Azure VMware Solution: Bestandskunden müssen auf VCF BYOL wechseln

Azure VMware Solution: Microsoft setzt klare VCF-Fristen. Was Bestandskunden jetzt bei BYOL und Migration prüfen müssen.

Helles Cloud-Keyvisual zu Azure VMware Solution mit Lizenzsymbol und Fristen für den Wechsel auf VCF BYOL.

Microsoft hat die Übergangsfristen für Azure VMware Solution konkretisiert. Lizenzinkludierte PayGo-Umgebungen müssen bis zum 31. Oktober 2026 auf portable VMware-Cloud-Foundation-Lizenzen wechseln, aktive Reserved Instances spätestens bis zum 30. August 2027.

Damit endet nicht Azure VMware Solution selbst. Microsoft führt den verwalteten Dienst weiter, trennt aber die VMware-Lizenzierung vom Azure-Angebot. Kunden müssen VCF künftig direkt bei Broadcom oder über dessen Vertriebskanal beziehen. Für IT-Verantwortliche wird aus einer technischen Cloud-Plattform damit zusätzlich eine Vertrags- und Lizenzierungsaufgabe.

Welche Fristen gelten für Azure VMware Solution?

Für neue AVS-Bereitstellungen gilt das BYOL-Modell bereits seit dem 1. November 2025. Microsoft liefert bei neuen Knoten keine VCF-Lizenz mehr mit. Bestandskunden erhalten abhängig vom bisherigen Abrechnungsmodell unterschiedliche Übergangsfristen.

Lizenzinkludierte PayGo-Bereitstellungen dürfen noch bis zum 31. Oktober 2026 im bisherigen Modell betrieben werden. Danach müssen sie auf portable VCF-Lizenzen umgestellt sein, damit die Umgebung lizenzkonform bleibt.

Für Kunden mit aktiven Reserved Instances gilt spätestens der 30. August 2027. Läuft eine Reservierung früher aus, endet auch der bisherige Lizenzvorteil zu diesem früheren Zeitpunkt. Microsoft verlangt dann einen Wechsel auf eine VCF-BYOL-Reservierung oder die Verlagerung der betroffenen Workloads aus Azure VMware Solution.

Warum stellt Microsoft auf VCF BYOL um?

Auslöser ist Broadcoms Lizenzstrategie für VMware Cloud Foundation bei Hyperscalern. Broadcom setzt auf portable VCF-Abonnements, die Kunden separat erwerben und bei unterstützten Cloud-Plattformen einsetzen können.

Für Azure bedeutet das eine klare Trennung: Microsoft betreibt weiterhin die AVS-Infrastruktur und übernimmt Aufgaben wie Hardwarebetrieb, Host-Management, Patches und Upgrades. Die Berechtigung für VMware Cloud Foundation kommt jedoch nicht mehr automatisch mit dem Azure-Dienst.

Wer die grundsätzliche Abhängigkeit von VMware neu bewerten möchte, findet im IT-Dock-Vergleich der VMware-Alternativen einen Überblick über mögliche Plattformen. Für Unternehmen mit Linux-Kompetenz ist zudem die KVM-Virtualisierung eine mögliche technische Richtung.

Was ändert sich für bestehende AVS-Kunden?

Portable VCF wird pro AVS Private Cloud registriert. Ein Lizenzschlüssel kann auf mehrere Private Clouds verteilt werden, solange die insgesamt registrierte Kernzahl die bei Broadcom erworbene Berechtigung nicht überschreitet.

Damit steigt die Verantwortung für das Lizenzmanagement. Microsoft weist darauf hin, dass eine Private Cloud bei unzureichender VCF-Berechtigung als nicht konform gelten und im Extremfall suspendiert werden kann. Unternehmen sollten deshalb Core-Bestände, Lizenzschlüssel, Ablaufdaten und die Zuordnung zu ihren AVS-Umgebungen gemeinsam dokumentieren.

Zusätzliche Regeln gelten für VMware vDefend Firewall. Bestehende Berechtigungen sind nur innerhalb der dokumentierten Übergangsregeln abgedeckt. Für zusätzliche Firewall-Kerne kann ein separates Broadcom-Abonnement erforderlich sein.

Welche Kosten entstehen durch das neue Lizenzmodell?

Eine pauschale Aussage zu Mehr- oder Minderkosten wäre nicht belastbar. Microsoft gibt an, dass AVS mit BYOL niedriger bepreist ist als das bisherige Angebot mit integrierter VCF-Lizenz.

Dafür kommt die separat beschaffte VCF-Lizenz von Broadcom hinzu. Die Gesamtkosten hängen deshalb vom jeweiligen Broadcom-Vertrag, den benötigten Kernen, Laufzeiten und vorhandenen Lizenzrechten ab.

Für Budgetplanungen reicht es nicht, nur die Azure-Kosten zu vergleichen. Unternehmen sollten Azure-Nutzung, Broadcom-Vertrag und mögliche Migrationskosten gemeinsam betrachten. Besonders bei auslaufenden Reservierungen kann die Lizenzänderung den wirtschaftlichen Vergleich mit anderen Betriebsmodellen verändern.

Weiterbetreiben oder Migration vorbereiten?

Technisch zwingt die Umstellung nicht zu einer Migration. Unternehmen können Azure VMware Solution mit einer portablen VCF-Lizenz weiter nutzen. Der Betrieb des Managed Service bleibt laut Microsoft unverändert.

Strategisch schafft die Frist dennoch einen sinnvollen Prüfpunkt. Wer ohnehin neue VCF-Verträge abschließen muss, kann parallel bewerten, ob bestehende VMware-Workloads langfristig auf AVS bleiben sollen oder ob eine andere Virtualisierungsplattform wirtschaftlich und betrieblich besser passt.

Ein Wechsel sollte dabei nicht allein anhand der Hypervisor-Lizenz bewertet werden. Storage, Netzwerk, Backup, Monitoring, Betriebsprozesse und internes Know-how bestimmen den tatsächlichen Aufwand.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

AVS-Kunden sollten zunächst erfassen, welche Private Clouds noch lizenzinkludierte PayGo-Knoten oder Reserved Instances nutzen. Danach gehören Ablaufdaten, Core-Bedarf und vorhandene Broadcom-Berechtigungen auf den Prüfstand.

Für PayGo-Umgebungen ist der 31. Oktober 2026 die nächste verbindliche Frist. Bei Reserved Instances zählt das jeweilige Ablaufdatum, spätestens jedoch der 30. August 2027. Die Azure VMware Solution bleibt verfügbar, aber das Lizenzmodell verändert Beschaffung und Verantwortlichkeiten dauerhaft.

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