IT-Infrastruktur in die Cloud migrieren: Der Leitfaden

Modelle vergleichen, Kosten planen & Sicherheit prüfen. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Cloud-Symbol über Serverschränken im Rechenzentrum als Sinnbild für die Migration der IT-Infrastruktur in die Cloud

Wer seine IT-Infrastruktur in die Cloud migrieren möchte, sollte zuerst klären, welche Anwendungen davon profitieren und welche Anforderungen der neue Betrieb erfüllen muss. Entscheidend sind die Abhängigkeiten zwischen Systemen, die benötigte Leistung, Sicherheitsvorgaben und die Gesamtkosten. Daraus entstehen die Zielarchitektur und ein Migrationsplan mit Pilotprojekt, Tests und schrittweiser Umstellung.

Dieser Leitfaden unterstützt IT-Verantwortliche und Geschäftsführungen mittelständischer Unternehmen bei diesen Entscheidungen. Er erklärt die Grundlagen der Cloud-Infrastruktur, vergleicht Betriebsmodelle und zeigt, wie Sie die Migration vorbereiten und den anschließenden Betrieb organisieren.

Was ist eine Cloud-Infrastruktur?

Eine Cloud-Infrastruktur umfasst die Hardware- und Softwarekomponenten, mit denen Cloud-Dienste bereitgestellt werden. Dazu gehören Server, Datenspeicher, Netzwerke und Virtualisierung. Unternehmen können diese Ressourcen über Verwaltungsportale oder Programmierschnittstellen bereitstellen und an ihren Bedarf anpassen. [1]

Auch die Cloud läuft auf physischer Hardware in Rechenzentren. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie Ressourcen genutzt und verwaltet werden: Statt jeden Server einzeln zu beschaffen, beziehen Unternehmen beispielsweise virtuelle Maschinen, Speicher oder verwaltete Dienste. Eine private Cloud kann auch im eigenen Rechenzentrum betrieben werden. [2]

Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung und Nutzung dieser IT-Leistungen. Die Cloud-Infrastruktur bildet dafür die technische Grundlage.

Was gehört zur IT-Infrastruktur eines Unternehmens?

IT-Infrastruktur umfasst mehr als Server. Dazu zählen auch Arbeitsplatzgeräte, Betriebssysteme, Netzwerke und die technischen Grundlagen für Anwendungen wie ERP oder CRM. [3] Bei einer Cloud-Migration müssen deshalb auch die verbleibenden lokalen Komponenten berücksichtigt werden: Endgeräte, WLAN, Internetanschlüsse und gegebenenfalls Produktionssysteme bleiben Teil der gesamten IT-Umgebung.

Was ist der Unterschied zwischen Infrastruktur und IT-Architektur?

Die Infrastruktur umfasst die vorhandenen technischen Komponenten. Die IT-Architektur beschreibt, wie diese zusammenwirken und nach welchen Regeln sie aufgebaut werden. Eine Cloud-Architektur legt beispielsweise fest, wie Anwendungen, Daten und Netzwerke verbunden sind. [4]

Für die Migration bedeutet das: Erst definieren Sie den gewünschten Aufbau. Anschließend wählen Sie die passenden Ressourcen und Dienste aus.

Welche Komponenten braucht eine Cloud-Infrastruktur?

Rechenleistung, Speicher und Netzwerke bilden den technischen Kern. Für einen verlässlichen Betrieb kommen Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen hinzu.

Welche Aufgaben übernehmen Compute, Storage und Netzwerk?

Compute

Rechenressourcen führen Anwendungen aus, beispielsweise auf virtuellen Maschinen oder in Containern.

Storage

Blockspeicher dient etwa als Laufwerk für virtuelle Maschinen. Dateispeicher unterstützt gemeinsame Dateiablagen. Objektspeicher eignet sich unter anderem für große Mengen unstrukturierter Daten.

