Dokumentenscanner | Vergleich, GoBD & Kaufberatung
Ein Dokumentenscanner ist schnell gekauft. Schwieriger ist die Frage davor: Welches Papierproblem soll das Gerät lösen?
Mit Blick auf 2026 hat sich das Blatt endgültig gewendet: Das papierlose Büro ist durch E-Rechnungspflicht, PDF-Dokus und KI zur neuen Normalität im deutschen Mittelstand geworden.

Es ist eine der hartnäckigsten Visionen der modernen Arbeitswelt: Ein Schreibtisch, auf dem nichts als ein Laptop und eine Tasse Kaffee stehen. Keine Aktenberge, keine Post-its, keine Zettelwirtschaft, keine bunten, hoch gestapelten Ablagen im Hintergrund. Doch über Jahrzehnte blieb das „papierlose Büro“ ein Versprechen, das in der Realität oft an der nächsten Eingangsrechnung oder einem hartnäckigen Behördenformular scheiterte.
Mit Blick auf unser aktuelles Jahr 2026 hat sich das Blatt endgültig gewendet: Was einst als ökologisches Ideal begann, ist heute eine technologische Notwendigkeit und durch die E-Rechnungspflicht, PDF-Dokus sowie den massiven Einsatz künstlicher Intelligenz zur neuen Normalität im deutschen Mittelstand geworden.
Für Geschäftsführer, Office Manager und IT-Verantwortliche ist die Umstellung auf papierlose Prozesse längst kein reines IT-Projekt mehr. Es ist eine kulturelle, gesamtheitliche Transformation, die Effizienz völlig neu definiert. Wer heute noch auf Papier setzt, verwaltet nicht nur Dokumente, sondern auch massive Zeitverluste und vermeidbare Sicherheitsrisiken.
In diesem Leitfaden betrachten wir den Weg von der Zettelwirtschaft zur digitalen Exzellenz — sachlich, praxisnah und mit einem ehrlichen Blick auf die Stolpersteine.
Um zu verstehen, warum das papierlose Arbeiten gerade jetzt seinen endgültigen Durchbruch erlebt, muss man den Blick auf die regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen richten. Lange Zeit war das „papierarme Büro“ der Kompromiss der Wahl: Man scannte zwar einiges, druckte aber zur Sicherheit doch noch einmal aus — man kennt es. Dieser hybride Zustand war jedoch oft ineffizienter als ein rein analoges System, da Informationen an zwei Orten gleichzeitig gepflegt werden mussten. Ein Albtraum für Revisionssicherheit und Datenkonsistenz.
Seit dem 1. Januar 2025 — also heute bereits gelebte Realität, keine Zukunftsvision — gilt im B2B-Bereich die Pflicht zum Empfang und zur Verarbeitung elektronischer Rechnungen. Ein Unternehmen, das heute noch Rechnungen in Papierform fordert oder diese nach Erhalt erst einmal ausdruckt, um sie physisch abzuzeichnen, handelt nicht nur altmodisch, sondern arbeitet aktiv gegen die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff).
Hinzu kommt der Wandel der Arbeitswelt. In Zeiten von Hybrid- und Remote Work ist der physische Aktenordner zum größten Feind der Zusammenarbeit geworden. Wenn Informationen in einem grauen Ordnerrücken im Regal eines verwaisten Büros hängen bleiben, steht der Betrieb still. Digitalisierung bedeutet hier schlichtweg Demokratisierung von Wissen: Jeder autorisierte Mitarbeiter hat jederzeit und von jedem Ort Zugriff auf die benötigten Daten. Das papierlose Büro ist damit das Fundament für die Resilienz und Funktionalität moderner Unternehmen.
In der fachlichen Debatte ist es wichtig, Missverständnisse frühzeitig auszuräumen. Ein absolut „papierloses“ Büro zu erreichen, ist in Branchen mit physischem Warenverkehr oder speziellen notariellen Anforderungen oft eine Herausforderung und nicht immer erreichbar. Dennoch ist das Ziel klar definiert: Der Lebenszyklus eines Dokuments soll idealerweise vollständig digital verlaufen — quasi „born to be digital“.
