Dokumentenscanner | Vergleich, GoBD & Kaufberatung
Ein Dokumentenscanner ist schnell gekauft. Schwieriger ist die Frage davor: Welches Papierproblem soll das Gerät lösen?
Parallels vs. Citrix im Vergleich: Parallels RAS und Citrix DaaS bei Architektur, Lizenzen, Kosten und Eignung. So finden Sie die passende Lösung.

Bei der Desktop- und Anwendungsvirtualisierung laufen Programme und komplette Arbeitsplätze nicht mehr lokal auf dem Endgerät. Sie werden zentral im Rechenzentrum oder in der Cloud bereitgestellt. Nutzer greifen von verschiedenen Geräten aus per Fernzugriff darauf zu. Citrix DaaS und Parallels RAS sind zwei Plattformen, die dies ermöglichen. Der Begriff VDI (Virtual Desktop Infrastructure) beschreibt speziell die Bereitstellung ganzer virtueller Desktops. Bei der reinen Anwendungsvirtualisierung werden nur einzelne Programme veröffentlicht.
Wer Citrix und Parallels gegenüberstellt, vergleicht zwei Virtualisierungsplattformen mit demselben Ziel, aber unterschiedlicher Philosophie. Citrix DaaS, der cloudverwaltete Dienst von Citrix, ist ein modularer Baukasten für große und komplexe Umgebungen. Parallels RAS setzt auf das Gegenteil: eine integrierte Komplettlösung, die den Funktionsumfang bewusst bündelt statt ihn über viele Zusatzkomponenten zu verteilen.
Der praktische Unterschied zeigt sich in der Verwaltung. Bei Parallels RAS steuern Administratoren nahezu alles über eine einzige Verwaltungskonsole, inklusive Lastausgleich, Reporting und Multi-Cloud-Anbindung. Citrix verteilt diese Aufgaben auf mehrere Bausteine wie NetScaler für Lastausgleich und Gateway oder Citrix Director für das Monitoring. Das erhöht die Flexibilität, aber auch den Einarbeitungs- und Pflegeaufwand.
Für eine erste Orientierung genügt der Blick auf die Kernunterschiede:
| Kriterium | Parallels RAS | Citrix DaaS |
|---|---|---|
| Ansatz | integrierte Komplettlösung | modularer Baukasten |
| Verwaltung | eine zentrale Konsole | mehrere Komponenten |
| Lizenzmodell | Einzellizenz, gebündelt | Universal Licensing, gestaffelt |
| Typische Zielgruppe | Mittelstand, Systemhaus-Kunden | Großunternehmen, komplexe Umgebungen |
| Preisniveau | niedriger | höher |
| Stärke | Einfachheit, Kosten | Funktionstiefe, Performance |
Die Nachfrage nach einem Vergleich von Citrix und Parallels hat einen konkreten Auslöser: den Eigentümerwechsel bei Citrix. Anfang 2022 wurde das Unternehmen von den Investoren Vista Equity Partners und Evergreen Coast Capital, einem Elliott-Ableger, für rund 16,5 Milliarden US-Dollar übernommen und von der Börse genommen. Anschließend verschmolz Citrix mit dem Software-Anbieter TIBCO zur neuen Muttergesellschaft Cloud Software Group.
Für Bestandskunden folgten daraus spürbare Veränderungen. Citrix stellte seine Lizenzierung schrittweise auf ein konsolidiertes Modell um und passte die Preisstruktur an. Viele IT-Abteilungen berichten seither von steigenden Kosten und veränderten Vertragskonditionen. Genau das treibt die Suche nach einer Citrix-Alternative an, und Parallels RAS positioniert sich offensiv als eben diese.
Für die Bewertung heißt das: Der Eigentümerwechsel ist ein realer Anlass, die eigene Virtualisierungsplattform zu prüfen. Es ist aber kein Argument gegen die Technik selbst. Wer wechselt, sollte die Entscheidung an Funktion, Kosten und Eignung festmachen, nicht allein an der Verstimmung über neue Lizenzbedingungen.
