ENISA Threat Landscape 2026: Cyberrisiken steigen
Ransomware, DDoS und digitale Abhängigkeiten erhöhen die Cyberrisiken für Unternehmen.
Gemini bekommt neue App-Anbindungen und wiederverwendbare Anweisungen. Was davon wann für Unternehmen verfügbar ist.

Google KI soll künftig mehr zusammenhängende Arbeitsaufgaben unterstützen. Neue App-Anbindungen erweitern Gemini, während wiederverwendbare Arbeitsanweisungen den Einsatz in Google Workspace vereinfachen sollen. Zugleich hat Google mit Gemini 4 Argon ein neues Spitzenmodell vorgestellt, dessen Zugang zunächst begrenzt bleibt.
Für Unternehmen verschiebt sich damit der Schwerpunkt. Neben der Qualität einzelner Antworten zählen zunehmend die Verbindung mit vorhandenen Anwendungen und die Einbindung betrieblicher Vorgaben. Entscheidend ist, welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind und welche Aufgaben sie zuverlässig unterstützen.
Am 23. September kündigte Google zusätzliche Anbindungen für die Gemini-App an. Dazu gehören Produktivitätswerkzeuge wie Airtable, Linear, monday.com und PandaDoc. Auch Kreativplattformen wie Adobe, Squarespace und Webflow stehen auf der Liste. Die Verteilung begann laut Google schrittweise.
Der Konzern möchte damit Aufgaben stärker in einer gemeinsamen Oberfläche bündeln. Nutzer sollen beispielsweise Projekte bearbeiten oder kreative Inhalte erstellen können, ohne ständig zwischen Anwendungen zu wechseln. Die gewünschten Dienste lassen sich über die Gemini-Einstellungen verbinden.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine praktische Perspektive: Ein KI-Assistent wird nützlicher, wenn er mit den tatsächlich eingesetzten Werkzeugen arbeiten kann. Der Nutzen hängt allerdings vom Umfang der jeweiligen Anbindung ab. Ein aufgeführter Dienst bedeutet noch nicht, dass sämtliche seiner Funktionen über Gemini verfügbar sind.
Die Entwicklung passt zum Übergang von beantwortenden Chatbots zu ausführenden Assistenten. Welche Unterschiede dabei wichtig sind, erläutert unser Beitrag zu KI-Agenten im Unternehmen.
Eine weitere Neuerung nennt Google „Skills“. Gemeint sind gespeicherte Arbeitsanweisungen, die sich bei wiederkehrenden Aufgaben erneut verwenden lassen. Mehrere solcher Anweisungen können miteinander kombiniert werden. Als Beispiel nennt Google die Verbindung einer Lieferantenbewertung mit dem Entwurf einer Empfehlung für die Geschäftsleitung.
Der Ansatz adressiert ein alltägliches Problem beim KI-Einsatz: Beschäftigte müssen Vorgaben zu Aufbau, Sprache oder Bewertungskriterien häufig erneut formulieren. Wiederverwendbare Anweisungen können diesen Aufwand reduzieren und einheitlichere Ergebnisse unterstützen. Eine fachliche Prüfung der Ergebnisse ersetzen sie jedoch nicht.
Für Workspace-Organisationen mit früher Freigabe ist der Beginn der Verteilung auf den 5. Oktober 2026 angesetzt. Organisationen mit planmäßiger Freigabe sollen ab dem 19. Oktober folgen. Google erwartet den Abschluss dieser zweiten Verteilung bis Mitte November. Eine sofortige Verfügbarkeit für alle Kunden ist damit nicht angekündigt.
Die neuen Skills sollen die bisherigen anpassbaren Assistenten namens Gems schrittweise ablösen. Google nennt für Geschäfts- und Unternehmenskunden einen Wegfall der bisherigen Gem-Nutzung frühestens ab dem 1. März 2027.
Für Organisationen, die bereits eigene Gems eingerichtet haben, entsteht dadurch eine konkrete Planungsaufgabe. Wichtige Anweisungen und darauf aufbauende Abläufe sollten rechtzeitig geprüft werden. Der Übergang betrifft damit nicht nur eine neue Bedienoberfläche, sondern auch bereits eingerichtete Arbeitsweisen.
Eine Einschränkung ist besonders relevant: Skills werden derzeit nicht automatisch zwischen der Gemini-App und Workspace-Anwendungen synchronisiert. Wer dieselben Anweisungen in beiden Umgebungen einsetzen möchte, muss sie entsprechend separat einrichten.
Parallel stellte Google am 30. September Gemini 4 Argon vor. Nach Angaben des Unternehmens soll das Modell anspruchsvolle Aufgaben in Softwareentwicklung, Wissensarbeit und Cyberabwehr unterstützen. Dazu gehören auch längere Abläufe mit mehreren Arbeitsschritten.
Die Einführung erfolgt zunächst über das Fairwind-Programm für ausgewählte Organisationen im Bereich Cyberabwehr. Google möchte Rückmeldungen sammeln und Schutzmaßnahmen weiterentwickeln, bevor der Zugang auf Entwickler, Unternehmen und Verbraucher ausgeweitet wird.
Für den Mittelstand ist deshalb eine klare Unterscheidung wichtig: Die Vorstellung eines leistungsfähigeren Modells bedeutet noch nicht, dass es bereits in jeder Gemini-Anwendung oder jedem Unternehmenskonto genutzt werden kann.
Die aktuellen Ankündigungen setzen Googles Weg zum umfassenderen KI-Assistenten fort. Dieser Ansatz stand bereits bei der Entwicklerkonferenz im Mai im Mittelpunkt. Nun kommen weitere Anbindungen und Möglichkeiten hinzu, betriebliche Anweisungen wiederzuverwenden.
Für IT-Entscheider lohnt sich eine Bewertung anhand konkreter Abläufe. Welche Aufgabe wird einfacher? Welche Daten benötigt Gemini dafür? Wer darf Anwendungen verbinden, und wer prüft das Ergebnis? Diese Fragen werden wichtiger, sobald KI über einzelne Textentwürfe hinaus eingesetzt wird.
Auch KI und Datenschutz gehören dabei zusammen. Neue Anbindungen sollten zu den freigegebenen Daten und den internen Zuständigkeiten passen.
Google KI rückt damit näher an den Unternehmensalltag. Der praktische Mehrwert entsteht dort, wo verfügbare Funktionen, klare Arbeitsanweisungen und überprüfbare Ergebnisse zusammenkommen.
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