BSI KI-Agenten: Neue Prüfanforderungen für mehr Sicherheit
PRAKI soll neue Prüfanforderungen entwickeln und die Sicherheit agentischer KI systematisch bewerten.
Huawei Watch D3 misst Blutdruck per Luftkissen am Handgelenk und zeigt, wie Wearables näher an Health-IT rücken.

Huawei bringt mit der Huawei Watch D3 eine Smartwatch mit integrierter Blutdruckmessung auf den Markt. Statt den Wert nur über optische Sensoren abzuleiten, nutzt das Gerät ein aufblasbares Luftkissen im Armband. Damit rückt die Smartwatch technisch näher an klassische Blutdruckmessgeräte.
Für Unternehmen ist vor allem die Entwicklung dahinter interessant. Wearables erfassen immer mehr Gesundheitsdaten und übernehmen Funktionen, die bislang spezialisierten Geräten vorbehalten waren. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei KI-zentrierten Wearables.
Das zentrale Merkmal der Huawei Watch D3 ist ihre Blutdruckmessung. Im Armband sitzt ein Luftkissen, das während der Messung durch eine integrierte Mikropumpe aufgeblasen wird. Die Uhr misst den Blutdruck damit oszillometrisch und benötigt für die Messung keine separate Oberarmmanschette.
Huawei hat das Gehäuse gegenüber der Vorgängergeneration kompakter gestaltet. Die Watch D3 misst laut Hersteller 11,3 Millimeter an der dünnsten Stelle und wiegt ohne Armband rund 40 Gramm. Das AMOLED-Display ist 1,92 Zoll groß und löst mit 408 × 480 Pixeln auf.
Die Uhr unterstützt Android ab Version 8.0 und iOS ab Version 13.0. NFC und Bluetooth 6.0 gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Die Huawei Watch D3 kann den Blutdruck nicht nur manuell messen. Sie unterstützt auch eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung. Dabei führt die Uhr in festgelegten Abständen automatisch Messungen durch.
Diese Funktion hat allerdings Auswirkungen auf die Akkulaufzeit. Huawei nennt bei typischer Nutzung bis zu sechs Tage. Ist die ambulante Blutdruckmessung mit 15-minütigen Intervallen dauerhaft aktiviert, reduziert sich der Herstellerwert auf bis zu einen Tag.
Der Test von China-Gadgets verglich die Messwerte mit einem Oberarm-Blutdruckmessgerät. Dabei lagen die Ergebnisse nach Angaben der Redaktion nahe beieinander. Diese Einzelmessungen erlauben jedoch keine allgemeine Aussage zur Genauigkeit bei allen Nutzern. Messposition, Sitz des Armbands und individuelle körperliche Faktoren können die Ergebnisse beeinflussen.
Huawei weist selbst darauf hin, dass Blutdruckwerte im Tagesverlauf schwanken können. Bewegung, Stress, Sport, Koffein und weitere Faktoren können Messwerte verändern.
Neben der Blutdruckmessung integriert Huawei weitere Sensoren. Dazu gehören unter anderem ein EKG-Sensor, ein optischer Herzfrequenzsensor, ein Temperatursensor sowie ein Sensor für die Sauerstoffsättigung.
Damit folgt Huawei einem breiteren Markttrend. Smartwatches entwickeln sich zunehmend von Benachrichtigungsgeräten zu dauerhaft getragenen Sensorplattformen. Auch die jüngsten Modelle anderer Hersteller setzen verstärkt auf Gesundheitsfunktionen. IT-Dock hat diese Entwicklung zuletzt beim Apple Event 2026 eingeordnet.
Die Messfunktionen ändern jedoch nichts daran, dass Nutzer gesundheitliche Entscheidungen nicht allein auf Wearable-Daten stützen sollten. Einzelne Messwerte können Hinweise liefern, ersetzen aber keine medizinische Diagnose.
Für IT-Verantwortliche ist weniger die einzelne Smartwatch entscheidend als die wachsende Menge sensibler Daten, die Wearables erzeugen. Herzfrequenz, Blutdruck, EKG und andere Gesundheitswerte werden über Apps gespeichert, ausgewertet und teilweise weitergegeben.
Damit entstehen neue Anforderungen an Datenschutz, Schnittstellen und Zugriffsrechte. Gesundheitsdaten zählen nach der DSGVO zu besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten. Sobald Unternehmen solche Informationen selbst verarbeiten, gelten entsprechend hohe Anforderungen an Rechtsgrundlage und Schutzmaßnahmen.
Die Entwicklung betrifft nicht nur Gesundheitsanbieter. Auch Unternehmen mit betrieblichen Gesundheitsprogrammen, Versicherungsangeboten oder eigenen Apps sollten genau prüfen, welche Daten sie tatsächlich erhalten und verarbeiten.
Ähnliche Fragen stellen sich bereits bei anderen Wearables. Der Umgang mit Meta Smart Glasses zeigt beispielsweise, dass neue Formfaktoren bestehende Datenschutzrichtlinien schnell erweitern können.
Eine private Smartwatch am Handgelenk ist zunächst kein Unternehmenssystem. Relevant wird sie, sobald Daten mit betrieblichen Plattformen, Anwendungen oder Identitäten verbunden werden.
Unternehmen sollten deshalb zwischen privater Nutzung und eigener Datenverarbeitung unterscheiden. Werden Wearables in Unternehmensprozesse integriert, gehören Datenflüsse, Zugriffsrechte, Speicherorte und Aufbewahrungsfristen in die Bewertung.
Auch das Gerätemanagement spielt eine Rolle. Bei mobilen Endgeräten lassen sich Sicherheitsrichtlinien über zentrale Verwaltungsplattformen durchsetzen. IT-Dock erläutert diesen Ansatz unter anderem im Beitrag zu Zero Trust.
Für Gesundheitsdaten reicht technisches Gerätemanagement allein jedoch nicht aus. Zusätzlich müssen Unternehmen prüfen, ob sie diese Daten überhaupt benötigen und auf welcher rechtlichen Grundlage eine Verarbeitung erfolgt.
Die Huawei Watch D3 bringt mit ihrer mechanischen Blutdruckmessung eine ungewöhnliche Funktion in ein klassisches Smartwatch-Format. Gleichzeitig zeigt das Gerät, wie stark sich Wearables in Richtung kontinuierlicher Gesundheitsmessung entwickeln.
Für Unternehmen wird damit nicht jede Smartwatch automatisch zu einem relevanten IT-System. Sobald Gesundheitsdaten jedoch in betriebliche Prozesse gelangen, ändern sich die Anforderungen erheblich. Datenschutz, klare Datenflüsse und eine saubere Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Informationen werden dann wichtiger als die einzelne Gerätefunktion.
Weitere Entwicklungen rund um Wearables, Security und Unternehmens-IT fasst der IT-Dock-Newsletter zusammen. Neue Beiträge erscheinen regelmäßig unter https://it-dock.de/#newsletter.
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