Im Gegensatz dazu beschreibt das papierarme Büro einen Übergangszustand, in dem zwar digitale Archive existieren, aber der Papiereingang noch nicht an der Quelle gestoppt wurde. Das Ziel muss jedoch die konsequente Digitalisierung der Geschäftsprozesse sein. Ein Dokument, das erst gedruckt wird, um unterschrieben und dann wieder eingescannt zu werden, ist ein Mahnmal für ineffiziente Abläufe. Wir sprechen hier von Medienbrüchen, die nicht nur Zeit kosten, sondern auch die Fehlerquote erhöhen und oft ein Gräuel für die Datensicherheit sind.
Die Vorteile eines papierlosen Büros werden oft fälschlicherweise auf die Einsparung von Materialkosten reduziert. Sicherlich, Papier, Toner und Porto summieren sich in einem mittelständischen Betrieb schnell auf mehrere tausend Euro pro Jahr. Doch die wahre Rendite der Digitalisierung liegt in der wertvollsten Ressource: der Arbeitszeit.
Mitarbeiter in papierbasierten Unternehmen verbringen statistisch gesehen einen signifikanten Teil ihres Arbeitstages mit dem Suchen, Sortieren und Verteilen von Dokumenten. Ein digitales Dokumentenmanagementsystem (DMS) hingegen macht Informationen innerhalb von Sekunden per Volltextsuche auffindbar. Hier kommt die Technologie der optischen Zeichenerkennung ins Spiel — OCR (Optical Character Recognition). Sie ist das unsichtbare Rückgrat des digitalen Büros. OCR wandelt Bildinformationen gescannter Dokumente in maschinenlesbaren Text um. Plötzlich ist nicht mehr nur der Dateiname entscheidend, sondern jedes Wort im Inneren eines Dokuments wird zum Suchbegriff.
Neben der Effizienz ist die Datensicherheit ein massives Argument für den Umstieg. Ein Papierarchiv ist schutzlos gegenüber physischen Gefahren wie Feuer, Wasser oder unbefugtem Zugriff. Digitale Dokumente hingegen werden durch geo-redundante Backups gesichert — also Datensicherungen, die an räumlich getrennten Standorten gelagert werden — und durch komplexe Berechtigungskonzepte geschützt. Im Falle einer lokalen Katastrophe ist ein digitales Büro binnen Stunden wieder voll arbeitsfähig, während ein physisches Archiv oft unwiederbringlich verloren wäre.
Ein weiterer, oft unterschätzter Faktor ist die Nachhaltigkeit. Unternehmen werden heute zunehmend an ihren ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) gemessen. Die massive Reduktion des Papierverbrauchs ist eine der sichtbarsten Maßnahmen, um ökologische Verantwortung zu demonstrieren. Es geht dabei nicht nur um Bäume, sondern auch um den enormen Wasser- und Energieverbrauch bei der Papierherstellung sowie den CO₂-Ausstoß durch den physischen Postversand.
Ein seriöser Leitfaden muss auch die Schattenseiten beleuchten — und davon gibt es einige, die in der Praxis regelmäßig unterschätzt werden.
Trotz aller rationalen Vorteile bleibt die Umstellung eine Herausforderung für das Change Management. Warum gelingt es nur wenigen Unternehmen, das papierlose Büro konsequent umzusetzen? Oft liegt es daran, dass die Umstellung als reiner Software-Rollout verstanden wird, während die psychologische Komponente vernachlässigt wird. Der Erfolg steht und fällt mit der Akzeptanz der Mitarbeiter: Wenn die Digitalisierung als zusätzliche Belastung oder gar als Kontrollinstrument wahrgenommen wird, entsteht Widerstand.
Der Schlüssel liegt darin, den Nutzen für das Individuum erlebbar zu machen: die Erleichterung, wenn die Reisekostenabrechnung per Smartphone-Scan in Sekunden erledigt ist, oder die gewonnene Flexibilität, wenn die Rechnungsfreigabe nicht mehr den Aufenthalt im Büro erfordert, sondern bequem von unterwegs erfolgen kann. Wer papierlos arbeiten will, muss die Menschen mitnehmen, Schulungen anbieten und Ängste vor dem technologischen Wandel ernst nehmen. Digitalisierung ist ein Mannschaftssport — die Umsetzung also eine Teamleistung.
