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KI-Chatbots übertragen Gesprächsdaten an externe Dienste. Was die Studie zeigt und worauf Unternehmen achten sollten.

KI-Chatbots können Informationen aus Gesprächen an externe Analyse- und Trackingdienste übertragen. Eine Untersuchung von IMDEA Networks zeigt, weshalb Unternehmen neben Eingaben auch Gesprächslinks und Freigaben im Blick behalten sollten.
Die Forschenden untersuchten im Mai 2026 in Spanien neun Webdienste und acht Android-Apps. Dazu gehörten ChatGPT, Claude, Gemini, Grok und Perplexity. Ihre Ergebnisse betreffen konkrete Testsituationen und bilden den damaligen Zustand ab. Für den Einsatz von KI in der Cloud liefern sie Hinweise auf zusätzliche Datenflüsse jenseits der eigentlichen Modellverarbeitung.
Bei sechs Weboberflächen und drei Android-Apps beobachtete das Team Übertragungen gesprächsbezogener Daten an externe Dienste. Je nach Dienst und Situation betraf dies Kennungen, URLs, automatisch erzeugte Titel, Prompts oder Screenshots. Teilweise begleiteten dauerhafte Nutzerkennungen diese Daten. Nicht jeder untersuchte Chatbot übertrug alle genannten Informationen.
ChatGPT und Claude übermittelten in den Webtests Gesprächskennungen an Datadog. Gesprächstitel gelangten bei Gemini, Grok und Mistral an Analyse- oder Trackingdienste. Solche Titel können bereits sensible Themen verraten, ohne dass ein vollständiger Chat übertragen wird. Das Ablehnen nicht notwendiger Cookies verringerte manche Datenflüsse, beendete aber nicht sämtliche Kontakte zu externen Diensten.
Ein übertragener Link bedeutet nicht automatisch Zugriff auf den Gesprächsinhalt. Entscheidend sind die Zugriffsrechte. Die Untersuchung fand jedoch auch Gesprächslinks, über die Inhalte ohne Anmeldung erreichbar waren.
Für Unternehmen folgt daraus eine zusätzliche Prüffrage: Welche Informationen enthält eine Gesprächsfreigabe, und wer kann sie öffnen? Auch vermeintlich harmlose Zusammenfassungen verdienen dabei Aufmerksamkeit. Ein Projekttitel oder eine Personalfrage sollte denselben Vertraulichkeitsregeln unterliegen wie das zugehörige Dokument.
Privattarife und geschäftliche Angebote müssen Sie getrennt bewerten. OpenAI erklärt beispielsweise, Eingaben und Ausgaben aus ChatGPT Business, Enterprise und der API standardmäßig nicht zum Modelltraining zu verwenden. Diese Zusage betrifft das Training. Sie beantwortet allein noch nicht alle Fragen zu Analysefunktionen, Datenempfängern oder Freigaben.
Für Ihre IT-Praxis bietet sich daher eine Prüfung des konkret eingesetzten Angebots an: Welche Daten dürfen Beschäftigte eingeben? Welche Freigaben sind erlaubt? Welche externen Empfänger nennt der Anbieter? Ergänzende Ansätze zum Schutz sensibler Prompts können die Eingaben begrenzen, ersetzen jedoch keine Bewertung des Dienstes.
Die wichtigste Konsequenz: Datenschutz bei KI-Chatbots umfasst auch Metadaten und Zugriffsrechte. Die Messungen liefern dafür konkrete Prüfpunkte, aber keinen Nachweis unveränderter Datenflüsse im Oktober 2026.
Quellen: IMDEA Networks: Untersuchung zu Datenflüssen bei KI-Chatbots (PDF), OpenAI: Business Data
Weitere Einordnungen zu KI, Datenschutz und IT-Betrieb bündelt der IT-Dock-Newsletter.
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