Samsung macht aus Foldables drei Geräteklassen

Samsung segmentiert seine neuen Galaxy-Foldables stärker und rückt Ergonomie, Einsatzszenarien und B2B-Nutzen in den Fokus.

Samsung zeigt neue Galaxy-Foldables und Smartwatches in einer futuristischen, blau beleuchteten Produktinszenierung.

Samsung stellt bei seiner neuen Galaxy-Z-Generation nicht allein Prozessoren, Kameras und KI-Funktionen in den Vordergrund. Der Hersteller nutzt vor allem das Gerätedesign, um sein Foldable-Portfolio stärker nach Nutzungsszenarien aufzuteilen. Für Unternehmen schafft das mehr Auswahl – erhöht aber auch den Aufwand bei Beschaffung, Standardisierung und Support.

Beim Galaxy Unpacked am 22. Juli 2026 hat Samsung drei faltbare Smartphones sowie die Galaxy Watch Ultra2 und Galaxy Watch9 vorgestellt. In einem nachträglich veröffentlichten Interview erläutert Hubert Lee, Leiter des Designteams der Mobile-eXperience-Sparte, die gemeinsame Leitidee der Geräte: mehr Komfort im täglichen Einsatz.

Drei Foldables für unterschiedliche Anforderungen

Die wichtigste Veränderung ist die Aufteilung der Galaxy-Z-Serie in drei deutlich voneinander abgegrenzte Modelle. Das Galaxy Z Fold8 Ultra bildet die leistungsorientierte Spitze. Das Galaxy Z Fold8 setzt auf einen kompakteren, breiteren Formfaktor, während das Galaxy Z Flip8 schnelle Interaktionen über das Außendisplay und eine möglichst hohe Portabilität bieten soll.

Damit behandelt Samsung Foldables nicht mehr als eine weitgehend einheitliche Premiumkategorie. Stattdessen soll jedes Modell einen bestimmten Nutzungsschwerpunkt abdecken: produktives Multitasking beim Fold8 Ultra, Medienkonsum und Lesen beim Fold8 sowie mobile Kommunikation und Content-Erstellung beim Flip8.

Besonders deutlich wird der neue Ansatz beim Galaxy Z Fold8. Sein 5,5 Zoll großes Außendisplay besitzt ein Seitenverhältnis von 16:10. Aufgeklappt steht ein 7,6-Zoll-Display im 4:3-Format zur Verfügung. Das Gerät wiegt 201 Gramm und ist damit leichter als das größere Ultra-Modell. Das breitere Gehäuse soll einhändige Bedienung erleichtern und Inhalte wie Webseiten, E-Books oder Videos besser darstellen.

Fold8 Ultra bleibt das Produktivitätsmodell

Das Galaxy Z Fold8 Ultra bleibt näher am bekannten Aufbau der bisherigen Fold-Geräte. Samsung reduziert die Dicke im aufgeklappten Zustand auf 4,1 Millimeter und das Gewicht auf 215 Gramm. Das Hauptdisplay misst acht Zoll. Hinzu kommen eine 200-Megapixel-Hauptkamera, ein 5.000-mAh-Akku und kabelgebundenes Laden mit bis zu 45 Watt.

Erste unabhängige Eindrücke bestätigen vor allem Verbesserungen am faltbaren Display. The Verge beschreibt die Falz in der Bildschirmmitte als kaum noch wahrnehmbar. Gleichzeitig bleibt die äußere Form des Ultra-Modells dem Vorgänger grundsätzlich ähnlich. Die Weiterentwicklung liegt damit eher in Displaytechnik, Ergonomie und interner Hardware als in einem vollständig neuen Gerätekonzept.

Samsungs Begriffe wie „Emotive Geometry“ oder „Emotive Slim“ sind dabei vor allem Teil der eigenen Designsprache. Sie beschreiben den Anspruch, technische Geräte nicht nur funktional, sondern auch angenehm und intuitiv wirken zu lassen. Messbare Standards oder unabhängig überprüfbare Produkteigenschaften sind damit nicht verbunden.

Komfort wird auch bei den Smartwatches wichtiger

Bei Galaxy Watch Ultra2 und Watch9 verfolgt Samsung einen ähnlichen Ansatz. Gehäuse und Armbänder wurden überarbeitet, um die Geräte trotz größerer Akkus über längere Zeit tragen zu können. Das ist besonders relevant, weil Gesundheits- und Schlafdaten nur bei möglichst kontinuierlicher Nutzung vollständig erfasst werden können.

Die Galaxy Watch Ultra2 besitzt einen 800-mAh-Akku und ist laut Samsung zwölf Prozent dünner als ihr Vorgänger. Das Armband wurde leichter und mit einer neuen Luftkammerstruktur versehen. Die Watch9 verwendet ein schlankeres Aluminiumgehäuse und wird in Größen von 40 und 44 Millimetern angeboten.

