SAP S/4HANA Migration: Der Leitfaden für den Mittelstand (Ansätze, Ablauf, Fristen bis 2033)

Ende 2027 läuft die Wartung für SAP ECC aus. Welcher Weg nach S/4HANA passt zu Ihrem Unternehmen, was kostet er und wo geraten Projekte ins Stocken?

SAP S/4HANA

SAP beendet die Mainstream-Wartung für SAP ECC am 31. Dezember 2027. Damit bekommt die SAP S/4HANA Migration in vielen Unternehmen einen festen Termin. Ein Projekt im Mittelstand braucht meist zwölf bis 24 Monate, das Zeitfenster für einen Wechsel ohne kostenpflichtige Verlängerung schließt sich also in diesem Jahr. Verlängerungen bis 2030 und 2033 gibt es, sie kosten Aufschlag und knüpfen Bedingungen an den Betrieb, die Sie kennen sollten, bevor Sie sie einplanen.

Dieser Leitfaden erklärt, welche Fristen gelten, wie sich Greenfield, Brownfield und Selective Data Transition unterscheiden, wie ein Projekt in sieben Schritten abläuft und wo Mittelständler Zeit und Geld verlieren. Er ist für IT-Leiter und Geschäftsführer geschrieben, die eine Entscheidung vorbereiten.

Das Wichtigste in Kürze

Frist.
SAP beendet die Mainstream-Wartung für SAP ECC am 31. Dezember 2027.

Drei Ansätze.
Drei Wege führen nach S/4HANA: die Neuimplementierung (Greenfield), die Systemkonvertierung (Brownfield) und die selektive Datenübernahme (Selective Data Transition).

Dauer.
Planen Sie für ein Migrationsprojekt im Mittelstand zwölf bis 24 Monate ein.

Option 2033.
Mit der Option 2033 entscheiden Sie sich faktisch für die private Cloud und ein Subskriptionsmodell.

Vorbereitung.
Die Vorbereitung entscheidet mit über Dauer und Kosten, unabhängig vom Ansatz.

Was ist die SAP S/4HANA Migration?

Die SAP S/4HANA Migration ist der Wechsel von einem bestehenden SAP-ERP-System, meist SAP ECC 6.0 als Teil der SAP Business Suite 7, auf die aktuelle Produktgeneration SAP S/4HANA. Dahinter steckt mehr als ein Release-Upgrade: neue Datenbank, vereinfachtes Datenmodell, neue Oberfläche und in einigen Bereichen andere Prozesse.

S/4HANA läuft ausschließlich auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA. Betreiben Sie Ihr SAP-System heute noch auf Oracle, IBM Db2 oder Microsoft SQL Server, wechseln Sie deshalb zwingend die Datenbank. Bei einer Systemkonvertierung erledigt der Software Update Manager das in einem Durchgang mit der eigentlichen Umstellung, sofern das System bereits auf Unicode läuft. Andernfalls planen Sie die Unicode-Umstellung als eigenen Schritt vorab ein.

Die technische Seite davon ist planbar. Schwieriger ist die Frage, wie viel vom bestehenden System mitkommen soll: alle Daten, alle Eigenentwicklungen, alle gewachsenen Prozesse? Oder nur das, was das Unternehmen in fünf Jahren noch braucht? An dieser Frage hängen Ansatz, Dauer und Budget.

Was unterscheidet SAP S/4HANA von SAP ECC?

Der größte Unterschied liegt im Datenmodell. S/4HANA führt Finanzbuchhaltung und Controlling in einer Tabelle zusammen, dem Universal Journal. Der Geschäftspartner wird zum führenden Stammdatenobjekt, über das Sie Debitoren und Kreditoren pflegen. Die bisherigen Kunden- und Lieferantenstämme bleiben im Hintergrund erhalten und laufen über die Customer Vendor Integration synchron. Viele Aggregat- und Indextabellen entfallen, weil HANA die Summen bei jeder Abfrage neu berechnet. Das beschleunigt Reporting und Abschlüsse. Eigenentwicklungen, die auf den alten Tabellen aufsetzen, müssen Sie allerdings anpassen.

Die zweite sichtbare Änderung ist die Oberfläche. SAP Fiori bringt rollenbasierte Apps im Browser, die klassische SAP GUI bleibt für viele Transaktionen verfügbar. Für die Fachbereiche ist das ein Gewinn. Für die IT bedeutet es ein neues Berechtigungskonzept, weil Fiori-Apps ihre Berechtigungen über Business-Kataloge in den Rollen beziehen und Apps viele Transaktionen ersetzen.

Drittens vereinfacht SAP den Funktionsumfang. Die sogenannten Simplification Items beschreiben, welche Funktionen und Komponenten entfallen, einen Nachfolger bekommen oder anders arbeiten. Drei Beispiele treffen den Mittelstand fast immer. Das klassische Lagerverwaltungsmodul LE-WM ersetzt SAP durch Extended Warehouse Management oder das schlankere Stock Room Management. Das Kreditmanagement aus SD wandert in das SAP Credit Management aus FSCM. SAP HCM läuft nur noch als eigenes Nachfolgeprodukt SAP HCM for SAP S/4HANA (H4S4) weiter.