Wer den Weg zum papierlosen Büro einschlägt, sollte dies nicht kopflos tun. Eine strukturierte Bestandsaufnahme bildet das Fundament. Wo im Unternehmen wird noch gedruckt? Welche Prozesse sind die größten „Papierfresser“? In der Regel offenbart eine genaue Analyse, dass die Buchhaltung, das Personalwesen und der Vertrieb die größten Hebel für Optimierungen bieten.
Im ersten Schritt geht es darum, den Status quo schmerzhaft ehrlich zu erfassen. Jedes Dokument, das physisch im Posteingang landet oder intern ausgedruckt wird, muss hinterfragt werden. Oft sind es über Jahre gewachsene, gelebte und geliebte Routinen, die niemand mehr in Zweifel zieht. Eine einfache Frage hilft dabei: „Welchen Mehrwert bietet genau dieses Blatt Papier gegenüber einem digitalen Datensatz?“
Bevor dann aber die erste Software installiert wird, benötigt das Unternehmen ein logisches Ablagesystem. Ein digitaler Dokumentenfriedhof ist ebenso ineffizient wie ein ungeordneter Aktenschrank. Ein bewährtes Konzept ist das 7-Ordner-Modell, das das Unternehmen in klare Funktionsbereiche unterteilt: Management & Strategie, Finanzen & Steuern, Personal (HR), Vertrieb & Marketing, Einkauf & Logistik, Operatives Geschäft / Projekte, IT & Infrastruktur. In der digitalen Welt sind flache Hierarchien Trumpf: Anstatt sich in unendlichen Unterordnern zu verlieren, setzen moderne Systeme auf eine kluge Benennung und Verschlagwortung. Eine konsistente Benennungskonvention, beispielsweise JJJJ-MM-TT_Dokumententyp_Partner_Betreff.pdf, sorgt dafür, dass Dokumente auch ohne Suchfunktion chronologisch und inhaltlich sortiert bleiben.
Beginnen Sie mit einem isolierten, klar abgegrenzten Prozess — typischerweise die Eingangsrechnung. Sammeln Sie Erfahrungen, messen Sie, begeistern Sie das erste Team. Dann skalieren Sie. Der „Day-Forward-Scanning“-Ansatz hat sich dabei bewährt: Ab einem Stichtag wird alles Neue digital erfasst. Das historische Archiv der letzten 20 Jahre wird nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion digitalisiert — das bindet Ressourcen und erzeugt häufig mehr Chaos als Klarheit.
Die Auswahl der richtigen Software ist entscheidend. Für KMU ist ein professionelles DMS heute unverzichtbar. Es ist das Herzstück, auf dem alle anderen Lösungen aufbauen.
Anbieter wie DocuWare, d.velop, ELO oder die preiswertere Alternative ecoDMS bieten Lösungen, die weit über das einfache Speichern von Dateien hinausgehen. Sie bilden Workflows ab — also teil- bzw. vollautomatisierte Arbeitsabläufe. Eine Eingangsrechnung wird nicht nur archiviert, sondern automatisch erkannt, gegen eine Bestellung geprüft und dem verantwortlichen Projektleiter zur Freigabe auf das Smartphone geschickt.
Ergänzt wird das DMS durch Cloud-Speicherlösungen wie Microsoft OneDrive / SharePoint oder Google Workspace für die tägliche Zusammenarbeit an Dokumenten. Hier liegt kein Entweder-oder vor: Das DMS übernimmt die revisionssichere Langzeitarchivierung und strukturierte Workflows, während die Cloud-Plattform das lebendige Tagesgeschäft abbildet.
Für die rechtssichere Unterschrift kommen Tools wie DocuSign oder Skribble zum Einsatz. Sie beenden den lästigen Kreislauf aus „Drucken – Unterschreiben – Einscannen“ endgültig. Verträge werden direkt am Browser oder Smartphone unterzeichnet — nachvollziehbar, revisionssicher und in Sekunden erledigt. Besonders Skribble punktet mit der qualifizierten elektronischen Signatur (qeS) nach eIDAS-Verordnung, die rechtlich der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist.