Samsung gibt an, Passform und Tragekomfort mithilfe von mehr als 100 Millionen Handgelenk-Datensätzen und 10.000 Simulationen überprüft zu haben. Details zur Zusammensetzung der Daten oder zur Validierung der Ergebnisse veröffentlicht das Unternehmen im Designinterview allerdings nicht. Die Aussage lässt sich daher nicht unabhängig bewerten.

Ein erster Praxistest von TechRadar bestätigt, dass die Watch Ultra2 gegenüber dem Vorgänger angenehmer sitzt und bei Bewegung stabiler am Handgelenk bleibt. Trotz des schlankeren Gehäuses wird die Uhr jedoch weiterhin als groß und für schmale Handgelenke nur eingeschränkt geeignet beschrieben.

Mehr Auswahl bedeutet mehr Prüfaufwand

Für IT-Verantwortliche ist weniger die neue Designsprache entscheidend als die stärkere Differenzierung des Portfolios. Ein Fold8 Ultra kann für mobile Wissensarbeiter interessant sein, die regelmäßig mehrere Anwendungen parallel nutzen. Das kompaktere Fold8 könnte eher für Beschäftigte infrage kommen, die Mobilität mit einer größeren Lese- und Arbeitsfläche verbinden wollen.

Die zusätzliche Auswahl erschwert jedoch eine einheitliche Gerätepolitik. Unterschiedliche Displayformate, Kameras, Akkus und Gehäusegrößen müssen in Beschaffungsrichtlinien, Zubehörkonzepte und Supportprozesse einbezogen werden. Unternehmen sollten zudem prüfen, wie interne Anwendungen auf den verschiedenen Bildschirmformaten dargestellt werden und ob alle benötigten Funktionen im eingesetzten Enterprise-Mobility-Management verfügbar sind.

Auch Ergonomie sollte nicht isoliert betrachtet werden. Geringeres Gewicht und besser greifbare Gehäuse können die Akzeptanz im Arbeitsalltag erhöhen. Für eine Flottenentscheidung bleiben aber Lebenszyklus, Reparierbarkeit, Softwareversorgung, Datenschutz, Managementfunktionen und Gesamtkosten wichtiger als einzelne Designverbesserungen.

Fazit

Samsung nutzt die achte Generation seiner Foldables, um aus einer Produktkategorie mehrere klarer positionierte Geräteklassen zu machen. Das neue Fold8 steht dabei für den deutlichsten Formfaktorwechsel, während das Fold8 Ultra das bestehende Produktivitätskonzept technisch weiterentwickelt.

Für Unternehmen eröffnet die größere Auswahl neue Einsatzmöglichkeiten. Sie macht eine strukturierte Bewertung jedoch umso wichtiger: Entscheidend ist nicht, welches Gerät technisch am meisten bietet, sondern welcher Formfaktor zu Anwendungen, Arbeitsabläufen und Supportmodell des Unternehmens passt.

Weiterführende Artikel

News
29 Sep. 2026 2 Min. Lesezeit

GPT-6.1 Astra: OpenAI stoppt Veröffentlichung

GPT-6.1 Astra kommt vorerst nicht: OpenAI stoppt die Veröffentlichung nach Tests zu Berechtigungen und Transparenz.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
29 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

One UI 9: Diese Galaxy-Geräte haben das Update schon

Für ältere Modelle fehlen Termine. Was Samsung bestätigt und IT-Teams prüfen.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
28 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

Citrix NetScaler: Zwei kritische Lücken werden ausgenutzt

Betroffene Versionen, Updates und Hinweise zur Prüfung auf Kompromittierung.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
28 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

O2 und 1&1: Telefónica-Chef will nur drei Mobilfunknetze

Der Telefónica-Chef stellt vier Netze infrage. Eine Fusion ist nicht bestätigt. Was hinter der Debatte steckt.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
28 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

Azure-Abschaltungen: Diese Dienste enden jetzt

Welche Dienste betroffen sind und was Unternehmen vor den Stichtagen prüfen sollten.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
25 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

ADFGVX-Funkspruch: KI entschlüsselt Nachricht von 1918

Was belegt ist, warum der Schlüssel Fragen aufwirft und was offenbleibt.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
24 Sep. 2026 3 Min. Lesezeit

Googlebook: Neue KI-Laptops starten im Oktober in Deutschland

Google nennt Preis und Gemini-Funktionen. Für Unternehmen bleiben Fragen offen.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
24 Sep. 2026 4 Min. Lesezeit

Linux-Sicherheitslücken: Angriffe auf Kernel-Lücken

Was Unternehmen zu drei Kernel-CVEs und verfügbaren Updates wissen müssen.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
23 Sep. 2026 3 Min. Lesezeit

Alibaba Cloud baut Rechenzentren in Deutschland aus

Eine Cloud-Regionen in Europa soll eröffnet werden. Die Pläne im Überblick.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →
News
23 Sep. 2026 3 Min. Lesezeit

CVE-2026-93616: Check Point meldet aktive Angriffe

CVE-2026-93616 trifft Check Point Management. Der Hersteller bestätigt Angriffe und empfiehlt Hotfixes und Log-Prüfung.

IT-Dock Redaktion Jetzt lesen →

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden.

Back to top