Einige Altfunktionen liefen nach der Umstellung noch eine Zeit lang im Compatibility Scope weiter. Für die meisten dieser Compatibility Packs sind die Nutzungsrechte am 31. Mai 2026 ausgelaufen, On-Premise ebenso wie in SAP Cloud ERP Private. Nur Ausnahmen wie Customer Service, LE-TRA und Teile von PP-PI dürfen Sie bis Ende 2030 nutzen.

Welche Betriebsformen stehen zur Wahl?

Mit der Migration steht auch die Betriebsform zur Entscheidung. SAP bietet S/4HANA On-Premise und zwei Cloud-Varianten an, die seit 2025 neue Namen tragen. In vielen Verträgen und Angeboten stehen noch die alten Bezeichnungen.

Betriebsform Was dahintersteckt Für wen das eher passt
SAP S/4HANA On-Premise Klassische Lizenz, Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hosting-Partner, volle Kontrolle über Release-Zyklus, Anpassungen und Datenhaltung Unternehmen mit vielen Eigenentwicklungen, eigener SAP-Basis und strengen Vorgaben zur Datenhaltung
SAP Cloud ERP Private (früher SAP S/4HANA Cloud Private Edition, Angebot im Rahmen von RISE with SAP) Eigenes System pro Kunde, von SAP bei einem Hyperscaler betrieben, Subskription statt Lizenz, Anpassungen weitgehend wie On-Premise, Release-Planung mit mehr Vorgaben von SAP Unternehmen, die den Systembetrieb abgeben, aber ihre individuellen Prozesse behalten wollen
SAP Cloud ERP (früher SAP S/4HANA Cloud Public Edition, Angebot im Rahmen von GROW with SAP) Standardprozesse für alle Kunden, Updates durch SAP im festen Rhythmus, Erweiterungen nur nach dem Clean-Core-Prinzip: über Key-User-Werkzeuge, über ABAP Cloud im System selbst oder Side-by-Side auf der SAP Business Technology Platform Kleinere Unternehmen, Tochtergesellschaften und Neugründungen mit standardnahen Prozessen

Die Betriebsform beeinflusst den Migrationsansatz direkt. In die Public Cloud führt nur die Neuimplementierung, die private Cloud und On-Premise lassen alle drei Ansätze zu. Verwechseln Sie dabei die alte SAP Business Suite 7 nicht mit der neuen SAP Business Suite, unter der SAP seit 2025 Cloud ERP, Business Data Cloud und Joule bündelt. Grundlagen zu den Bereitstellungsmodellen erklärt unser Beitrag zu Cloud Computing. Für SAP Business ByDesign gilt ein eigener Weg: SAP verkauft es seit dem 20. April 2026 nicht mehr an Neukunden, betreibt es für Bestandskunden mindestens bis 2032 weiter und nennt SAP Cloud ERP als Zielsystem.

Klären Sie früh, was mit Ihren bezahlten ECC-Lizenzen passiert. Bleiben Sie On-Premise, rechnet SAP sie über eine Contract Conversion oder eine Product Conversion auf S/4HANA-Lizenzen an. Bei RISE with SAP endet der Lizenzvertrag, und der Lizenzwert fließt über ein Anrechnungsmodell in die Subskription ein. Lassen Sie sich beide Varianten mit Zahlen vorrechnen, bevor Sie die Betriebsform entscheiden.

Was bringt der Umstieg außer Wartungssicherheit?

Der greifbarste Nutzen liegt im Finanzwesen und im Reporting. Weil das Universal Journal alle Buchungen in einer Tabelle hält, entfallen Abstimmungen zwischen FI und CO, Nachtläufe für Auswertungen und viele Zwischentabellen. Abschlüsse werden schneller, Auswertungen laufen auf aktuellen Daten. In der Logistik läuft die Disposition mit MRP Live deutlich schneller als der klassische Planungslauf, und Extended Warehouse Management lässt sich direkt im Kern des Systems betreiben.

Neue Funktionen entwickelt SAP nur noch für S/4HANA und die Cloud-Editionen: Fiori-Apps für die Fachbereiche, eingebettete Analysen und Anschlussmöglichkeiten für Prozessautomatisierung. Den KI-Assistenten Joule bietet SAP für SAP Cloud ERP und SAP Cloud ERP Private an, für On-Premise-Systeme derzeit nicht. Das gehört in die Entscheidung über die Betriebsform.

Diese Vorteile stellen sich allerdings nicht von allein ein. Eine rein technische Konvertierung liefert zunächst dasselbe System auf einer neuen Datenbank. Der Nutzen kommt, wenn Fachbereiche ihre Prozesse auf den neuen Standard umstellen und alte Umgehungslösungen abschaffen. Nehmen Sie diese Prozessänderungen mit Verantwortlichen und Terminen in den Projektplan auf.

Wann müssen Unternehmen auf SAP S/4HANA umstellen?

Für die meisten SAP-Kunden endet die Mainstream-Wartung für SAP ECC 6.0 am 31. Dezember 2027. Danach gibt es zwei kostenpflichtige Verlängerungen: die Extended Maintenance bis Ende 2030 und, unter engen Bedingungen, eine Übergangslösung bis Ende 2033. Beide kosten Aufschlag und enden an einem festen Datum.