Im Rechnungswesen hat sich die enge Verzahnung von DMS und Buchhaltungssoftware als zentraler Effizienzträger erwiesen. DATEV ist der Standard in steuerberatungsgetriebenen Unternehmen; lexoffice bietet eine nutzerfreundliche Oberfläche für kleinere Betriebe ohne eigene Buchhaltungsabteilung. In beiden Fällen werden Eingangsbelege per KI/OCR ausgelesen, vorkontiert und direkt an den Steuerberater übertragen. Der physische Pendelordner entfällt vollständig.
Auch das Aufgabenmanagement sollte konsequent digitalisiert werden. Plattformen wie Asana, Trello oder der Microsoft Planner ersetzen den klassischen Notizzettel und sorgen für Transparenz bei der Projektarbeit — und damit für das Ende der kleinen gelben Post-it-Epidemie auf dem Bildschirmrahmen.
Auch im Jahr 2026 bleibt Hardware ein notwendiges Bindeglied, um den verbleibenden Papiereingang zu bewältigen.
Ein langsamer Flachbettscanner ist der natürliche Feind der Digitalisierung. Benötigt werden leistungsstarke Dokumentenscanner mit automatischem Einzug (ADF — Automatic Document Feeder), die beidseitig scannen und mit unterschiedlichen Papierformaten zurechtkommen. Marktführer wie Fujitsu ScanSnap oder Canon imageFORMULA liefern genau diese Leistungsmerkmale zu vertretbaren Preisen.
Für mobile Mitarbeiter sind Scan-Apps die ideale Ergänzung. Sie nutzen die KI-gestützte Kamera des Smartphones, um Belege perspektivisch zu korrigieren, Helligkeiten anzugleichen und direkt in das Unternehmens-DMS hochzuladen. So beginnt die digitale Reise eines Dokuments bereits am Entstehungsort — nicht erst Tage später im Büro.
Wir befinden uns im Jahr 2026 in der Ära der „Intelligenten Dokumentenverarbeitung“. Künstliche Intelligenz ist heute kein nettes Extra mehr, sondern der Motor der digitalen Effizienz. Wo Mitarbeiter früher Daten händisch abtippen mussten, übernimmt heute die KI.
Moderne Systeme erkennen selbstständig den Kontext eines Dokuments. Die KI weiß, ob es sich um eine Rechnung, eine Mahnung oder einen Lieferschein handelt. Sie extrahiert automatisch relevante Datenfelder wie Bruttobeträge, Steuersätze, IBANs und Fälligkeiten — und bereitet die Zahlung vor. Der Mensch übernimmt nur noch die Rolle des Kontrolleurs bei Unstimmigkeiten oder komplexen Einzelfällen. Diese Rollenumkehr ist die eigentliche Revolution: Der Mitarbeiter wird zur Qualitätssicherung, nicht zur Dateneingabekraft.
KI fungiert darüber hinaus als intelligenter Wissensassistent. Anstatt hunderte Seiten von Verträgen manuell zu sichten, können Entscheider ihrem System komplexe Fragen stellen: „Welche unserer Lieferantenverträge haben eine Kündigungsfrist von weniger als drei Monaten und enthalten eine Preisanpassungsklausel?“ Die KI durchsucht tausende PDFs im Archiv und liefert die Antwort in Sekunden. Das ist der wahre Wert des papierlosen Büros: Informationen werden zu nutzbarem Wissen.
Ein häufiges Hindernis bei der Umstellung ist die Sorge vor rechtlichen Konsequenzen. Darf man Originalbelege wirklich vernichten?
Die Antwort lautet: Ja — in über 95 % der Fälle. Voraussetzung ist das sogenannte „Ersetzende Scannen“. Damit das Finanzamt die digitale Kopie als Original anerkennt, muss das Verfahren lückenlos dokumentiert sein.
Die Verfahrensdokumentation ist das wichtigste Schutzinstrument des Geschäftsführers. Sie beschreibt detailliert, wie Dokumente erfasst, verarbeitet und archiviert werden. Hier wird festgelegt, wer scannt, wie die Qualitätskontrolle erfolgt und wie sichergestellt wird, dass Dokumente im Archiv nicht mehr unbemerkt verändert werden können. Revisionssicherheit bedeutet: jedes Dokument bleibt über die gesamte gesetzliche Aufbewahrungsfrist hinweg unveränderbar und jederzeit lesbar.
