Messengerüberwachung: Zoll nutzt Verfahren dauerhaft
Messengerüberwachung beim Zoll: Das Verfahren ist dauerhaft etabliert. Der BGH begrenzt den Zugriff auf ältere Chats.
Drahtlose Stromübertragung funktioniert im Test. Für große Netze bleiben Effizienz, Skalierung und Kosten offene Fragen.

Drahtlose Stromübertragung per Mikrowelle funktioniert technisch bereits in Demonstratoren. Start-ups wie Space Solar und TerraSpark wollen daraus Systeme für größere Distanzen entwickeln. Effizienz, Skalierung, Sicherheit und Regulierung bleiben jedoch zentrale offene Punkte.
Die Entwicklung trifft auf einen stark steigenden Strombedarf. Die Internationale Energieagentur erwartet von 2026 bis 2030 weltweit durchschnittlich 3,6 Prozent mehr Stromverbrauch pro Jahr. Rechenzentren gehören dabei ausdrücklich zu den Wachstumstreibern. Für IT-Betreiber werden deshalb Stromanschlüsse und Energieeffizienz im Rechenzentrum zunehmend zu strategischen Infrastrukturthemen.
Das Prinzip ähnelt einer gerichteten Funkverbindung mit deutlich höherer Leistung. Zunächst wandelt ein Sender elektrische Energie in Hochfrequenzenergie um. Antennen bündeln diese Energie und richten sie auf einen definierten Empfangsbereich.
Dort nehmen sogenannte Rectennas die elektromagnetische Energie auf. Sie kombinieren Antenne und Gleichrichter und wandeln das Signal wieder in elektrische Energie. Entscheidend ist dabei nicht nur die Effizienz einzelner Komponenten. Für den praktischen Einsatz zählt die gesamte Kette vom Eingangsstrom bis zur nutzbaren Ausgangsleistung.
Einen frühen größeren Demonstrator zeigte Emrod 2022 bei Airbus in München. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA wurde Energie per Mikrowelle über 36 Meter übertragen. Die empfangene Leistung versorgte unter anderem eine Modellstadt und eine Anlage zur Wasserstofferzeugung.
Space Solar demonstrierte 2024 mit seinem HARRIER-System eine weitere technische Funktion. Der Prototyp mit 0,5 Metern Durchmesser konnte den Energiestrahl elektronisch über 360 Grad steuern. Mechanisch bewegte Antennenteile waren dafür nicht erforderlich. Das bestätigt vor allem die Strahlsteuerung, noch keinen wirtschaftlichen Betrieb im Stromnetz.
Auch TerraSpark arbeitet an der Technik. Das Unternehmen sammelte im März 2026 mehr als fünf Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde ein. Im Mai zeigte TerraSpark erste Hardware für eine geplante Demonstration im Weltraum. Der Start eines entsprechenden Tests ist für 2027 vorgesehen.
Die entscheidende Hürde liegt nicht beim physikalischen Grundprinzip. Relevant ist, wie viel eingespeiste Leistung am Ende tatsächlich nutzbar ankommt. Verluste entstehen bei der Hochfrequenzerzeugung, Übertragung, Aufnahme und Rückwandlung.
Hinzu kommt die Skalierung. Größere Leistungen benötigen entsprechend ausgelegte Sende- und Empfangsflächen sowie eine präzise Strahlsteuerung. Space Solar sieht für sein langfristiges Konzept beispielsweise Antennenstrukturen mit erheblich größeren Abmessungen als beim heutigen HARRIER-Demonstrator vor.
Für bestehende Stromnetze bleibt kabelgebundene Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung deshalb der etablierte Maßstab für große Leistungen über lange Strecken. ENTSO-E bezeichnet HVDC auch 2026 als zentrale Technologie für Offshore-Anbindungen und grenzüberschreitende Stromübertragung. Drahtlose Systeme ersetzen diese Infrastruktur derzeit nicht.
Interessant ist die Technik zunächst dort, wo Kabel schwer zu verlegen oder nur temporär erforderlich sind. Denkbar sind abgelegene Industrieanlagen, schwer zugängliche Infrastruktur oder spezielle Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt.
Langfristig verfolgen Unternehmen wie Space Solar und TerraSpark ein deutlich größeres Ziel. Solarenergie soll im Weltraum erzeugt und per Hochfrequenzsignal zur Erde übertragen werden. Diese Konzepte befinden sich jedoch weiterhin in der Entwicklung und benötigen noch Demonstratoren in deutlich größerem Maßstab.
Für Rechenzentren entsteht daraus kurzfristig keine neue Beschaffungsoption. Betreiber müssen weiterhin mit verfügbaren Netzanschlüssen, lokaler Erzeugung, Speichern und klassischen Übertragungsnetzen planen.
Der technologische Hintergrund ist dennoch relevant. Der KI-Boom im Rechenzentrum erhöht die Anforderungen an Stromversorgung, Kühlung und Standorte. Auch Batteriespeicher für KI-Rechenzentren rücken deshalb stärker in den Fokus. Neue Übertragungstechniken wären erst dann strategisch interessant, wenn sie große Leistungen zuverlässig und wirtschaftlich bereitstellen können.
Leistungsstarke Funkübertragung erfordert kontrollierte Strahlführung und klare Sicherheitskonzepte. Dazu kommen Vorgaben für Frequenznutzung, elektromagnetische Verträglichkeit und die Exposition von Menschen.
Solche Anforderungen müssen bereits bei der Systementwicklung berücksichtigt werden. Eine technisch funktionierende Energieübertragung reicht deshalb nicht aus. Für einen kommerziellen Betrieb sind zusätzlich belastbare Sicherheitsnachweise und regulatorische Zulassungen erforderlich.
Drahtlose Stromübertragung ist keine reine Zukunftsidee mehr. Mehrere Demonstratoren zeigen, dass Energie per Mikrowelle gezielt übertragen und wieder in Strom umgewandelt werden kann. Für Stromnetze oder Rechenzentren fehlen aber noch Nachweise zu Effizienz, Skalierung und Wirtschaftlichkeit.
Damit bleibt die Technik vorerst ein Forschungs- und Infrastrukturthema mit langfristigem Potenzial. Für IT-Entscheider ist vor allem relevant, wie stark Energieverfügbarkeit künftig Standortwahl und Kapazitätsplanung beeinflusst.
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