Welche Fristen gelten: 2027, 2030 oder 2033?

Termin Was passiert Bedingungen und Kosten
31.12.2025 Ende der Mainstream-Wartung für SAP ERP 6.0 mit Enhancement Package 0 bis 5 Ohne Upgrade auf Enhancement Package 6 bis 8 laufen diese Systeme ohne neue Korrekturen und ohne gesetzliche Anpassungen weiter
31.05.2026 Nutzungsrechte für die meisten Compatibility Packs in S/4HANA On-Premise und SAP Cloud ERP Private ausgelaufen, nachdem SAP die Frist Ende 2025 einmalig um fünf Monate verlängert hatte Betrifft Unternehmen, die nach der Umstellung noch Altfunktionen aus dem Compatibility Scope nutzen; Ausnahmen wie Customer Service, LE-TRA und Teile von PP-PI laufen bis Ende 2030
31.12.2027 Ende der Mainstream-Wartung für SAP ERP 6.0 mit Enhancement Package 6 bis 8 sowie für die übrigen Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 (CRM 7.0, SCM 7.0, SRM 7.0) Gilt für die große Mehrheit der ECC-Installationen, auch für Systeme, die bereits auf SAP HANA laufen
01.01.2028 bis 31.12.2030 Extended Maintenance Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis, danach nur noch Customer-Specific Maintenance ohne neue Korrekturen
2031 bis 2033 SAP ERP, private edition, transition option Nur für ECC-Systeme, die bis Ende 2030 als SAP ERP, private edition im Rahmen von RISE with SAP in der privaten Cloud auf SAP HANA laufen; Mindestgröße 2 Terabyte, verpflichtender Support-Plan Max; Kauf ab 2028; bei Vertragsabschluss 2026 ab 2031 ein Aufschlag von 20 Prozent auf die Subskription, spätere Konditionen nennt SAP erst 2028
bis 2040 SAP garantiert, dass mindestens ein S/4HANA-Release in Wartung ist Planungshorizont für die Zielplattform

Die Übergangslösung bis 2033 richtet sich laut SAP ausdrücklich an die größten und komplexesten Kunden, und die Bedingungen zeigen, warum. Datenbankwechsel und Cloud-Umzug müssen bis Ende 2030 erledigt sein, nur die Umstellung auf S/4HANA selbst darf warten. Manche Mittelstandssysteme liegen zudem unter der Größenvorgabe von 2 Terabyte und kommen für die Option gar nicht infrage.

Für die Planung hilft eine Rückwärtsrechnung. Planen Sie für ein Migrationsprojekt im Mittelstand zwölf bis 24 Monate ein. Gut vorbereitete Konvertierungen kleiner Systeme schaffen es auch in unter einem Jahr, Neuimplementierungen mit neuen Prozessen brauchen eher länger. Für einen Go-Live vor Ende 2027 bleibt damit nur ein Start in diesem Jahr, in den meisten Fällen als Konvertierung. Bei einem späteren Start planen Sie den Aufschlag für die Extended Maintenance für ein bis zwei Jahre ein und setzen das Projekt trotzdem 2026 auf. Sonst rückt der Go-Live an das Ende der Extended Maintenance, wo sich Verzögerungen nicht mehr auffangen lassen. Rechnen Sie außerdem mit knappen Beratern, weil 2026 und 2027 viele Projekte gleichzeitig starten.

Wie weit der Markt ist, zeigt der DSAG-Investitionsreport 2026. Von den 198 Befragten aus Anwenderunternehmen setzen 54 Prozent noch SAP ECC oder die alte Business Suite ein, 56 Prozent betreiben bereits S/4HANA On-Premise. Von denjenigen, die weiter in SAP ECC investieren, wollen 37 Prozent bis Ende 2027 umstellen, fast die Hälfte plant den Wechsel bis Ende 2030, und 4 Prozent peilen die Übergangsoption bis 2033 an.

Warum forciert SAP den Umstieg?

SAP pflegt mit ECC und S/4HANA zwei Produktlinien parallel, und neue Funktionen entstehen nur noch in der neuen. Joule und die meisten Fiori-Neuerungen erreichen ECC-Kunden nicht mehr, und für die Business Data Cloud liefert SAP fertige Datenprodukte nur aus S/4HANA und den Cloud-Anwendungen. Gleichzeitig verschiebt SAP sein Geschäftsmodell auf Subskriptionen, vermutlich der Grund, warum die Übergangsoption bis 2033 an einen RISE-Vertrag gebunden ist.

Für Ihre Entscheidung folgt daraus ein Punkt, der in Terminplänen gern untergeht: Mit der Option 2033 entscheiden Sie sich faktisch für die private Cloud und ein Subskriptionsmodell. Wollen Sie den Systembetrieb an SAP abgeben und von Lizenz auf Subskription wechseln? Beides verändert Ihr laufendes Budget und Ihre Abhängigkeit von SAP, also klären Sie es, bevor die Option in den Zeitplan wandert.

Mit der Option 2033 entscheiden Sie sich faktisch für die private Cloud und ein Subskriptionsmodell.