Und diese Fristen sind nicht trivial: Buchungsbelege, Jahresabschlüsse, Bilanzen und Lohnunterlagen unterliegen einer 10-jährigen Aufbewahrungspflicht. Geschäftsbriefe, Angebote, Auftragsbestätigungen und ähnliche Handelsdokumente müssen 6 Jahre aufbewahrt werden. Ein DMS, das diese Fristen nicht automatisiert verwaltet, macht aus der Compliance-Pflicht eine manuelle Daueraufgabe.
Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen das Gesetz zwingend das physische Original verlangt: notarielle Beurkundungen, bestimmte gerichtliche Urteile, Bürgschaftserklärungen oder Eröffnungsbilanzen. Auch bei Arbeitsverträgen und Kündigungen ist im deutschen Arbeitsrecht die Schriftform oft noch das sicherste Mittel — obwohl auch hier die qualifizierte elektronische Signatur (qeS) zunehmend an Boden gewinnt. Über 95 % des üblichen Büroaufkommens kann heute rechtssicher digitalisiert werden. Im Zweifel: Steuerberater oder Rechtsabteilung fragen.
Parallel zur GoBD muss die DSGVO beachtet werden — und hier liegt eine oft übersehene Stärke des digitalen Büros: Ein DMS kann so konfiguriert werden, dass es Dokumente nach Ablauf der gesetzlichen Fristen automatisch zur Vernichtung vorschlägt. In papierbasierten Archiven wird die Einhaltung von Löschfristen regelmäßig vernachlässigt — mit erheblichen Bußgeldrisiken als Folge.
Wie bereits erwähnt, ist eine durchdachte Struktur das A und O. Im digitalen Büro ersetzt die Suche oft das Navigieren durch Ordner — dennoch braucht es ein logisches Rückgrat. Ein typisches Beispiel für eine effiziente KMU-Struktur:
Unterordner für Eingangsrechnungen, Ausgangsrechnungen, Bankbelege und Steuerunterlagen — idealerweise unterteilt nach Jahren und Monaten.
Digitale Personalakten, gegliedert nach aktiven und ausgeschiedenen Mitarbeitern. Jeder Mitarbeiter hat einen Unterordner für Verträge, Gehaltsabrechnungen und Fortbildungen.
Kundenorientiert strukturiert. Jeder Kunde hat einen Hauptordner, darunter die einzelnen Projekte mit Korrespondenz, Angeboten und Abnahmeprotokollen.
Die Verwendung von Tags (Schlagworten) ergänzt diese Struktur sinnvoll. Ein Dokument kann physisch nur in einem Ordner liegen — digital kann es jedoch mehreren Kategorien gleichzeitig zugeordnet werden. Eine Rechnung kann so gleichzeitig dem Projekt „Serverwartung“ und dem Kreditor „IT-Dock“ zugeordnet sein.
Stoppen Sie den Papiereingang an der Quelle: Schreiben Sie Ihre Lieferanten aktiv an und fordern Sie digitale Rechnungen. Stellen Sie interne Prozesse wie Urlaubsanträge oder Reisekosten sofort auf rein digitale Formulare um.
Qualität vor Quantität beim Scannen: Versuchen Sie nicht, das gesamte Archiv der letzten 20 Jahre in einer Woche zu digitalisieren. Beginnen Sie mit dem „Day-Forward-Scanning“: Ab einem Stichtag wird alles Neue digital erfasst. Alte Akten werden nur bei Bedarf gescannt oder nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist vernichtet.
Die Macht der kleinen Schritte: Beginnen Sie mit einer Abteilung, die eine hohe Affinität zur Digitalisierung hat. Nutzen Sie die positiven Erfahrungen dieses „Leuchtturmprojekts“, um den Rest des Unternehmens zu motivieren.
Investieren Sie in die Ausbildung: Ein DMS ist nur so gut wie die Menschen, die es bedienen. Regelmäßige Schulungen — auch zu KI-Themen — stellen sicher, dass die Funktionen der Software auch wirklich genutzt werden.
