldung von Sicherheitsereignissen.
IT-Dock hat die CRA-Meldepflicht ab September bereits ausführlich eingeordnet.
Auch im Programm der it-sa ist der CRA sichtbar. Das BSI plant am 28. Oktober eine eigene Vortragsreihe zum Cyber Resilience Act. Weitere Programmpunkte behandeln Standards, Zertifizierung und die praktische Umsetzung.
Bei NIS2 hat sich die Ausgangslage ebenfalls verändert. Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft. Die darin geregelten Registrierungs- und Meldepflichten gelten damit bereits für betroffene Einrichtungen.
Auf der it-sa geht es deshalb nicht mehr ausschließlich um die Frage, welche Unternehmen betroffen sind. Im Programm finden sich auch Beiträge zu Verantwortlichkeiten, Risikomanagement und Schulungen für Leitungsfunktionen.
Für IT-Verantwortliche rücken damit operative Fragen nach vorne. Sind Zuständigkeiten für Vorfälle geklärt? Funktionieren Meldewege auch außerhalb regulärer Betriebszeiten? Sind Abhängigkeiten von Dienstleistern und Lieferanten dokumentiert?
Diese Punkte sind weniger spektakulär als neue Security-Produkte. Für die tatsächliche Resilienz eines Unternehmens sind sie jedoch entscheidend.
Regulierung ist nur ein Teil der Agenda. Das veröffentlichte Programm zeigt auch Schwerpunkte bei KI, Cloud Computing, Zero Trust und OT-Security. Das BSI führt diese Bereiche ausdrücklich für seinen Messeauftritt auf.
Gerade bei KI verschiebt sich die Sicherheitsfrage. Unternehmen müssen nicht nur prüfen, was generative KI leisten kann. Sie benötigen auch Regeln für Zugriffe, Daten, Modelle und nicht autorisierte KI-Anwendungen.
In Industrieunternehmen bleibt gleichzeitig die Verbindung von IT und Operational Technology relevant. Vernetzte Anlagen, Fernwartungszugänge und ältere Steuerungssysteme erschweren ein einheitliches Sicherheitsniveau.
Hinzu kommt die langfristige Frage nach Kryptografie. Welche Risiken durch künftige Quantencomputer entstehen und wie Unternehmen Krypto-Agilität vorbereiten können, zeigt unser Überblick zu Quantum Security.
Die Themen der it-sa 2026 zeigen auch eine organisatorische Verschiebung. Cybersicherheit betrifft nicht mehr nur Firewalls, Endgeräte und Security Operations.
NIS2 verankert Verantwortung stärker auf Leitungsebene. Der CRA verbindet Produktsicherheit mit Entwicklungs-, Support- und Meldeprozessen. Gleichzeitig müssen Unternehmen neue Technologien wie KI kontrolliert in bestehende Governance-Strukturen einbinden.
Für IT-Entscheider entsteht daraus eine Querschnittsaufgabe. Security muss Technik, Prozesse, Einkauf, Compliance und Management verbinden.
Für Messebesucher lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Umsetzbarkeit angekündigter Lösungen. Entscheidend ist nicht allein, welche Funktionen ein Produkt bietet.
Relevant ist auch, wie gut sich Lösungen in vorhandene Prozesse integrieren lassen. Unternehmen sollten außerdem prüfen, welche Daten für Betrieb und Monitoring benötigt werden, wie Schwachstellen behandelt werden und welche Abhängigkeiten vom jeweiligen Anbieter entstehen.
Beim CRA kommt die Produktsicherheit über den gesamten Lebenszyklus hinzu. Bei NIS2 stehen unter anderem Risikomanagement und funktionierende Vorfallprozesse im Fokus. Bei KI und Cloud bleibt die Frage zentral, wie Kontrolle und Transparenz erhalten werden.
Die Cybersecurity-Übersicht bündelt weitere Hintergründe zu diesen Themen.
Die it-sa 2026 dürfte deshalb vor allem zeigen, wie weit Unternehmen und Anbieter bei der praktischen Umsetzung angekommen sind. Viele Themen auf der Agenda sind nicht neu. Neu ist jedoch, dass ein Teil der regulatorischen Anforderungen inzwischen bereits gilt.
Für IT-Entscheider wird damit wichtiger, bestehende Prozesse und Technologien an konkreten Anforderungen zu messen. Die Messe bietet dafür Ende Oktober einen konzentrierten Überblick über Regulierung, technische Sicherheit und operative Umsetzung.
Weitere Entwicklungen rund um IT-Security, Infrastruktur und Unternehmens-IT finden Sie regelmäßig im IT-Dock Newsletter: https://it-dock.de/#newsletter
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Quellen:
ENISA, Frequently Asked Questions zur CRA Single Reporting Platform
ENISA, The CRA Single Reporting Platform is launched
BSI, Informationen zur NIS2-Registrierung
it-sa 365, Programmübersicht 2026
it-sa 365, BSI auf der it-sa 2026
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