Welcher Migrationsansatz passt: Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition?

Drei Wege führen nach S/4HANA: die Neuimplementierung (Greenfield), die Systemkonvertierung (Brownfield) und die selektive Datenübernahme (Selective Data Transition, von SNP als Bluefield vermarktet). Die Wahl hängt davon ab, wie viel vom bestehenden System Sie behalten wollen und wie viel Zeit bis zum Go-Live bleibt.

Greenfield: Wann lohnt sich die Neuimplementierung?

Beim Greenfield-Ansatz bauen Sie ein neues S/4HANA-System auf und richten die Prozesse nach dem SAP-Standard ein (Fit-to-Standard). Aus dem Altsystem übernehmen Sie nur die Stammdaten und offenen Posten, die Sie tatsächlich brauchen. Historische Belege bleiben im alten System oder in einem Archiv mit Lesezugriff.

Das Ergebnis ist ein sauberes System ohne Altlasten. Dafür dauert Greenfield in der Regel am längsten und kostet am meisten, weil Sie jede Eigenentwicklung, jede Schnittstelle und jeden Prozess neu bewerten. Die Fachbereiche leben später mit veränderten Abläufen. Sinnvoll ist der Ansatz für stark angepasste Altsysteme, nach Fusionen mit mehreren ERP-Welten und immer dann, wenn die Public Cloud das Ziel ist, denn dorthin führt nur die Neuimplementierung.

Brownfield: Wann passt die Systemkonvertierung?

Bei der System Conversion wandeln Sie das bestehende ECC-System technisch in ein S/4HANA-System um. Der Software Update Manager (SUM) übernimmt das in einem Durchgang. Mit der Database Migration Option (DMO) zieht er die Datenbank auf SAP HANA um, falls sie noch nicht darauf läuft. Dann installiert er die S/4HANA-Software und überführt die Daten in die neuen Strukturen. Danach folgen Nacharbeiten, allen voran die Migration der Finanzdaten in das Universal Journal. Daten, Customizing, Historie und Eigenentwicklungen bleiben erhalten.

Das macht Brownfield zum schnellsten Weg mit dem geringsten Umgewöhnungsaufwand. Ganz ohne Vorarbeit geht es trotzdem nicht. Vor der Konvertierung müssen Sie die Geschäftspartner eingeführt, die Simplification Items abgearbeitet und den Custom Code auf S/4HANA-Verträglichkeit geprüft haben. Der Simplification Item Check muss ohne Fehler durchlaufen, sonst bricht der SUM ab. Seit dem Ende der Compatibility Packs gehört außerdem die Ablösung von LE-WM und SD-Kreditmanagement in den Konvertierungsumfang, was den Zeitvorteil verkleinert. Und Sie nehmen alles mit, auch das, was schon in ECC niemand mehr verstanden hat. Brownfield passt zu standardnahen Systemen mit einem Mandanten, guter Datenqualität und Zeitdruck bis 2027.

Selective Data Transition: Wann brauchen Sie den Mittelweg?

Die Selective Data Transition verbindet beide Ansätze. Sie bauen ein neues oder technisch konvertiertes Zielsystem ohne Bewegungsdaten auf und übernehmen anschließend gezielt, was Sie brauchen. Das können bestimmte Buchungskreise sein, nur die Belege der letzten Jahre oder mehrere ECC-Systeme, die in einem aufgehen. Dafür brauchen Sie spezialisierte Werkzeuge und Partner mit Erfahrung darin. SAP bietet das selbst über sein DMLT-Team an und bildet mit SNP, Natuvion und cbs die SAP S/4HANA Selective Data Transition Engagement.

Der Vorteil liegt in der Flexibilität: Sie gestalten Prozesse dort neu, wo es sich lohnt, behalten Historie, wo Sie sie brauchen, und organisieren den Umstieg gesellschaftsweise in Wellen. Dafür ist der Ansatz komplexer und in der Regel teurer als eine reine Konvertierung. Er lohnt sich bei großen Datenmengen, bei Konsolidierungen und wenn der Betrieb nur kurze Stillstände verträgt.

Welcher Ansatz passt zu welcher Ausgangslage?

Die Tabelle zeigt, womit Sie die Bewertung beginnen sollten. Sie ersetzt keine Analyse des eigenen Systems.

Ausgangslage Zuerst prüfen Mitprüfen Eher nachrangig
Standardnahes ECC, ein Mandant, gute Datenqualität, Ziel bis Ende 2027 Brownfield Selective Data Transition, falls das Datenvolumen die Downtime sprengt Greenfield
Stark angepasstes System mit vielen Z-Programmen, Sie wollen Prozesse neu aufsetzen Greenfield Selective Data Transition, wenn Sie Historie brauchen Brownfield
Sie wollen mehrere ECC-Systeme oder Mandanten in einem System zusammenführen Selective Data Transition Greenfield mit gemeinsamem Template Brownfield
Sehr große Datenbank, operativ brauchen Sie nur die letzten Jahre Selective Data Transition Brownfield nach umfangreicher Archivierung Greenfield
Zielbetriebsform ist SAP Cloud ERP (Public Cloud) Greenfield, der einzige mögliche Weg Prüfen, ob die Standardprozesse tragen Brownfield und Selective Data Transition entfallen
Tochtergesellschaft oder Neugründung ohne SAP-Altsystem Greenfield SAP Cloud ERP als Betriebsform Alle Ansätze mit Datenübernahme

Wie bereiten Sie die SAP S/4HANA Migration vor?