Der Übergang zum papierlosen Büro ist weit mehr als eine organisatorische Maßnahme zur Einsparpotenzial-Optimierung. Es ist das Bekenntnis einer Firma zu Modernität, Agilität und Zukunftsfähigkeit. In einer globalisierten Wirtschaft, die immer schneller taktet, ist Papier ein Ballast, den sich kein modernes Unternehmen mehr leisten kann.
Der Weg mag am Anfang mühsam erscheinen, doch die Belohnung ist ein Unternehmen, das effizienter arbeitet, sicherer aufgestellt ist und für moderne Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Die technologischen Werkzeuge sind vorhanden und ausgereifter denn je. Die künstliche Intelligenz nimmt uns die mühsame Sortierarbeit ab, die Cloud schenkt uns Mobilität, und rechtliche Rahmenbedingungen wie die E-Rechnungspflicht geben die klare Richtung vor — sie ist seit Januar 2025 Realität, kein Versprechen.
Wer diese Umstellung heute konsequent angeht und am Ball bleibt, der schafft die Basis für die kommenden Jahrzehnte. Denn das papierlose Büro ist schon lange keine bloße Utopie mehr — es ist das Betriebssystem für den unternehmerischen Erfolg im 21. Jahrhundert. Es ist an der Zeit, den Drucker in den Ruhestand zu schicken und die Potenziale der digitalen Souveränität voll auszuschöpfen.
Es gibt nicht die eine „perfekte“ Software. Für KMU ist eine Kombination aus einem starken DMS (wie DocuWare oder d.velop), einer Cloud-Kollaborations-Plattform (Microsoft 365) und spezialisierter Buchhaltungssoftware (DATEV, lexoffice) ideal. Wichtig ist, dass die Systeme über Schnittstellen miteinander kommunizieren können.
Rechnungen werden digital empfangen oder gescannt, durch eine KI-basierte Texterkennung (OCR) ausgelesen und automatisch vorkontiert. Über eine Schnittstelle landen die Daten direkt beim Steuerberater oder im Buchhaltungssystem. Der physische Pendelordner entfällt komplett.
Stellen Sie Drucker standardmäßig auf Duplex-Druck. Nutzen Sie digitale Signatur-Tools für interne Genehmigungen. Führen Sie ein digitales Aufgabenmanagement ein, um Schmierzettel und Post-its zu vermeiden. Fordern Sie konsequent E-Rechnungen bei allen Dienstleistern an.
Kommunizieren Sie den persönlichen Nutzen für den Mitarbeiter (Zeitersparnis, Homeoffice-Optionen). Beziehen Sie das Team in die Auswahl der Tools ein und sorgen Sie für eine intuitive Bedienbarkeit der Systeme. Kleine Erfolgserlebnisse am Anfang sind wichtiger als ein perfekter Gesamtrollout.
Dazu gehören vor allem notarielle Urkunden, gerichtliche Titel, Bürgschaftserklärungen und bestimmte Wertpapiere. Auch bei manchen Baugenehmigungen oder Eröffnungsbilanzen ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall hilft eine kurze Abstimmung mit der Rechtsabteilung oder dem Steuerberater.
Ein Pilotprojekt kann innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Die vollständige Umstellung der Unternehmenskultur und aller Prozesse in einem mittelständischen Unternehmen dauert in der Regel sechs bis achtzehn Monate. Es ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
Ein bewährtes Strukturprinzip, das die gesamte Unternehmensablage in sieben logische Hauptbereiche unterteilt. Es verhindert das Entstehen von chaotischen, personenbezogenen Ordnerstrukturen und sorgt dafür, dass sich jeder Mitarbeiter sofort im System zurechtfindet.
Dieselben wie für physische Dokumente — die Digitalisierung ändert nichts an der gesetzlichen Pflicht. Buchungsbelege, Jahresabschlüsse und Lohnunterlagen müssen 10 Jahre aufbewahrt werden. Geschäftsbriefe, Angebote und Auftragsbestätigungen unterliegen einer 6-jährigen Aufbewahrungspflicht. Ein modernes DMS verwaltet diese Fristen automatisiert und schlägt Dokumente zur Löschung vor, sobald die Frist abgelaufen ist.
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