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Broadcom ordnet das VMware-Partnergeschäft neu: VCSP-Verträge wechseln ins Support Portal, Insight verliert US-Status.

Broadcom ordnet das VMware-Partnergeschäft weiter neu. Ab dem 1. November 2026 ändert der Konzern die Verwaltung neuer Verträge im VMware Cloud Services Provider Program. Gleichzeitig zeigt die Deautorisierung von Insight Enterprises in Nordamerika, wie konsequent Broadcom seine Anforderungen an VMware-Partner durchsetzt.
Die beiden Entwicklungen hängen nicht nachweislich direkt zusammen. Sie zeigen jedoch dieselbe strategische Richtung: Broadcom standardisiert das VMware-Ökosystem stärker, konzentriert das Geschäft auf ausgewählte Partner und verlagert weitere Prozesse auf die eigene Plattform.
Broadcom stellt zum 1. November 2026 die Verwaltung neuer Verträge im VMware Cloud Services Provider Program, kurz VCSP, um. Neue Verträge werden künftig dem Programmtyp „VCSP Commit“ zugeordnet.
Diese Verträge erscheinen nicht mehr im bisherigen Consumption Portal. Stattdessen werden sie über das Licensing-Modul des Broadcom Support Portal bereitgestellt. Dort können Partner unter anderem Lizenzschlüssel verwalten sowie Zugriffe über Ordner und Berechtigungen steuern. Broadcom nennt außerdem die Möglichkeit, VCSP-Commit-Lizenzschlüssel mit gleichem Vertragsende aufzuteilen oder zusammenzuführen.
Für Service Provider ist die Änderung vor allem organisatorisch relevant. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Verantwortlichkeiten, Benutzerrechte und interne Abläufe für die neue Lizenzverwaltung rechtzeitig geklärt sind.
Die Umstellung reiht sich in die umfangreichen Veränderungen ein, die Broadcom seit der VMware-Übernahme vorgenommen hat. Auch für Kunden hat sich die Lizenzierung in mehreren Bereichen verändert. Bei der Azure VMware Solution müssen Bestandskunden beispielsweise auf separat beschaffte VCF-Lizenzen umstellen.
Parallel sorgt eine weitere Entwicklung im VMware-Channel für Aufmerksamkeit. Broadcom hat Insight Enterprises in Nordamerika als VMware-Partner deautorisiert.
Insight darf dort nach eigenen Angaben keine VMware-Lizenzen und keine von Broadcom finanzierten VMware Cloud Foundation Entitlement Services mehr weiterverkaufen. Bereits gebuchte Arbeiten sowie kundenseitig finanzierte VMware- und VCF-Dienstleistungen will das Unternehmen noch bis zum 31. Oktober 2026 erbringen.
Broadcom hat inzwischen auch eine Begründung genannt. Laura Falko, verantwortlich für Global Partner Marketing und das Partner Program Office bei Broadcom, erklärte gegenüber CRN, Insight habe die Anforderungen des Partnerprogramms nicht erfüllt. Dabei verwies sie unter anderem auf Anforderungen an die Einstufung der Partner und deren Status innerhalb des Programms.
Welche konkreten Kriterien Insight nicht erfüllt hat, bleibt öffentlich allerdings offen. Aussagen anderer Partner gegenüber CRN über mögliche Gründe sind daher als Einschätzungen zu behandeln und nicht als bestätigte Ursache.
Für VMware-Kunden in Deutschland ist eine klare Abgrenzung wichtig. Die Deautorisierung betrifft Nordamerika und lässt sich nicht auf Europa übertragen.
Insight erklärte gegenüber CRN Germany, dass das VMware-Partnerprogramm regional organisiert sei. Insight Deutschland gehöre zur EMEA-Region und behalte dort den Pinnacle-Partnerstatus, die höchste Stufe des Programms. Das Unternehmen bleibt damit in Deutschland und EMEA weiterhin zum Verkauf von VMware-Lizenzen sowie für zugehörige Implementierungs- und Einführungsleistungen autorisiert.
Für deutsche Kunden ergibt sich aus der nordamerikanischen Entscheidung deshalb zunächst keine unmittelbare Änderung bei der Zusammenarbeit mit Insight.
Der Fall zeigt jedoch, dass bei internationalen Dienstleistern die regionale Autorisierung wichtiger wird. Ein Partnerstatus in Europa bedeutet nicht automatisch, dass derselbe Anbieter auch in Nordamerika oder anderen Regionen dieselben Berechtigungen besitzt.
Die aktuellen Entwicklungen stehen in einem größeren Umbau des VMware-Channels. Seit der Übernahme von VMware hat Broadcom das frühere Partnernetz mehrfach verändert und stärker auf ausgewählte Anbieter konzentriert.
Broadcom setzt dabei auf ein einladungsbasiertes Partnerprogramm und erwartet nach eigener Darstellung eine enge Ausrichtung an seiner VMware-Strategie. Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf VMware Cloud Foundation als integrierter Private-Cloud-Plattform und auf Partnern, die entsprechende Vertriebs- und Servicekompetenz nachweisen.
Damit unterscheidet sich das heutige Modell deutlich vom früheren VMware-Ökosystem mit einer großen Zahl unterschiedlicher Reseller, Service Provider und Spezialanbieter.
Auch technisch richtet Broadcom VMware Cloud Foundation breiter aus. Auf der VMware Explore 2026 positionierte das Unternehmen VCF stärker als Plattform für Private Cloud und KI-Infrastruktur.
Für Partner bedeutet diese Strategie höhere Anforderungen an Spezialisierung, Zertifizierung und die Ausrichtung auf Broadcoms Plattformmodell. Gleichzeitig kann sich für erfolgreiche Partner ein größerer Anteil am verbleibenden VMware-Geschäft ergeben.
Für Unternehmen sind die aktuellen Meldungen weniger wegen eines einzelnen Partners relevant als wegen der zunehmenden Abhängigkeit von Broadcoms Vertriebs- und Lizenzierungsstruktur.
VMware-Kunden sollten deshalb prüfen, ob ihre bestehenden Dienstleister für die benötigten Produkte und Regionen weiterhin autorisiert sind. Das gilt besonders für international tätige Unternehmen mit Verträgen in mehreren Regionen.
Service Provider im VCSP-Programm sollten zusätzlich die Umstellung zum 1. November vorbereiten. Dazu gehören insbesondere Zugriffsrechte im Broadcom Support Portal, Verantwortlichkeiten für Lizenzschlüssel und die internen Abläufe für neue Verträge.
Auch bei bevorstehenden Vertragsverlängerungen kann es sinnvoll sein, die eigene VMware-Strategie breiter zu bewerten. Der IT-Dock-Vergleich der VMware-Alternativen zeigt mögliche Plattformen und Migrationswege außerhalb des Broadcom-Ökosystems.
Broadcom setzt den Umbau des VMware-Partnergeschäfts damit konsequent fort. Für Kunden steigt zugleich die Bedeutung von Vertragsmanagement, regionalem Partnerstatus und einer belastbaren Strategie für die eigene Virtualisierungsplattform.
Quellen: Broadcom: Änderungen am VCSP-Programm, CRN, 5. Oktober 2026, CRN zur Insight-Deautorisierung
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