Die Vorbereitung entscheidet mit über Dauer und Kosten, unabhängig vom Ansatz. Sechs Bausteine gehören in jede Vorbereitungsphase.

  • SAP Readiness Check durchführen

    Das Werkzeug analysiert Ihr produktives ECC-System und listet Simplification Items, betroffenen Custom Code, installierte Add-ons, Integrationen, empfohlene Fiori-Apps und das Datenvolumen auf. Aus diesem Umfang leitet der Partner die erste Aufwandsschätzung ab.

  • Simplification Items bewerten

    Jede relevante Position braucht eine Entscheidung: Funktion ersetzen, Prozess anpassen oder verzichten. Diese Entscheidungen treffen die Fachbereiche gemeinsam mit der IT, weil sie die Prozesse betreffen.

  • Geschäftspartner einführen

    Die Customer Vendor Integration (CVI) ist Pflicht vor jeder Konvertierung. Dabei kommen Dubletten und unvollständige Stammdaten ans Licht; planen Sie die Bereinigung als eigenes Arbeitspaket ein.

  • Daten bereinigen und archivieren

    Das Datenvolumen bestimmt die Downtime bei der Konvertierung und die Größe der HANA-Datenbank, also Hardware oder Subskriptionskosten. Alte Belege, abgeschlossene Projekte und Testmandanten gehören vorher ins Archiv.

  • Custom Code inventarisieren

    Schalten Sie den ABAP Call Monitor (SCMON) ein und lassen Sie ihn mindestens über einen Jahresabschluss laufen, sonst fehlen Programme, die nur zum Quartals- oder Jahreswechsel laufen. Was in dieser Zeit niemand aufruft, kommt auf die Streichliste. Den Rest prüfen Sie mit den S/4HANA-Checks des ABAP Test Cockpit von einem zentralen Prüfsystem aus, denn das ECC-System selbst kann diese Checks nicht ausführen.

  • Zielbild und Verantwortung festlegen

    Betriebsform, Clean-Core-Regeln für künftige Erweiterungen, Prozessverantwortliche aus den Fachbereichen und ein Budget, das eine mögliche Extended Maintenance einschließt. Legen Sie fest, wer in der Geschäftsführung das Projekt verantwortet, im Lenkungskreis über Umfang, Budget und Termin entscheidet und den Key Usern Vorrang vor dem Tagesgeschäft gibt.

Checkliste: Ist Ihr Unternehmen bereit für die SAP S/4HANA Migration?

  • Sie kennen Release, Enhancement Package, Datenbank und Unicode-Status Ihres Systems und wissen, welche Frist für Sie gilt.
  • Der SAP Readiness Check liegt vor, und die Fachbereiche kennen die Ergebnisse.
  • Sie haben die Simplification Items bewertet und offene Entscheidungen dokumentiert.
  • Sie haben den Custom Code inventarisiert und ungenutzte Entwicklungen markiert.
  • Sie haben die Stammdatenqualität bewertet und die Geschäftspartner-Konvertierung geplant oder erledigt.
  • Sie kennen das Datenvolumen und haben ein Archivierungskonzept.
  • Sie haben alle Schnittstellen zu Drittsystemen dokumentiert.
  • Sie haben installierte Add-ons im Maintenance Planner auf S/4HANA-Freigabe geprüft.
  • Sie haben die Zielbetriebsform entschieden und intern begründet.
  • Die Geschäftsführung hat Budget, Zeitplan und Projektorganisation freigegeben und die Key User freigestellt.
  • Das Testkonzept sieht mindestens zwei vollständige Testmigrationen vor.
  • Sie haben mit dem Betriebsrat geklärt, ob die Betriebsvereinbarung zu SAP eine Ergänzung braucht.
  • Es gibt einen Schulungs- und Kommunikationsplan für die Fachbereiche.

Wenn Sie mehrere Punkte verneinen, zeigt Ihnen die Liste den Umfang der Vorbereitungsphase. Diese Punkte arbeiten Sie in der Vorbereitung ab, den Projektstart müssen Sie dafür nicht verschieben.

In welchen sieben Schritten läuft die SAP S/4HANA Migration ab?

SAP gibt mit der Methodik SAP Activate einen Phasenrahmen vor: Discover, Prepare, Explore, Realize, Deploy und Run. Die meisten Partner arbeiten danach. In der Praxis lässt sich ein Migrationsprojekt in sieben Schritte übersetzen.

  • Systemanalyse und Readiness Check

    Ziel ist ein ehrliches Bild des Ist-Systems: Simplification Items, Custom Code, Datenvolumen, Add-ons, Schnittstellen. Beteiligt sind SAP-Basis, Entwicklung und ein erfahrener Partner. Ergebnis ist eine Aufwandsindikation, mit der Sie in die Entscheidung gehen können.

