Nvidia signalisiert bei OpenAI und Anthropic einen Kurswechsel: Weitere Großinvestments in der bisherigen Größenordnung gelten offenbar als unwahrscheinlich. Nvidia-CEO Jensen Huang sagte auf einer Morgan-Stanley-Konferenz, ein Investment von 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI sei „wahrscheinlich nicht mehr drin“. Stattdessen verwies er auf ein 30-Milliarden-Dollar-Investment in OpenAI sowie auf 10 Milliarden US-Dollar in Anthropic. Darüber berichtete Business Insider unter Bezug auf Huangs Auftritt. (Business Insider)
Wichtig ist dabei die saubere Einordnung: Die im September 2025 kommunizierten bis zu 100 Milliarden US-Dollar für OpenAI waren keine bereits vollzogene Zahlung, sondern eine schrittweise geplante Investition. OpenAI schrieb damals selbst, Nvidia wolle bis zu 100 Milliarden US-Dollar „progressively“ investieren – gekoppelt an den Ausbau von 10 Gigawatt Infrastruktur. Die erste Gigawatt-Stufe soll demnach in der zweiten Hälfte 2026 auf Nvidias Vera-Rubin-Plattform bereitgestellt werden.
Von einem Bruch kann dennoch keine Rede sein. OpenAI betont in seiner aktuellen Mitteilung vielmehr den Ausbau der Zusammenarbeit mit Nvidia und nennt konkret 3 Gigawatt dedizierte Inferenzkapazität sowie 2 Gigawatt Training auf Vera-Rubin-Systemen. Das spricht dafür, dass sich die Beziehung stärker auf Infrastruktur, Systeme und operative Skalierung verlagert, weniger auf immer neue Kapitalzusagen. (OpenAI)
Auch bei Anthropic ist die Faktenlage klar: Das Unternehmen teilte am 12. Februar 2026 offiziell mit, 30 Milliarden US-Dollar in einer Series-G-Runde bei einer Post-Money-Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar eingesammelt zu haben. Anthropic verweist dabei ausdrücklich auch auf zuvor angekündigte Investments von Microsoft und Nvidia. (anthropic.com)
Nicht als gesichert darstellen sollte man derzeit allerdings, dass OpenAI oder Anthropic ihren Börsengang bereits offiziell angekündigt haben. Belastbar ist lediglich, dass Huang mögliche IPOs als Grund nennt, warum weitere Großbeteiligungen für Nvidia weniger wahrscheinlich werden.
Für IT-Entscheider ist das ein klares Marktsignal: Im KI-Wettbewerb verschiebt sich der Fokus weiter von Beteiligungen hin zu Infrastruktur, Rechenleistung und langfristigen Plattformpartnerschaften. Nvidia bleibt damit zentraler Taktgeber im KI-Ökosystem – nur womöglich weniger als Investor, sondern vor allem als Lieferant der entscheidenden Basis.












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