
Mindfactory: Was Heises Einstieg in den Hardwarehandel bedeutet
Mindfactory gehört seit 2025 zur Heise-Gruppe. Der Deal verbindet Medien und Hardwarehandel. Was für IT-Einkäufer zählt.
Micron erwartet stärkere Engpässe bei DRAM und NAND bis 2028. Was das für Hardwarebudgets bedeutet.

Micron erwartet, dass sich die Speicherkrise 2027 und 2028 weiter verschärft. Für Unternehmen bedeutet der Ausblick: Eine schnelle Entlastung bei der Beschaffung von Arbeitsspeicher und SSDs ist derzeit nicht absehbar.
Der Speicherhersteller veröffentlichte seine Einschätzung am 30. September zu den Geschäftszahlen 2026. Nach Unternehmensangaben hat sich die Nachfrage seit der vorherigen Quartalskonferenz nochmals verstärkt. Sowohl bei DRAM als auch bei NAND soll das Angebot in den kommenden beiden Jahren knapp bleiben. Wann der Markt wieder ein Gleichgewicht erreicht, lässt Micron offen.
DRAM bildet die Grundlage für Arbeitsspeicher, NAND für Flash-Speicher wie SSDs. Damit betrifft die Entwicklung zentrale Komponenten von Servern, Arbeitsplatzrechnern und Storage-Systemen. Den Zusammenhang zwischen Speichernachfrage und steigenden Infrastrukturkosten beleuchtet auch unser Beitrag zu Kosten der KI-Infrastruktur.
Die Knappheit schlägt sich bereits in Microns Verkaufspreisen nieder. Im vierten Geschäftsquartal stiegen die DRAM-Preise gegenüber dem Vorquartal im hohen Zehnerprozentbereich. Bei NAND betrug der Anstieg rund 30 Prozent. Das sind Angaben zum Geschäft des Herstellers. Sie beschreiben keine einheitliche Preissteigerung für RAM-Module oder SSDs im Handel.
Micron meldete für das Quartal einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es 11,32 Milliarden US-Dollar. Der Hersteller kündigte zugleich höhere Investitionen in Technologie, Produkte und Fertigung an.
Micron nennt größere KI-Modelle, längere Kontextfenster und mehr gleichzeitig ausgeführte Anwendungen als Nachfragetreiber. Sie erhöhen den Bedarf an Speicher und Speicherkapazität in Rechenzentren. Für den überwiegenden Teil seiner HBM-Produktion im Kalenderjahr 2027 hat Micron bereits Vereinbarungen abgeschlossen, mit deutlich höheren Preisen als im Vorjahr. HBM ist besonders leistungsfähiger Arbeitsspeicher für KI-Beschleuniger.
Der Ausbau betrifft damit die gesamte Hardwarebasis für KI-Anwendungen. Neben Beschleunigern benötigen Betreiber Server, Arbeitsspeicher, SSDs und Netzwerke. Weitere Hintergründe liefert unser Überblick zum KI-Boom in Rechenzentren.
Langfristig sieht Micron zusätzliche Nachfrage durch autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter. Das Unternehmen erwartet für Roboter einen ähnlich hohen Speicherbedarf wie für autonome Fahrzeuge. Diese Einschätzung ist ein Ausblick auf einen entstehenden Markt und keine belegte Absatzentwicklung.
Micron baut seine Fertigung an mehreren Standorten aus. Erste zusätzliche Kapazitäten sollen 2027 anlaufen, weitere 2028. Die Produktion neuer Fabriken erreicht nach Unternehmensangaben jedoch erst einige Quartale nach dem Start relevante Mengen. Mehr Kapazität bedeutet deshalb keine sofortige Entspannung.
Auch die Verschiebung von Produktionskapazitäten beeinflusst das Angebot. Ars Technica berichtet, dass Hersteller Speicher für KI und Server priorisieren. Dadurch stehen weniger Kapazitäten für Speicher in Endgeräten zur Verfügung. Die Auswirkungen reichen somit über spezialisierte KI-Systeme hinaus.
Für IT-Verantwortliche ergibt sich daraus eine Planungsfrage: Wie belastbar sind Budgets und Liefertermine für anstehende Hardwareprojekte? Wer Server erweitert, Storage erneuert oder Arbeitsplätze ausstattet, sollte Preis und Verfügbarkeit der benötigten Konfiguration gemeinsam prüfen.
Aus dem Herstellerbericht folgt keine pauschale Aufforderung zum sofortigen Einkauf. Sinnvoll ist jedoch, Angebote hinsichtlich ihrer Gültigkeit, zugesagter Liefertermine und möglicher Ersatzkonfigurationen zu vergleichen. Bei größeren Projekten können Änderungen der Speicherbestückung Kosten und Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Ebenso wenig lässt sich aus Microns Preisentwicklung eine entsprechende Erhöhung von Cloud-Tarifen ableiten. Anbieter kalkulieren mit unterschiedlichen Verträgen, Hardwarebeständen und Kostenstrukturen. Für eigene Beschaffungsentscheidungen bleiben konkrete Angebote aussagekräftiger als allgemeine Marktprognosen.
Die Speicherkrise bleibt damit ein Faktor für die Infrastrukturplanung. Microns Ausblick spricht dafür, eine baldige Rückkehr zu günstigeren Preisen nicht als feste Budgetannahme zu behandeln.
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