  • Ansatz, Betriebsmodell und Partner festlegen

    Auf Basis der Analyse entscheiden Geschäftsführung und IT über Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition, über On-Premise oder Cloud und über den Umsetzungspartner. Ergebnis sind Business Case, Budget und Projektorganisation.

  • Zielprozesse und Architektur festlegen

    In Fit-to-Standard-Workshops prüfen die Fachbereiche, welche Standardprozesse passen und wo Anpassungen unvermeidbar sind. Parallel entstehen das Datenmigrationskonzept, das Berechtigungskonzept und die Entscheidungen zum Custom Code.

  • Sandbox-Konvertierung oder Prototyp

    Bei Brownfield konvertiert der Partner eine Kopie des Produktivsystems, bei Greenfield entsteht ein erster Prototyp mit echten Stammdaten. Dieser Durchlauf zeigt Fehler, Laufzeiten und die realistische Downtime. Meist braucht es zwei bis drei Durchläufe.

  • Realisierung

    Konfiguration, Anpassung des Custom Code, Aufbau der Schnittstellen, Fiori-Rollen und Testmigrationen der Daten. Jede Testmigration endet mit einem Abgleich durch die Fachbereiche.

  • Tests, Abnahme und Cutover-Planung

    Integrationstests über alle Prozesse, Anwendertests, Performance-Tests und ein Cutover-Drehbuch mit Downtime-Fenster, Rückfallplan und Go/No-Go-Kriterien. Legen Sie den Go-Live auf einen Periodenwechsel, am besten auf den Beginn eines Geschäftsjahres oder Quartals, und halten Sie den Jahresabschluss aus der Hypercare-Phase heraus. Für die Konvertierung planen Sie ein Wochenende Downtime und prüfen die Laufzeit in den Sandbox-Durchläufen. Reicht das Fenster nicht, verlagert die Downtime-optimierte DMO einen Teil der Datenübernahme in den laufenden Betrieb. Wie Sie belastbare Testdaten für diese Phase aufbauen, beschreibt unser Beitrag zum Testdatenmanagement.

  • Go-Live und Hypercare

    Nach dem Go-Live folgen einige Wochen Hypercare mit erhöhter Supportbereitschaft, dann geht das System in den Regelbetrieb. Spätestens jetzt muss klar sein, wer die Clean-Core-Regeln durchsetzt, wer Release-Updates verantwortet und wer die Prozessverbesserungen aus Schritt 3 weiterverfolgt.

Die Schritte sind für alle drei Ansätze gleich, ihr Gewicht verschiebt sich. Bei Brownfield dominieren die technischen Durchläufe und Tests, bei Greenfield die Prozessworkshops und die Datenmigration.

Wie migrieren Sie Daten und Eigenentwicklungen nach S/4HANA?

Bei einer Neuimplementierung ist die Datenmigration ein eigenes Teilprojekt neben dem Hauptprojekt, mit eigenem Zeitplan und eigenen Verantwortlichen. Sie klären zuerst, welche Stammdaten, offenen Posten und Bewegungsdaten das Zielsystem braucht und aus welchen Datenquellen sie kommen. Danach bereinigen Sie die Daten, ordnen sie den Datenstrukturen des neuen Datenmodells zu und laden sie in mehreren Testmigrationen. Jeden Testlauf nehmen die Geschäftsanwender in einem festen Validierungsprozess ab. Bei der Systemkonvertierung nimmt der SUM die Datenbank dagegen komplett mit. Die Arbeit liegt dort vorher in Bereinigung und Archivierung, weil jedes überflüssige Gigabyte die Downtime verlängert und die HANA-Datenbank vergrößert.

Was ist das SAP S/4HANA Migration Cockpit?

Das SAP S/4HANA Migration Cockpit ist das Standardwerkzeug von SAP für die Datenübernahme bei Neuimplementierungen, On-Premise wie in der Cloud. Es steckt seit S/4HANA 2020 in der Fiori-App „Migrate Your Data“ und ist im Lieferumfang enthalten. Die frühere Transaktion LTMC ist seit S/4HANA 2021 abgekündigt, neue Projekte lassen sich dort nicht mehr anlegen.

Das Cockpit bringt vordefinierte Migrationsobjekte mit, etwa für Geschäftspartner, Materialien, Anlagen, offene Posten oder Kostenstellen, inklusive Feldzuordnung und Prüfungen. Für die Befüllung gibt es zwei Wege: Staging-Tabellen, die Sie per Datei, ETL-Werkzeug oder SAP Data Services beladen, und den Direct Transfer, der Daten direkt aus einem angebundenen SAP-Quellsystem liest. Beide Wege wiederholen Sie in Testläufen, bis die Fehlerlisten leer sind.

Zwei Grenzen sollten Sie kennen. Erstens ist das Cockpit für Stammdaten und offene Bewegungsdaten gedacht, nicht für die komplette Historie; für alte Belege im neuen System brauchen Sie die Selective Data Transition. Zweitens bereinigt das Cockpit keine Daten. Es prüft Formate und Pflichtfelder, aber Dubletten und veraltete Lieferanten wandern hindurch, wenn sie vorher niemand aussortiert hat.

