Messengerüberwachung: Zoll nutzt Verfahren dauerhaft
Messengerüberwachung beim Zoll: Das Verfahren ist dauerhaft etabliert. Der BGH begrenzt den Zugriff auf ältere Chats.
Was die engere Cloud-Integration für IT-Strategie und Lock-in bedeutet.

Oracle und AWS bauen ihre Zusammenarbeit bei geschäftskritischen Datenbanken weiter aus. Mit einer neuen Exadata-Variante wird der Betrieb von Oracle-Datenbanken innerhalb von AWS deutlich granularer skalierbar. Gleichzeitig erweitern die Unternehmen ihre langfristige Partnerschaft. Für IT-Entscheider ist daran vor allem interessant, wie stark sich bislang getrennte Cloud- und Datenbankwelten inzwischen miteinander verzahnen.
Im Mittelpunkt der Ankündigung steht der Oracle Exadata Database Service on Exascale Infrastructure, kurz ExaDB-XS. Der Dienst ist jetzt für Oracle AI Database@AWS allgemein verfügbar und basiert anders als klassische dedizierte Exadata-Umgebungen auf einer gemeinsam genutzten, gepoolten Infrastruktur.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Skalierung. Unternehmen können Rechenleistung und Storage unabhängig voneinander bereitstellen und an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Laut AWS beginnt eine Umgebung bei 8 Elastic CPUs und 300 GB Storage. Eine dedizierte Exadata-Infrastruktur muss dafür nicht vorab bereitgestellt werden.
Damit richtet sich Exadata nicht mehr ausschließlich an sehr große Datenbankinstallationen. Auch kleinere Workloads, Entwicklungsumgebungen oder Disaster-Recovery-Szenarien lassen sich auf der gleichen Technologie aufsetzen, ohne direkt eine große dedizierte Infrastruktur vorhalten zu müssen. Ob daraus tatsächlich niedrigere Gesamtkosten entstehen, hängt allerdings vom jeweiligen Nutzungsszenario ab.
Strategisch interessanter ist die technische Verzahnung mit AWS. Oracle AI Database@AWS ermöglicht es Unternehmen, Oracle-Exadata-Infrastruktur innerhalb von AWS Availability Zones zu betreiben und über den AWS Marketplace zu beziehen. Bestehende Exadata- und Oracle-RAC-Workloads sollen sich dabei laut AWS ohne grundlegende Neuarchitektur migrieren lassen.
Gleichzeitig können die Datenbanken mit AWS-Diensten verbunden werden. Dazu gehören unter anderem Amazon Bedrock für generative KI, Amazon S3 für Backups, CloudWatch für Monitoring, AWS KMS für Verschlüsselung sowie IAM und CloudTrail für Zugriffssteuerung und Auditierung. Auch eine Zero-ETL-Integration mit Amazon Redshift gehört inzwischen zum Angebot.
Für Unternehmen mit umfangreichen Oracle-Beständen kann das einen wichtigen Unterschied machen. Anwendungen und Datenbanken müssen nicht zwangsläufig auf eine neue Datenbankplattform migriert werden, nur um stärker auf AWS-Dienste zugreifen zu können.
Neu ist außerdem das sogenannte Thin Cloning. Damit lassen sich Kopien bestehender Datenbanken erzeugen, ohne den kompletten Datenbestand erneut speichern zu müssen. Zusätzlicher Speicher wird erst benötigt, wenn sich die Kopie gegenüber dem Ausgangsbestand verändert.
Das ist insbesondere für Entwicklungs- und Testumgebungen interessant. Datenbankkopien können beispielsweise für parallele Entwicklungszweige oder CI/CD-Prozesse bereitgestellt und anschließend wieder entfernt werden. Gerade bei großen Datenbeständen kann diese Architektur den bislang notwendigen Speicherbedarf für zahlreiche vollständige Kopien reduzieren.
Parallel zur technischen Erweiterung haben Oracle und AWS ihre langfristige strategische Zusammenarbeit ausgebaut. Beide Unternehmen wollen weiter in Oracle AI Database@AWS investieren und insbesondere Migrationen auf die gemeinsame Plattform vorantreiben. Oracle AI Database@AWS ist nach Unternehmensangaben inzwischen in 22 AWS-Regionen in Amerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum verfügbar.
Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Positionierung der großen Cloud-Anbieter verändert hat. Unternehmen müssen sich bei geschäftskritischen Datenbanken zunehmend weniger zwischen einer Oracle- und einer AWS-Architektur entscheiden. Stattdessen versuchen die Anbieter, bestehende Enterprise-Technologien direkt innerhalb der jeweiligen Hyperscaler-Umgebungen verfügbar zu machen.
Für CIOs und IT-Architekten kann diese Entwicklung Cloud-Migrationen vereinfachen. Unternehmen mit geschäftskritischen Oracle-Systemen können ihre vorhandene Datenbanktechnologie beibehalten und gleichzeitig AWS-Dienste für Analytics, KI, Monitoring oder Security nutzen. Das kann insbesondere dort attraktiv sein, wo eine vollständige Datenbankmigration technisch riskant oder wirtschaftlich kaum sinnvoll wäre.
Eine solche Integration beseitigt allerdings das Thema Vendor-Lock-in nicht. Vielmehr kann eine Architektur entstehen, die gleichzeitig stark von Oracle und AWS abhängig ist. Neben technischen Kriterien sollten Unternehmen deshalb Lizenzierung, Datenübertragungen, Exit-Szenarien, Betriebsmodelle und die langfristige Kostenentwicklung berücksichtigen.
Auch die neue verbrauchsabhängige Skalierung sollte deshalb nicht automatisch mit niedrigeren Kosten gleichgesetzt werden. Sie erhöht zunächst die Flexibilität. Ob sie gegenüber dedizierter Exadata-Infrastruktur oder alternativen Datenbankplattformen wirtschaftlicher ist, lässt sich nur anhand des konkreten Workloads beurteilen.
Mit Exadata auf Exascale Infrastructure senken Oracle und AWS die Einstiegshürde für Exadata innerhalb der AWS-Cloud. Compute und Storage können granularer skaliert werden, während Unternehmen ihre Oracle-Datenbanken enger mit AWS-Diensten verbinden können.
Für IT-Entscheider ist jedoch die strategische Entwicklung noch wichtiger als das einzelne Produkt: Multi-Cloud bedeutet zunehmend nicht mehr, Workloads beliebig zwischen Clouds zu verschieben. Stattdessen entstehen immer engere direkte Verbindungen zwischen den Plattformen großer Anbieter. Das kann Migrationen vereinfachen – macht eine bewusste Bewertung von Kosten, Architektur und Anbieterabhängigkeiten aber umso wichtiger.
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