Netzwerk

Virtuelle Netzwerke, Routing und Verbindungen zu Standorten ermöglichen die Kommunikation zwischen Anwendungen und Nutzern. [1, 4]

Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von den Anwendungen ab. Eine Datenbank hat andere Leistungsanforderungen als ein Dokumentenarchiv. Dimensionieren Sie Ressourcen deshalb anhand gemessener Nutzung und erwarteter Lastspitzen.

Wie funktionieren Virtualisierung und Automatisierung?

Virtualisierung entkoppelt nutzbare Ressourcen von der einzelnen physischen Maschine. So können mehrere virtuelle Systeme dieselbe Hardware nutzen. Automatisierung unterstützt die wiederholbare Bereitstellung und Verwaltung dieser Ressourcen. [5]

In der Praxis lassen sich Netzwerke, Zugriffsregeln und Systeme über dokumentierte Konfigurationen aufbauen. Das erleichtert Änderungen und die Wiederherstellung. Container-Orchestrierung kann für geeignete Anwendungen sinnvoll sein; sie ist keine Voraussetzung für jede Cloud-Migration.

Was unterscheidet Cloud-Infrastruktur von On-Premises?

On-Premises bedeutet, dass Systeme in der lokalen Umgebung des Unternehmens betrieben werden. Bei extern bezogenen Cloud-Diensten übernimmt der Anbieter einen Teil der Bereitstellung und des Betriebs. Wie weit diese Entlastung reicht, hängt vom Dienstmodell und vom Vertrag ab.

Kriterium On-Premises Extern bezogene Cloud-Dienste
Hardware Unternehmen beschafft oder least sie Anbieter stellt die zugrunde liegende Hardware bereit
Kapazität Erweiterung innerhalb vorhandener Reserven oder durch Beschaffung Anpassung innerhalb verfügbarer Dienste, Kontingente und Vertragsgrenzen
Kosten Investitionen plus laufender Betrieb Nutzungsabhängige oder vereinbarte laufende Entgelte plus eigener Aufwand
Administration Internes Team oder beauftragter Dienstleister Aufgaben verteilen sich nach Dienstmodell und Vertrag
Standortanbindung Lokales Netz; externe Verbindungen nach Bedarf Leistungsfähige Verbindung zu den genutzten Cloud-Diensten erforderlich
Sicherheit Unternehmen organisiert Schutzmaßnahmen Anbieter und Kunde übernehmen unterschiedliche Schutzaufgaben

Lokale Infrastruktur und Cloud lassen sich kombinieren. Die passende Lösung ergibt sich aus den Anforderungen der einzelnen Anwendungen.

Welche Vorteile bietet die Cloud für Unternehmen?

Die Cloud ist besonders dann hilfreich, wenn Ressourcen kurzfristig benötigt werden oder der Bedarf stark schwankt. Sie kann außerdem den Aufwand für den Betrieb physischer Infrastruktur verringern.

Schnellere Bereitstellung

Neue Umgebungen können ohne vorherige Hardwarebeschaffung eingerichtet werden.

Flexible Skalierbarkeit

Kapazitäten lassen sich bei geeigneter Architektur an steigende und sinkende Last anpassen.

Weniger eigener Hardwarebetrieb

Bei externen Diensten übernimmt der Anbieter die physische Infrastruktur.

Zugang zu zusätzlichen Diensten

Unternehmen können etwa verwaltete Datenbanken oder Analyseplattformen nutzen. [1]

Diese Vorteile entstehen nicht automatisch. Eine Anwendung muss zusätzliche Ressourcen auch nutzen können. Und eine einzelne virtuelle Maschine wird durch ihren Standort in der Cloud noch nicht ausfallsicher. Verfügbarkeit, Datensicherung und Wiederherstellung müssen gezielt geplant werden.

Wann ist eine Cloud-Migration sinnvoll?

