AWS ECS Gateway: Weniger Netzwerkaufwand für Container
Bis zu 25 Dienste je Load Balancer, ohne zusätzliche Gateway-Gebühr.
AWS Continuum prüft Code mit KI, bewertet Sicherheitslücken und schlägt Fixes vor. Was bei Freigaben und Kosten gilt.

Amazon Web Services (AWS) hat seinen Sicherheitsdienst AWS Continuum for Code Vulnerabilities am 22. Oktober 2026 allgemein verfügbar gemacht. Die KI-gestützte Software erkennt Schwachstellen im Quellcode, überprüft deren Ausnutzbarkeit und erstellt passende Korrekturvorschläge. Der Dienst startet zunächst in zwei US-Regionen. Entwickler behalten die Kontrolle über die Freigabe vorgeschlagener Änderungen.
AWS will damit die Sicherheitsprüfung von Anwendungen stärker automatisieren. Statt ausschließlich technische Schwachstellen zu melden, berücksichtigt Continuum auch den Anwendungskontext und die möglichen Auswirkungen eines Angriffs.
Herkömmliche Schwachstellenscanner liefern häufig umfangreiche Ergebnislisten. Allerdings bedeutet eine erkannte Schwachstelle nicht automatisch, dass Angreifer sie tatsächlich ausnutzen können.
AWS Continuum kombiniert deshalb Informationen aus Quellcode-Repositories mit Daten zur eingesetzten Cloudinfrastruktur. Dazu gehören Netzwerkverbindungen, Ressourcenabhängigkeiten und Zugriffsberechtigungen. Als Codequellen nennt AWS GitHub-Repositories und Amazon S3. Die Daten sammelt ein Collector in dem Konto und der Region, in der der Code läuft.
Aus diesen Informationen erstellt der Dienst ein Kontextmodell. Es soll zeigen, welche Schwachstellen erreichbar sind und welche geschäftskritischen Systeme durch einen Angriff gefährdet wären.
Jeder Befund erhält eine Beleggüte, etwa „Static proven“ für ein Ergebnis aus der statischen Analyse des betroffenen Codepfads. Soweit sich ein Angriff nachstellen lässt, führt Continuum ihn in einer isolierten Sandbox aus und liefert Proof-of-Concept-Code samt Reproduktionsschritten. Die Ergebnisse umfassen außerdem den Angriffspfad, eine Bewertung der möglichen Auswirkungen und die Prüfung, ob vorhandene Schutzmaßnahmen den Pfad erkennen oder stoppen würden.
Für bestätigte Schwachstellen erstellt AWS Continuum konkrete Korrekturvorschläge. Dazu zählen Änderungen am Quellcode, Aktualisierungen von Softwareabhängigkeiten oder Anpassungen an Konfigurationen.
Die Vorschläge landen als Pull Requests im verbundenen Repository. Der Pull Request enthält zusätzlich die Risikobewertung und den geführten Nachweis.
Die endgültige Freigabe bleibt bei den Entwicklern. Jeder Pull Request muss geprüft und zusammengeführt werden, bevor die Änderung produktiv wirkt.
Einen stärker autonomen Betriebsmodus hat AWS angekündigt, verfügbar ist er noch nicht. Unternehmen sollen später festlegen können, welche Aktionen Continuum eigenständig ausführen darf. Als Bedingungen nennt AWS unter anderem Testabdeckung, abgegrenzte Änderungsbereiche und die bisherige Erfolgsquote.
Das Verfahren kann bestehende Prüfprozesse ergänzen. Es ersetzt weder Code-Reviews noch Anwendungstests oder die Verantwortung für sichere Software.
Obwohl der Dienst allgemein verfügbar ist, beschränkt AWS den Start zunächst auf die Regionen US East (N. Virginia) und US West (Oregon).
Eine Bereitstellung in europäischen AWS-Regionen hat AWS in der Ankündigung nicht bestätigt.
Für Unternehmen in Deutschland ist diese Einschränkung besonders relevant. Vor einer Nutzung müssen sie prüfen, welche Anforderungen an die Verarbeitung sensibler Quellcodes und Infrastrukturinformationen bestehen.
AWS verwendet ein nutzungsabhängiges Preismodell aus zwei Bestandteilen. Die erste Komponente richtet sich nach der Menge des geschützten Codes und wird monatlich je Million Codezeilen berechnet.
| Geschützte Codezeilen pro Monat | Preis je 1 Mio. Zeilen |
|---|---|
| Erste 10 Millionen | 200 US-Dollar |
| Nächste 90 Millionen | 180 US-Dollar |
| Über 100 Millionen bis 1 Milliarde | 160 US-Dollar |
| Über 1 Milliarde bis 10 Milliarden | 130 US-Dollar |
| Über 10 Milliarden | 100 US-Dollar |
Die zweite Komponente ist die KI-gestützte Sicherheitsanalyse. AWS berechnet dafür zehn US-Dollar je Continuum Inference Unit (CIU). In den Rechenbeispielen von AWS verbraucht eine Schwachstelle ein bis zwei CIU. Der tatsächliche Verbrauch hängt vom Aufwand der jeweiligen Analyse ab.
Die Gesamtkosten ergeben sich damit aus Codebasis und Analyseumfang. Eine pauschale monatliche Summe lässt sich daraus nicht ableiten.
AWS Continuum kann Entwicklungsteams helfen, Sicherheitsrisiken gezielter zu priorisieren und Korrekturen vorzubereiten. Besonders bei umfangreichen Anwendungen dürfte die Bewertung tatsächlich ausnutzbarer Schwachstellen relevant sein.
Auch bei Risiken KI-generierten Codes bleibt eine nachvollziehbare Sicherheitsprüfung notwendig.
Unternehmen sollten vor dem Einsatz insbesondere Datenzugriffe, regionale Verfügbarkeit, Freigabeprozesse und laufende Kosten berücksichtigen.
AWS Continuum erweitert damit die Möglichkeiten der automatisierten Anwendungssicherheit. Die Verantwortung für die Bewertung und sichere Bereitstellung von Codeänderungen bleibt weiterhin bei den Entwicklungsteams.
Quellen:
AWS News Blog, AWS Continuum for code vulnerabilities is now generally available, 22.10.2026
AWS What’s New, Verfügbarkeitsankündigung, 22.10.2026
AWS, Continuum Pricing, abgerufen am 26.10.2026
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