Frachtschiffe, Kreuzfahrten, Offshore-Yachten und Business-Jets erhalten weltweit Breitband mit konstanter Latenz — inklusive Polarrouten.
OneWeb ► LEO-Satelliten-Internet von Eutelsat OneWeb ✓ Preise ✓ Terminals ✓ Abdeckung ✓ Starlink-Vergleich. Der B2B-Ratgeber für Unternehmen & Behörden.
Stell dir vor, dein Tankschiff liegt 400 Seemeilen vor der norwegischen Küste, dein Bohrlochsensor sitzt mitten in der kasachischen Steppe oder dein Krisenstab muss morgen früh in einem überschwemmten Landkreis funkstabil arbeiten — und das nächste Glasfaserkabel ist 80 Kilometer entfernt. Genau für diese Realitäten gibt es OneWeb: ein Satellitennetzwerk in niedriger Erdumlaufbahn, das B2B-Konnektivität dort liefert, wo Festnetz, LTE und 5G aufhören. Dieser Ratgeber erklärt, was OneWeb ist, wem es gehört, wie die Technik funktioniert, was es kostet — und wie ein deutsches Unternehmen heute realistisch an einen Vertrag und das passende Terminal kommt.
OneWeb ist ein globales Satellitennetzwerk in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO), das Breitband-Internet primär für Unternehmen, Behörden und mobile Einsatzkräfte bereitstellt. Die Satellitenflotte umfasst aktuell 648 aktive Internetsatelliten in rund 1.200 km Höhe. Seit dem Zusammenschluss mit dem französischen Satellitenbetreiber Eutelsat im Jahr 2023 firmiert die Konstellation offiziell als Eutelsat OneWeb — kombiniert also LEO-Satelliten (OneWeb) mit klassischen GEO-Satelliten (Eutelsat) unter einem Dach.
OneWeb wurde 2012 als britisches Start-up gegründet, meldete 2020 Insolvenz an, wurde von der britischen Regierung und dem indischen Bharti-Konzern gerettet — und ist seit 2023 Teil der Eutelsat-Gruppe. Diese Fusion war ein strategischer Schachzug: Europa hatte plötzlich einen eigenen, vertikal integrierten Satellitenbetreiber mit GEO- und LEO-Kapazitäten — eine wichtige Antwort auf SpaceX/Starlink und Amazon/Kuiper.
Klassische GEO-Satelliten parken in 36.000 km Höhe — das bringt riesige Abdeckung, aber auch hohe Latenz (~600 ms Round-Trip). OneWeb fliegt in 1.200 km LEO. Ergebnis: Latenzen um die 70 Millisekunden, was für VoIP, Videokonferenzen, Cloud-Anwendungen und Echtzeit-Steuerung im Industrieumfeld erstmals praxistauglich ist.
Eigentümer ist heute die Eutelsat Group mit Sitz in Paris. Eutelsat hält die Mehrheit, weitere relevante Anteilseigner sind die britische Regierung (über das UK Government Strategic Stake), Bharti Enterprises aus Indien, SoftBank sowie Hanwha Systems aus Südkorea. Diese Eigentümerstruktur macht Eutelsat OneWeb politisch hochinteressant — insbesondere für europäische Regierungs- und Verteidigungskunden, die ein souveränes, nicht-amerikanisches Satellitensystem schätzen.
Die Satellitenproduktion läuft über das Joint Venture Airbus OneWeb Satellites mit Werken in Toulouse (Frankreich) und Florida (USA). Airbus baut die Satelliten in Serie — ein Novum in der Raumfahrt, das die Stückkosten massiv senkt. Im Februar 2025 erhielt Airbus zusätzlich einen Großauftrag über mehrere Hundert Satelliten der nächsten Generation, was die Konstellation in den kommenden Jahren noch deutlich erweitern wird.
Bharti ist nach der Eutelsat-Fusion größter Minderheitseigner und sichert OneWeb den Marktzugang nach Indien und Südasien. Die britische Regierung behält ihre „Special Share“ zur strategischen Kontrolle — ein Sicherheitsmechanismus, falls die Konstellation für hoheitliche Zwecke benötigt wird.
Die OneWeb-Satellitenkonstellation umfasst 648 aktive Satelliten, verteilt auf 12 polare Orbitalebenen mit jeweils 49 Satelliten plus Ersatzeinheiten. Durch die polare Umlaufbahn deckt OneWeb auch hohe Breitengrade ab — also Skandinavien, Alaska, Grönland und die arktischen Schifffahrtsrouten, die für viele Industriekunden kritisch sind.
Das Satellitensystem stützt sich auf 50 bis 70 Bodenstationen (Gateways), die strategisch über alle Kontinente verteilt sind. Jede Bodenstation verbindet die Satelliten mit dem terrestrischen Internet-Backbone. In Europa stehen unter anderem Gateways in Großbritannien, Norwegen, Italien und Portugal.