Ein guter Anlass ist beispielsweise ein anstehender Hardwarewechsel, Wachstum an mehreren Standorten oder ein hoher Aufwand für Wartung und Bereitstellung. Auch neue Anwendungen können den Ausschlag geben, wenn passende Cloud-Dienste ihre Umsetzung erleichtern.

Formulieren Sie ein messbares Ziel: Soll die Bereitstellung einer Testumgebung schneller werden? Soll die Wiederherstellung nach einem Ausfall verbessert werden? Oder soll das IT-Team weniger Zeit mit Hardwarewartung verbringen? Diese Ziele helfen später bei der Bewertung des Projekts.

Welche Nachteile und Risiken müssen Sie berücksichtigen?

Wesentliche Risiken sind unkontrollierte laufende Kosten, Abhängigkeiten von Anbietern, Fehlkonfigurationen und Leistungsprobleme durch ungünstige Netzwerkverbindungen. Ein Anbieterwechsel kann außerdem aufwendig werden, wenn Anwendungen eng an spezielle Dienste gebunden sind.

Prüfen Sie deshalb vor der Migration, welche Fähigkeiten Ihr Team benötigt, wie Störungen bearbeitet werden und wie Daten bei einem späteren Wechsel exportiert werden können.

Welche Cloud-Modelle passen zu Ihrer IT-Infrastruktur?

Public Cloud, Private Cloud und Hybrid Cloud beschreiben unterschiedliche Bereitstellungsmodelle. Multi-Cloud bezeichnet die Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter. Die Begriffe sollten bei der Planung getrennt betrachtet werden.

Modell Bedeutung Worauf Sie achten sollten
Public Cloud Ein Anbieter stellt Dienste für mehrere Kunden bereit; deren Ressourcen werden voneinander isoliert Verantwortlichkeiten, Kostensteuerung und benötigte Dienste
Private Cloud Cloud-Umgebung zur ausschließlichen Nutzung durch eine Organisation Betriebsaufwand, Kapazitätsplanung und Anforderungen an Isolation
Hybrid Cloud Verbundene lokale beziehungsweise private Umgebung und Public Cloud Schnittstellen, Identitäten und Netzwerkleistung
Multi-Cloud Nutzung von Diensten mehrerer Cloud-Anbieter Zusätzlicher Aufwand für Betrieb, Sicherheit und Integration

Die Wahl eines Modells allein garantiert weder Sicherheit noch Datenschutz. Maßgeblich sind die konkrete Umsetzung und die eingesetzten Dienste.

Wann ist eine hybride IT-Infrastruktur sinnvoll?

Eine hybride IT-Infrastruktur kann sinnvoll sein, wenn einige Anwendungen eng mit lokalen Systemen verbunden sind und andere von Cloud-Diensten profitieren. Sie erlaubt eine schrittweise Verlagerung statt einer vollständigen Umstellung zu einem einzigen Termin.

Ein mögliches Szenario: Produktionsnahe Systeme bleiben zunächst vor Ort. Eine neue Analyseanwendung verarbeitet ausgewählte Daten in der Cloud. Dafür müssen Datenflüsse, Zugriffsrechte und Netzwerkverbindungen gemeinsam geplant werden.

Wann lohnt sich Multi-Cloud?

Mehrere Anbieter können sinnvoll sein, wenn bestimmte Dienste benötigt werden oder bewusst unterschiedliche Plattformen genutzt werden sollen. Die zusätzliche Komplexität muss jedoch zum Nutzen passen. Eine zweite Cloud schafft noch keine Ausfallsicherheit: Dafür braucht es eine getestete Architektur, die den Ausfall tatsächlich abfangen kann.

Was unterscheidet IaaS, PaaS und SaaS?

IaaS, PaaS und SaaS beschreiben, welche Leistungen Sie beziehen und welche Aufgaben beim Anbieter liegen. Sie ergänzen die Bereitstellungsmodelle: Eine Public Cloud kann beispielsweise sowohl IaaS als auch PaaS anbieten.