Citrix gehört seit 2022 zur Cloud Software Group und gilt als Pionier der Anwendungs- und Desktop-Virtualisierung. Der cloudverwaltete Dienst heißt heute Citrix DaaS, früher Citrix Virtual Apps and Desktops service. Die On-Premises-Variante wird weiterhin als Citrix Virtual Apps and Desktops angeboten. Die Plattform ist tief im Enterprise-Segment verankert und für sehr große, geografisch verteilte Umgebungen ausgelegt.
Parallels RAS steht für Remote Application Server und gehört zum Anbieter Alludo, dem früheren Corel-Konzern. Das Produkt bündelt Anwendungsvirtualisierung, VDI und Remote-Zugriff in einer Lösung mit einer Lizenz. Historisch ging Parallels RAS aus der Software 2X hervor, weshalb in älteren Quellen noch der Name Parallels 2X auftaucht.
Ein häufiges Missverständnis: Im Suchbegriff Parallels vs Citrix ist Parallels RAS gemeint, nicht Parallels Desktop. Parallels Desktop ist eine reine Virtualisierungssoftware, um Windows auf einem Mac auszuführen. Für die Bereitstellung von Anwendungen und Desktops im Unternehmen ist ausschließlich Parallels RAS relevant. Diese Unterscheidung sollte am Anfang jeder Recherche stehen, um die richtige Lösung zu vergleichen.
Anbieter von Alternativen führen meist drei Kritikpunkte gegen Citrix ins Feld. Ein neutraler Blick zeigt, wo diese zutreffen und wo sie zu kurz greifen.
Beide Plattformen liefern Anwendungen und Desktops aus dem Rechenzentrum oder der Cloud an das Endgerät. Die veröffentlichten Anwendungen laufen serverseitig, der Nutzer sieht nur das Bild und bedient sie per Fernzugriff. Neben veröffentlichten Anwendungen bieten beide auch vollwertige virtuelle Desktops über VDI an.
Der Unterschied liegt im Aufbau. Parallels RAS integriert Lastausgleich, Gateway, Reporting und Cloud-Anbindung fest in die Plattform. Administratoren richten diese Funktionen aus einer Verwaltungskonsole ein. Citrix trennt diese Aufgaben in eigenständige Bausteine, etwa NetScaler für Lastausgleich und sicheren Zugriff oder Citrix Director für Überwachung und Analyse. Das erlaubt sehr feine Steuerung, verlangt aber mehr Know-how bei Einrichtung und Betrieb.
Bei der Performance gilt Citrix mit seinem HDX-Protokoll als Referenz, besonders bei grafikintensiven Anwendungen, schlechten Netzverbindungen und multimedialen Inhalten. Parallels RAS setzt auf RDP-basierte Übertragung mit eigenen Optimierungen und deckt die Anforderungen typischer Büroanwendungen zuverlässig ab. Für CAD, 3D oder Video hat Citrix in der Regel die Nase vorn.
In puncto Cloud und Hybrid unterstützen beide Plattformen On-Premises, Hybrid und Multi-Cloud. Parallels RAS integriert dabei die Steuerungsebene von Microsoft Azure Virtual Desktop direkt, was hybride Azure-Szenarien vereinfacht. Citrix bietet über sein Cloud-Angebot ebenfalls tiefe Azure- und Multi-Cloud-Anbindung, meist mit größerem Konfigurationsspielraum.