Wie sichern Sie die Datenqualität vor der Migration?

Datenbereinigung braucht einen Eigentümer pro Datenobjekt. Ohne einen Verantwortlichen für Materialstämme, Lieferanten und Kunden bleibt die Arbeit liegen, bis die erste Testmigration Fehlerlisten liefert. Benennen Sie deshalb pro Datenobjekt einen Verantwortlichen im Fachbereich und lassen Sie die Daten vor Projektstart analysieren, damit der Umfang der Bereinigung bekannt ist. Legen Sie Regeln fest, was Sie löschen, zusammenführen oder nachpflegen, und arbeiten Sie diese Liste ab, bevor die erste Testmigration läuft. Prüfen Sie außerdem, welche Altdaten Sie aus Datenschutzgründen gar nicht mehr übernehmen dürfen. Ein Löschkonzept gehört zur Migration dazu.

Was passiert mit Eigenentwicklungen?

Die Sorge, dass Z-Entwicklungen bei der Migration verloren gehen, ist unbegründet. Bei der Konvertierung bleiben sie erhalten, bei der Neuimplementierung entscheiden Sie, was Sie nachbauen. Der Aufwand liegt in der Prüfung: Jede Entwicklung muss jemand gegen das neue Datenmodell testen und über ihre Zukunft entscheiden.

Der Prozess heißt bei SAP Custom Code Migration. Er beginnt mit der Bestandsaufnahme: Die Nutzungsstatistik aus dem ABAP Call Monitor zeigt, welche Entwicklungen die Anwender überhaupt noch aufrufen. Anschließend prüft das ABAP Test Cockpit den verbleibenden Code gegen die Simplification Database, die alle Änderungen des Datenmodells und der Schnittstellen kennt. Die Fiori-App „Custom Code Migration“ fasst die Ergebnisse zusammen und filtert sie nach Nutzung und Quick-Fix-Verfügbarkeit. Für viele Standardfälle liefert SAP halbautomatische Korrekturen (Quick Fixes), die Sie nach der technischen Konvertierung in den ABAP Development Tools anwenden. Seit 2025 hilft Joule für Entwickler bei der Anpassung, seit Mitte 2026 ergänzt um einen ersten Custom Code Migration Agent, der Prüfbefunde automatisiert abarbeitet. Beides gibt es für SAP Cloud ERP Private und die SAP Business Technology Platform, abgerechnet nach Verbrauch, für On-Premise-Systeme derzeit nicht.

Am Ende sortieren Sie jede Entwicklung in eine von drei Gruppen. Stilllegen, weil sie niemand nutzt oder der Standard sie ersetzt. Anpassen, weil Sie den Code weiter brauchen und nur technisch angleichen müssen. Oder neu bauen, weil die Funktion nach dem Clean-Core-Prinzip als Erweiterung auf der SAP Business Technology Platform oder als Key-User-Erweiterung besser aufgehoben ist. Die Fachbereiche entscheiden mit, weil nur die Anwender wissen, welche Reports sie noch nutzen.

Womit müssen Sie bei Aufwand, Kosten und Risiken rechnen?

Der Aufwand einer S/4HANA-Migration richtet sich vor allem nach dem Abstand zum Standard, kaum nach der Zahl der Nutzer. Ein System mit wenigen Eigenentwicklungen, sauberen Stammdaten und einem Mandanten lässt sich in Monaten konvertieren. Ein über zwanzig Jahre gewachsenes System mit hunderten Z-Programmen, mehreren Buchungskreisen und Dutzenden Schnittstellen braucht ein Mehrfaches davon, bei jedem Ansatz.

Die Kosten verteilen sich auf mehrere Blöcke, und das Angebot des Partners zeigt meist nur einen davon. Der größte Posten ist die Implementierung durch den Partner. Dazu kommen Lizenz oder Subskription, oft mit einer Vertragsumstellung, Infrastruktur oder Cloud-Betrieb, Schulung, Testumgebungen und bei spätem Start die Extended Maintenance. Intern binden Sie Key User über Monate für Workshops, Tests und Datenbereinigung. Lassen Sie sich die Personentage deshalb getrennt nach Partner und eigenem Haus ausweisen, sonst fehlt der interne Anteil im Budget. Vergleichen Sie außerdem die laufenden Kosten über fünf Jahre: Bei On-Premise zahlen Sie weiter Wartung auf den Lizenzwert, bei SAP Enterprise Support derzeit 22 Prozent, plus eigenen Betrieb. Bei RISE zahlen Sie eine Subskription, die Betrieb, Datenbank und Wartung enthält. Welche Größenordnungen dabei realistisch zusammenkommen, zeigt unsere Übersicht zu den Kosten einer S/4HANA-Migration im Mittelstand.

Wie viel Aufwand bedeutet die Migration?

Die wichtigsten Aufwandstreiber sind der Anteil an Custom Code, die Datenqualität, die Zahl der Schnittstellen zu Drittsystemen und die Zahl der Buchungskreise und Länder mit eigenen gesetzlichen Anforderungen. Hinzu kommen Add-ons ohne S/4HANA-Freigabe, das Berechtigungskonzept und der Schulungsbedarf. Der Readiness Check macht die ersten vier messbar, die übrigen gehören in die Partnergespräche vor dem Angebot.