Dienstmodell Bezogene Leistung Typische Aufgaben des Unternehmens
IaaS – Infrastructure as a Service Rechenleistung, Speicher und Netzwerk Betriebssysteme, Anwendungen, Konfiguration und Zugriffe verwalten
PaaS – Platform as a Service Verwaltete Plattform für Anwendungen Eigene Anwendung, Daten und freigegebene Einstellungen verwalten
SaaS – Software as a Service Fertige Software als Dienst Nutzer, Berechtigungen, Daten und Anwendungseinstellungen organisieren

Die genaue Aufgabenverteilung ist dienstabhängig. Auch bei SaaS bleiben Verantwortung für Daten, Identitäten und die eigenen Einstellungen beim Unternehmen. [6]

Wie bereiten Sie die Migration Ihrer IT-Infrastruktur vor?

Erstellen Sie zuerst eine Bestandsaufnahme. Sie sollte nicht nur Server auflisten, sondern auch die Geschäftsprozesse und technischen Abhängigkeiten erfassen, die daran hängen.

Dokumentieren Sie für jede Anwendung:

  • Zweck, Fachverantwortliche und technische Ansprechpartner;
  • Betriebssystem, Softwareversion, Supportstatus und Lizenzen;
  • genutzte Datenbanken, Schnittstellen und angebundene Geräte;
  • Datenvolumen, Schutzbedarf und Aufbewahrungsanforderungen;
  • gemessene Auslastung und typische Lastspitzen;
  • tolerierbare Ausfallzeit und tolerierbaren Datenverlust;
  • aktuelle Betriebskosten und bekannte Probleme.

Die tolerierbare Ausfallzeit wird häufig als RTO bezeichnet. Das RPO beschreibt, wie viel Datenverlust zeitlich höchstens akzeptabel ist. Beide Werte bestimmen, welche Sicherungs- und Wiederherstellungsverfahren erforderlich sind.

Welche Anwendungen eignen sich für die Cloud?

Bewerten Sie jede Anwendung einzeln. Gute Kandidaten können Systeme mit schwankendem Ressourcenbedarf, wenigen lokalen Abhängigkeiten oder einem hohen Modernisierungsbedarf sein. Prüfen Sie dafür auch die Freigaben des Softwareherstellers.

Ein Dateiserver ist nicht automatisch einfach zu migrieren: Berechtigungen, große Dateien und Anwendungen mit direktem Dateizugriff können die Umstellung erschweren. Ebenso kann ein ERP-System cloudfähig sein, wenn Schnittstellen, Lizenzen und Leistung dazu passen. Entscheiden Sie anhand dieser Anforderungen statt allein anhand der Anwendungskategorie.

Welche Migrationsstrategie ist die richtige?

Für unterschiedliche Anwendungen kommen unterschiedliche Strategien infrage. Das verbreitete Modell der „7 Rs“ hilft, diese Entscheidungen zu ordnen. [7]

Strategie Vorgehen
Rehost Anwendung weitgehend unverändert in die Cloud verlagern, auch Lift-and-Shift genannt
Replatform Einzelne technische Komponenten anpassen, ohne die Anwendung grundlegend neu zu entwickeln
Refactor Anwendung für die Zielarchitektur grundlegend überarbeiten
Repurchase Bestehende Software durch eine andere Lösung ersetzen, beispielsweise SaaS
Relocate Bestehende virtualisierte Umgebung auf eine kompatible Zielplattform verschieben
Retain Anwendung vorerst in der bisherigen Umgebung behalten
Retire Nicht mehr benötigte Anwendung stilllegen

Lift-and-Shift kann den ersten Umzug vereinfachen, übernimmt aber häufig auch bestehende Schwächen. Eine Modernisierung kann später folgen. Legen Sie für jede Anwendung fest, welche Strategie ihren Zweck am besten erfüllt und welcher Aufwand dafür vertretbar ist.