Die folgende Übersicht stellt die zentralen Funktionsbereiche gegenüber. Wichtig für eine faire Einordnung: Die Spalte Citrix wirkt aufwendiger, weil die Plattform mehr Bausteine mitbringt. Genau darin liegt bei komplexen Anforderungen auch ihre Stärke.
| Funktion | Parallels RAS | Citrix DaaS |
|---|---|---|
| Anwendungen und Desktops veröffentlichen | integriert | integriert |
| Lastausgleich | integriert | über NetScaler |
| Sicheres Gateway | integriert | über NetScaler Gateway |
| Monitoring und Analyse | integriert | über Citrix Director |
| Universelles Drucken | integriert | über Universal Print Server |
| Session Shadowing | integriert | verfügbar |
| Verwaltung | eine Konsole | mehrere Komponenten |
| Lizenzmodell | Einzellizenz | Universal Licensing |
| Cloud und Hybrid | On-Prem, Hybrid, Multi-Cloud, AVD-Integration | On-Prem, Hybrid, Multi-Cloud |
| Performance-Protokoll | RDP-basiert, optimiert | HDX, sehr leistungsstark |
| Einrichtungsaufwand | gering | höher |
| Funktionstiefe | fokussiert | sehr breit |
Der Kostenvergleich ist für die meisten Unternehmen das entscheidende Kriterium. Parallels RAS arbeitet mit einem einfachen Einzellizenz-Modell, das den vollen Funktionsumfang enthält. Es gibt keine gestaffelten Editionen, bei denen wichtige Funktionen erst in teureren Paketen freigeschaltet werden. Das macht die Kosten planbar und in kleinen bis mittleren Umgebungen meist günstiger.
Citrix nutzt seit der Umstellung ein konsolidiertes Lizenzmodell unter dem Namen Universal Licensing. Es bietet mehr Flexibilität bei der Verteilung von Lizenzen über verschiedene Bereitstellungsarten, wird von Bestandskunden aber häufig als teurer und komplexer wahrgenommen. Der Funktionsumfang ist dafür breiter, was sich bei entsprechendem Bedarf rechnet.
Für die Total Cost of Ownership zählen nicht nur Lizenzkosten. Personalaufwand für Einrichtung und Betrieb, Schulung und der Bedarf an Zusatzkomponenten fließen ein. Hier liegt Parallels RAS durch die integrierte Architektur und die einzelne Konsole oft vorn. Citrix kann seine höheren Kosten rechtfertigen, wenn ein Unternehmen die Funktionstiefe und Skalierbarkeit tatsächlich ausschöpft.
Beim Thema Sicherheit sind beide Plattformen auf Unternehmensniveau. Sie unterstützen Mehr-Faktor-Authentifizierung, granulare Zugriffskontrolle und die Absicherung des Fernzugriffs. Da Anwendungen und Daten zentral im Rechenzentrum oder in der Cloud verbleiben und nicht auf dem Endgerät, sinkt das Risiko von Datenverlust bei verlorenen oder kompromittierten Geräten.
Für den Betrieb in der EU ist die DSGVO-Konformität entscheidend. Beide Lösungen lassen sich datenschutzkonform betreiben, sofern der Datenstandort und die Vertragsgestaltung stimmen. Bei cloudbasierten Varianten sollten Unternehmen den Speicherort der Daten und die Rolle des Anbieters vertraglich klären.
Bei den unterstützten Endgeräten sind beide breit aufgestellt. Nutzer greifen von Windows, macOS, Linux, iOS, Android und ChromeOS zu, dazu kommt der Zugriff über HTML5 im Browser ohne Client-Installation. Diese Geräteunabhängigkeit ist eine der Kernstärken beider Plattformen und ein zentrales Argument für virtualisierte Arbeitsplätze.

Ein Wechsel von Citrix zu Parallels RAS ist machbar, aber kein reiner Konfigurationswechsel. Parallels stellt Werkzeuge bereit, die den Umzug bestehender Citrix-Umgebungen unterstützen, etwa für die Übernahme veröffentlichter Anwendungen. Der eigentliche Aufwand liegt in Planung, Test und der Schulung des IT-Teams auf die neue Verwaltungskonsole.