Mit dem 2025-Auftrag an Airbus wächst die Satellitenflotte in den nächsten Jahren auf rund 1.500 Einheiten. Diese zweite Generation soll höhere Bandbreiten, niedrigere Latenz und mehr Versorgungsdichte liefern — ein direkter Schritt, um im Wettbewerb mit Starlink (über 7.000 Satelliten geplant) und Amazons Kuiper-Programm bestehen zu können.
OneWeb funkt seine User-Terminals im Ku-Band an, während die Verbindung zwischen Satellit und Bodenstation im Ka-Band läuft. Diese saubere Frequenztrennung erhöht die Kapazität pro Spotbeam erheblich und reduziert Störrisiken.
Jeder Satellit strahlt 16 hochgerichtete Spotbeams nach unten. Damit lässt sich die Bandbreite gezielt dort konzentrieren, wo Nachfrage entsteht — etwa über einer Ölplattform statt über offener See. Die Versorgungsdichte pro Quadratkilometer ist dadurch deutlich höher als bei klassischer GEO-Breitbandtechnik.
Im aktuellen Betrieb liefert OneWeb pro User-Terminal typischerweise 150–195 Mbit/s im Downlink und 30–40 Mbit/s im Uplink bei einer Latenz um 70 Millisekunden. Für die zweite Satellitengeneration sind Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s pro Terminal angekündigt.
Schritt 1: Das User-Terminal am Standort funkt im Ku-Band einen OneWeb-Satelliten an, der gerade darüber zieht. Schritt 2: Der Satellit leitet die Datenübertragung im Ka-Band an die nächste verfügbare Bodenstation weiter. Schritt 3: Die Bodenstation übergibt den Traffic ans terrestrische Internet. Das Ganze passiert in einer Latenz, die VoIP, Videocalls und Cloud-Apps stabil hält.
Für den Betrieb braucht es ein OneWeb-User-Terminal (auch „User Terminal“ oder „ESA Single Panel“), das je nach Anwendung als feste Antenne, mobile Roof-Mount oder Flat-Panel-Lösung verfügbar ist. Dazu kommt ein OneWeb-Modem als Router-Bridge ins lokale Firmennetz. Klassische „Sat-Schüsseln“ sind nicht im Spiel — moderne OneWeb-Antennen sind elektronisch gesteuerte Flach-Antennen, die die durchziehenden Satelliten automatisch tracken.
OneWeb-Verträge laufen in Deutschland nicht direkt über Eutelsat, sondern über autorisierte Distributoren und Service-Provider. Einer der etabliertesten Partner für den deutschen Markt ist Novostream — als offizieller Eutelsat-OneWeb-Vertriebspartner inklusive Terminal-Hardware und Antennen-Installation.
Die monatlichen Tarife liegen — abhängig von Bandbreite und Daten-Commitment — typischerweise zwischen 800 EUR und 3.500 EUR pro Standort und Monat. Distributoren wie Hughes (Managed LEO) oder Marlink bieten gestaffelte Pakete mit garantierten Mindestbandbreiten und unlimitierten Daten-Plänen.
Ein OneWeb-User-Terminal kostet einmalig zwischen 8.000 EUR und 15.000 EUR, je nach Bauform (fest installiert, maritim, mobil). Mietmodelle und Service-Bundles sind über die meisten Distributoren ebenfalls verfügbar.
Standardvertragslaufzeiten sind 12, 24 oder 36 Monate. Eine realistische TCO-Rechnung über drei Jahre bei mittlerem Tarif (1.500 EUR/Monat) plus Hardware liegt bei rund 65.000–75.000 EUR pro Standort.
Kurze Antwort: Nein. Eutelsat OneWeb ist klar B2B-/B2G-positioniert. Für reine Privatkunden ist Starlink derzeit die einzige realistische LEO-Option in Deutschland.
| Kriterium | Eutelsat OneWeb | Starlink (SpaceX) | Kuiper (Amazon) |
|---|---|---|---|
| Konstellationsgröße | ~648 Satelliten (Ziel ~1.500) | >7.000 Satelliten | ~3.200 geplant |
| Orbithöhe | 1.200 km LEO | 550 km LEO | 590–630 km LEO |
| Latenz | ~70 ms | ~25–40 ms | ~30–50 ms (Schätzung) |
| Downlink-Bandbreite | 150–195 Mbit/s | 100–300 Mbit/s | bis 1 Gbit/s (Roadmap) |
| Frequenzband | Ku/Ka | Ku/Ka | Ka |
| Zielgruppe | B2B, Behörden, Verteidigung | B2C + B2B | B2C + B2B (Start 2026/27) |
| Preis-Range (Monat) | 800–3.500 EUR | 50–500 EUR | n. v. |
| Verfügbarkeit DE | über Distributoren | direkt + Reseller | nicht verfügbar |
| Eigentümer | Eutelsat (FR/UK/IN) | SpaceX (USA) | Amazon (USA) |
Welche Lösung für welchen Anwendungsfall? Starlink ist die unkomplizierte Wahl für Privatkunden und kleinere Standorte. OneWeb ist die Wahl, wenn europäische Souveränität, garantierte SLAs, Behörden-Tauglichkeit oder integrierte GEO+LEO-Lösungen gefragt sind — also dort, wo IT-Compliance und Vertragsstabilität wichtiger sind als der niedrigste Preis. Eine ausführlichere Diskussion findest du in unserem Ratgeber zur Starlink-Alternative. Kuiper ist derzeit (Stand Mai 2026) noch im Aufbau und für deutsche B2B-Kunden noch keine reale Option.