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: die Berechtigungen. Alte Rollen lassen sich nicht eins zu eins übernehmen, weil Fiori-Apps ihre Berechtigungen über Business-Kataloge beziehen und Apps viele Transaktionen ersetzen. Setzen Sie das Berechtigungskonzept deshalb schon in Schritt 3 auf die Liste, mit einem eigenen Verantwortlichen aus der SAP-Basis.

Welche typischen Fehler kosten Zeit und Geld?

Die Fehler wiederholen sich über Projekte hinweg. Schnittstellen tauchen zu spät im Projektplan auf, und im Integrationstest fehlt plötzlich die EDI-Anbindung des größten Kunden. Die Datenbereinigung wandert ans Projektende, weil sie im Tagesgeschäft keinen Owner hat. Die Fachbereiche sehen die neue Oberfläche zum ersten Mal im Anwendertest. Add-ons von Drittanbietern haben keine S/4HANA-Freigabe, und der Hersteller verspricht sie für das übernächste Quartal.

Zwei organisatorische Fehler kommen hinzu. Der erste ist ein Vertrag ohne klare Verantwortungsabgrenzung: Wer verantwortet die Datenmigration, wer den Custom Code, wer die Tests? Bleibt das offen, streiten Partner und interne IT im Cutover darüber. Der zweite ist fehlendes Change Management. S/4HANA verändert Abläufe, Oberflächen, Rollen und Zuständigkeiten. Führungskräfte müssen erklären, warum sich Arbeit ändert, und Key User brauchen Zeit, ihre Kollegen mitzunehmen. In vielen Häusern regelt außerdem eine Betriebsvereinbarung den Einsatz von SAP. Neue Module, Fiori-Rollen und Protokolle fallen unter die Mitbestimmung nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG, also gehört der Betriebsrat schon vor den Fit-to-Standard-Workshops an den Tisch. Ohne diese Begleitung arbeiten die Anwender mit den alten Umgehungslösungen weiter.

Wie finden Sie den passenden Partner für die SAP S/4HANA Migration?

Mit der Partnerwahl legen Sie fest, wer in den nächsten zwei Jahren mit Ihrem Kernsystem arbeitet und wer nach dem Go-Live erreichbar ist. Der Tagessatz ist dafür ein schwaches Kriterium. Sechs Fragen bringen mehr:

Hat der Partner Referenzen mit demselben Ansatz und ähnlicher Größe?

Ein Haus mit Konzernprojekten arbeitet anders als eines, das Mittelständler mit 300 Nutzern begleitet.

Mit welcher Methodik und welchen Werkzeugen arbeitet er?

SAP Activate, Readiness Check und Migration Cockpit gehören zum Standard, bei Selective Data Transition ein eingeführtes Tooling. Fragen Sie, wie er Testmigrationen und Cutover plant.

Hat er im Zeitfenster Kapazität?

2026 starten viele Projekte gleichzeitig. Lassen Sie sich die Namen des Kernteams vertraglich zusichern.

Wie sieht das Vertragsmodell aus, und wer verantwortet was?

Festpreis pro Phase oder Aufwand, und vor allem die Abgrenzung bei Datenmigration, Custom Code und Tests. Das gehört in den Vertrag.

Wer betreibt das System nach dem Go-Live?

Klären Sie, ob der Partner Application Management, Hosting oder RISE-Betreuung leisten will, oder ob danach ein weiterer Anbieter nötig ist.

Wie neutral ist er bei der Betriebsform?

Viele Partner vertreiben RISE-Verträge und werden dafür von SAP vergütet, bei On-Premise verdienen sie an Beratungstagen. Lassen Sie sich beide Varianten über fünf Jahre mit Zahlen vorrechnen.

Im it-dock Anbieterverzeichnis führen aktuell 128 Dienstleister den Schwerpunkt SAP S/4HANA Migration, vom spezialisierten SAP-Beratungshaus bis zum Systemhaus mit eigenem SAP-Basis-Team. Für die Anbindung von Drittsystemen und EDI finden Sie dort außerdem Dienstleister mit Schwerpunkt ERP-nahe Integration. Wer sich die Vorauswahl abkürzen möchte, beschreibt sein Projekt im IT-Lotse und erhält eine Shortlist passender Anbieter, kostenlos und ohne Anmeldung.

Fazit: Welche drei Entscheidungen stehen jetzt an?

Ende 2027 erreicht SAP ECC das Wartungsende. Die Verlängerungen kosten Aufschlag, und die Option bis 2033 bindet Sie an einen RISE-Vertrag mit Mindestgröße und Support-Plan. Bis dahin müssen Sie den Migrationsansatz, die Betriebsform und den Partner festgelegt haben. Der Readiness Check, eine Analyse der Stammdaten und das Inventar der Eigenentwicklungen liefern die Zahlen dafür, und alle drei können Sie ohne Partnerentscheidung starten. Passende Dienstleister finden Sie über den Schwerpunkt SAP S/4HANA Migration im Anbieterverzeichnis.

Häufige Fragen zur SAP S/4HANA Migration

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