
100% bevorzugen deutsche Rechenzentren – doch die Cloud bleibt US-geprägt
Deutsche Unternehmen bevorzugen Rechenzentren im Inland. Was das für Cloud-Strategie, Souveränität und Risiken bedeutet.
Mehr Privatsphäre, neues Risiko? Was Unternehmen jetzt über das neue WhatsApp Feature wissen sollten.

WhatsApp löst sich ein Stück weit von der Telefonnummer. Seit Ende Juni können Nutzerinnen und Nutzer Benutzernamen reservieren, über die sie künftig erreichbar sein sollen, ohne neuen Kontakten direkt ihre Mobilnummer zu zeigen. Für private Nutzer ist das vor allem ein Datenschutzgewinn. Für Unternehmen entsteht zugleich ein neues Feld für Identitätsmissbrauch und Social Engineering.
Meta hat die Reservierung der WhatsApp-Benutzernamen am 29. Juni 2026 angekündigt. Die eigentliche Nutzung soll schrittweise später im Jahr starten. Wer die Funktion bereits sieht, kann den gewünschten Namen in WhatsApp unter „Einstellungen > Konto > Benutzername“ sichern. WhatsApp will Nutzer in der App informieren, sobald die Funktion im jeweiligen Land verfügbar ist.
Der zentrale Unterschied zur bisherigen WhatsApp-Nutzung: Neue Kontakte sollen künftig nicht mehr zwingend die Telefonnummer sehen, wenn ein Benutzername aktiviert ist. Damit adressiert WhatsApp ein langjähriges Datenschutzproblem, gerade in Gruppen, bei Erstkontakten oder in beruflichen Kontexten.
Ganz ohne Mobilnummer funktioniert WhatsApp aber weiterhin nicht. Für die Kontoerstellung und Nutzung bleibt die Telefonnummer erforderlich. Der Benutzername ersetzt also nicht die Identität im Hintergrund, sondern reduziert die Sichtbarkeit der Nummer gegenüber neuen Kontakten.
WhatsApp betont, dass es kein öffentliches Verzeichnis und keine Suchvorschläge geben soll. Wer eine Person erstmals über einen Benutzernamen kontaktieren will, muss den exakten Namen kennen. Zusätzlich plant WhatsApp einen optionalen „Username Key“. Ist dieser aktiviert, reicht der Benutzername allein für den Erstkontakt nicht aus.
Damit versucht WhatsApp, die Funktion stärker auf kontrollierte Kontaktaufnahme auszurichten als etwa klassische öffentliche Nutzernamen in sozialen Netzwerken. Trotzdem bleibt ein Risiko: Ein Name kann vertrauenswürdig wirken, ohne dass die Identität dahinter sicher geprüft ist.
Genau hier setzen die Warnungen an. Die Verbraucherzentrale NRW weist laut WDR darauf hin, dass Kriminelle Benutzernamen nutzen könnten, um sich als bekannte Personen, Unternehmen oder Institutionen auszugeben. Das Risiko ist nicht neu, könnte durch die neue Kontaktlogik aber sichtbarer werden.
Auch international gibt es Widerstand. In Indien, dem laut Berichten größten WhatsApp-Markt, hat das IT-Ministerium WhatsApp aufgefordert, den Rollout wegen möglicher Risiken für Phishing, Identitätsdiebstahl und Onlinebetrug zu pausieren. WhatsApp verweist dagegen auf Schutzmaßnahmen wie reservierte Namen für bekannte Personen, Behörden, Organisationen und verifizierte Meta-Konten.
Für IT-Entscheider ist das Update vor allem ein Identitäts- und Governance-Thema. Unternehmen, die WhatsApp in Vertrieb, Support, Recruiting oder informeller interner Kommunikation nutzen, sollten klären, welche Accounts offiziell sind und wie diese gegenüber Kunden und Mitarbeitenden kommuniziert werden.
Sinnvoll ist eine klare Regel: Offizielle WhatsApp-Kanäle sollten zentral dokumentiert, intern freigegeben und nicht einzelnen Mitarbeitenden überlassen werden. Marken-, Produkt- und Supportnamen sollten frühzeitig reserviert werden, soweit WhatsApp dies ermöglicht. Gleichzeitig sollten Unternehmen Mitarbeitende dafür sensibilisieren, Benutzernamen nicht als Identitätsnachweis zu betrachten.
Auch Compliance-Fragen bleiben relevant. Wer WhatsApp geschäftlich nutzt, muss weiterhin prüfen, ob Datenschutz, Archivierung, Kundenkommunikation und interne Richtlinien zur Nutzung von Messengern ausreichend geregelt sind. Die neue Funktion schützt zwar Telefonnummern vor neuen Kontakten, ändert aber nichts daran, dass Meta die Telefonnummer für das Konto weiterhin benötigt.
WhatsApp-Benutzernamen sind ein überfälliges Datenschutz-Upgrade, aber kein Sicherheitsversprechen. Für Unternehmen kann die Funktion private Rufnummern besser schützen und die geschäftliche Erreichbarkeit vereinfachen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an klaren Regeln für digitale Identitäten. Entscheidend wird sein, ob WhatsApp Missbrauch durch Namensnachahmung wirksam begrenzt – und ob Unternehmen ihre offiziellen Kommunikationskanäle sauber absichern.
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