OneWeb ist seit Mitte 2024 in ganz Deutschland kommerziell verfügbar — flächendeckend, da die polare Konstellation auch Mitteleuropa zuverlässig abdeckt. Die Versorgung ist nicht standortabhängig (anders als bei Glasfaser oder LTE).
Direktvertrieb durch Eutelsat OneWeb gibt es für deutsche B2B-Kunden nur eingeschränkt. Der Standardweg läuft über autorisierte Distributoren, die Hardware, SIM-/Service-Aktivierung und 1st-Level-Support bündeln.
Für den deutschen Markt empfiehlt sich ein Blick auf Novostream — der Anbieter führt OneWeb-Terminals direkt im Sortiment, hat Erfahrung mit BOS-/KRITIS-Projekten und übernimmt auf Wunsch auch die Installation. Weitere Distributoren mit Deutschland-Präsenz sind Hughes, Marlink (maritime Fokussierung) und Speedcast (Industrie/Offshore).
Service-Tarife für OneWeb liegen B2B-typisch zwischen 800 EUR und 3.500 EUR pro Monat und Standort. Hinzu kommt eine einmalige Hardware-Investition für das User-Terminal von 8.000–15.000 EUR. Mietmodelle sind über die Distributoren verfügbar.
Eigentümerin ist die Eutelsat Group seit der Fusion 2023. Weitere relevante Anteilseigner sind die britische Regierung, Bharti Enterprises, SoftBank und Hanwha Systems.
Aktuell sind 648 OneWeb-Satelliten im Orbit. Mit den 2025 bei Airbus bestellten Folgegenerationen wächst die Konstellation auf rund 1.500 Satelliten.
Ja, seit 2024 ist OneWeb in ganz Deutschland kommerziell nutzbar. Der Vertragsabschluss läuft über autorisierte Distributoren wie Novostream.
Starlink ist B2C-orientiert, günstiger und hat eine größere Satellitenflotte. OneWeb ist B2B-fokussiert, bietet stärkere SLAs, ist europäisch-britisch kontrolliert und damit für Behörden und Verteidigungskunden attraktiver.
„Besser“ hängt vom Anwendungsfall ab. Für Behörden, kritische Infrastruktur und Industriekunden mit Compliance-Anforderungen ist OneWeb meist die richtige Wahl. Für Privatkunden, Home-Office und kleinere Unternehmen ist Starlink schneller und günstiger verfügbar.
Ein User-Terminal funkt einen vorbeiziehenden Satelliten im Ku-Band an, der die Daten im Ka-Band an eine Bodenstation weiterreicht. Die Bodenstation übergibt den Traffic ans terrestrische Internet.
LEO-Satelliten in 1.200 km Höhe, 16 Spotbeams pro Satellit, Ku-Band-User-Link und Ka-Band-Feeder-Link.
Ein OneWeb-User-Terminal (Flat-Panel-Antenne), ein OneWeb-Modem als Router-Bridge sowie optional eine permanente Außenmontage. Bezugsquelle: autorisierte Distributoren.
Nein. Eutelsat OneWeb adressiert ausschließlich B2B-, Behörden- und Verteidigungskunden.
Ja, über autorisierte Vertriebspartner wie Novostream, Hughes oder Marlink.
OneWeb meldete 2020 Insolvenz an, wurde von der britischen Regierung und Bharti Enterprises gerettet und 2023 mit Eutelsat fusioniert. Seitdem läuft die Konstellation als Eutelsat OneWeb.
OneWeb ist nicht das billigste, aber das souveränste LEO-Satelliteninternet auf dem deutschen Markt. Wenn dein Standort terrestrisch nicht oder nur unzureichend angebunden ist, du SLAs brauchst, in regulierten Sektoren arbeitest oder im BOS- und KRITIS-Umfeld unterwegs bist, ist Eutelsat OneWeb eine ernstzunehmende Konnektivitätslösung — gerade weil die Eigentümerstruktur europäisch-britisch ist und Eutelsat zusätzlich klassische GEO-Kapazität für hybride Setups mitbringt. Für Privatanwender und Home-Offices bleibt Starlink die schnellere Antwort.
Wer konkret den nächsten Schritt gehen will: Über das Anbieterprofil von Novostream lassen sich OneWeb-Terminals, passende Service-Pläne und Installation aus einer Hand anfragen — der direkteste Weg vom Ratgeber-Lesen zum betriebsfertigen Anschluss.
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