Vor einer Migration sollten Unternehmen prüfen, welche Citrix-Funktionen tatsächlich genutzt werden und ob Parallels RAS diese abdeckt. In den meisten Standardszenarien ist das der Fall. Bei sehr spezifischen Anforderungen, etwa an Performance-Protokolle oder tiefe Integrationen, lohnt sich ein Proof of Concept, bevor die Entscheidung fällt. Ein neutraler IT-Dienstleister kann diese Bewertung objektiv begleiten.
Der Markt für Anwendungs- und Desktop-Virtualisierung umfasst weitere ernstzunehmende Plattformen. Microsoft Azure Virtual Desktop und Windows 365 bieten VDI und Cloud-PCs direkt aus der Microsoft-Cloud und sind besonders für Microsoft-zentrierte Umgebungen interessant. Omnissa Horizon, der frühere VMware Horizon, ist nach dem Verkauf der VMware-Sparte an KKR eigenständig und deckt vor allem klassische VDI-Szenarien ab.
Wer den Markt breiter sondieren möchte, findet in einem eigenen Ratgeber zu Citrix-Alternativen eine Übersicht über die relevanten Optionen und ihre Einsatzfelder.
Die Frage Parallels vs Citrix hat keine pauschale Antwort, wohl aber eine klare Logik. Parallels RAS ist die kosteneffiziente, einfach zu verwaltende Lösung für den Mittelstand und für Umgebungen, in denen Schlankheit zählt. Citrix bleibt die Plattform der Wahl für große, komplexe und performancekritische Umgebungen, in denen Funktionstiefe und Skalierbarkeit den höheren Preis rechtfertigen.
Der Eigentümerwechsel bei Citrix ist ein berechtigter Anlass, die eigene Virtualisierungsplattform zu überprüfen. Die Entscheidung sollte aber an den tatsächlichen Anforderungen ausgerichtet sein, nicht allein an der Preisentwicklung. Wer beide Lösungen anhand von Größe, Umgebung, Budget und Performance-Bedarf abwägt, trifft eine tragfähige Wahl. Für eine neutrale Einschätzung und den Vergleich passender Anbieter hilft ein unabhängiger IT-Dienstleister aus dem Verzeichnis von it-dock.
Citrix DaaS ist eine modulare Enterprise-Plattform für die Anwendungs- und Desktop-Virtualisierung. Parallels RAS ist eine integrierte Komplettlösung mit einer Verwaltungskonsole und einfacherem Lizenzmodell. Citrix bietet mehr Funktionstiefe, Parallels punktet mit Einfachheit und Kosten.
Für kleine bis mittlere Umgebungen ist Parallels RAS in der Regel eine sehr gute Alternative, weil es günstiger und einfacher zu betreiben ist. Bei sehr großen oder komplexen Umgebungen sollten die spezifischen Citrix-Funktionen im Einzelfall gegengeprüft werden.
Parallels RAS nutzt ein Einzellizenz-Modell mit vollem Funktionsumfang und ist meist günstiger. Citrix arbeitet mit einem gestaffelten Universal-Licensing-Modell, das mehr Flexibilität, aber häufig höhere Kosten bedeutet.
Parallels RAS ist eine Server-Lösung zur Bereitstellung von Anwendungen und Desktops im Unternehmen. Parallels Desktop ist eine Software, um Windows auf einem Mac auszuführen. Für den Citrix-Vergleich ist ausschließlich Parallels RAS relevant.
Die Migration ist mit Planung, Test und Schulung verbunden, wird aber durch Werkzeuge von Parallels unterstützt. In Standardszenarien ist der Umzug gut machbar, bei speziellen Anforderungen empfiehlt sich ein vorheriger Proof of Concept.
Ja, beide Plattformen lassen sich datenschutzkonform betreiben, sofern Datenstandort und Vertragsgestaltung stimmen. Bei Cloud-Varianten sollte der Speicherort der Daten vertraglich geklärt werden.
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