Wie migrieren Sie Ihre IT-Infrastruktur Schritt für Schritt?

Ein belastbarer Migrationsplan verbindet technische Umsetzung mit fachlicher Abnahme. Die folgenden Schritte bieten dafür einen praktischen Rahmen.

  1. Welche Ziele und Erfolgskriterien legen Sie fest?
    Definieren Sie den Projektumfang, das Budget und die Verantwortlichen. Bestimmen Sie, welche Systeme migriert werden und welche zunächst bleiben. Legen Sie messbare Kriterien für Leistung, Verfügbarkeit, Wiederherstellung und Kosten fest.
  2. Wie wählen Sie Zielarchitektur und Anbieter aus?
    Leiten Sie aus der Bestandsaufnahme die benötigten Dienste und Verbindungen ab. Prüfen Sie die Datenschutzanforderungen bereits in dieser Phase. Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Anforderungen und berücksichtigen Sie den späteren Betrieb.
  3. Wie bauen Sie eine sichere Cloud-Grundumgebung auf?
    Richten Sie vor der ersten produktiven Anwendung Konten, Rollen, Netzwerke, Protokollierung und Kostenüberwachung ein. Diese vorbereitete Grundumgebung wird häufig Landing Zone genannt. Sie sollte auch Regeln für Ressourcennamen, zulässige Regionen und getrennte Test- und Produktivumgebungen enthalten.
  4. Womit starten Sie das Pilotprojekt?
    Wählen Sie eine überschaubare Anwendung mit begrenztem Geschäftsrisiko. Der Pilot sollte trotzdem typische Anforderungen abbilden, etwa Anmeldung, Datenbankzugriff oder eine Schnittstelle. Testen Sie Migration, Betrieb, Kosten und Wiederherstellung, bevor weitere Systeme folgen.
  5. Wie planen Sie die Migrationswellen?
    Gruppieren Sie Anwendungen nach ihren Abhängigkeiten. Stimmen Sie Umstellungsfenster mit den Fachbereichen ab. Für jede Welle benötigen Sie Verantwortliche, eine Datensynchronisation, einen Testplan und einen Rückfallplan.

    Klären Sie ausdrücklich, wie nach einem fehlgeschlagenen Wechsel weitergearbeitet wird. Dazu gehört der Umgang mit Daten, die während der Umstellung neu entstanden sind. Ein Rückfall darf keine widersprüchlichen Datenstände erzeugen.

  6. Welche Tests sind vor der Freigabe nötig?
    Prüfen Sie vollständige Geschäftsabläufe, Schnittstellen, Berechtigungen und Leistung unter realistischer Last. Testen Sie außerdem Backup und Wiederherstellung. Die Fachverantwortlichen müssen bestätigen, dass ihre Prozesse im Zielsystem funktionieren.
  7. Wie schließen Sie die Umstellung ab?
    Übergeben Sie Dokumentation, Zugänge und Betriebsabläufe an die zuständigen Teams. Überwachen Sie die Umgebung während einer vereinbarten Stabilisierungsphase. Schalten Sie alte Systeme erst ab, wenn die Abnahme erfolgt ist und Aufbewahrung, Sicherungen und mögliche Rückfälle geklärt sind.

Wie sichern Sie die Cloud-Infrastruktur ab?

Cloud-Sicherheit folgt einer geteilten Verantwortung. Der Anbieter schützt die von ihm betriebenen Ebenen; das Unternehmen sichert die Daten, Identitäten und Komponenten ab, die es selbst kontrolliert. Die Aufteilung verändert sich je nach Dienstmodell. [6]

Planen Sie insbesondere:

  • Mehr-Faktor-Authentifizierung und möglichst wenige privilegierte Konten;
  • Rollen mit den tatsächlich benötigten Zugriffsrechten;
  • Netzwerksegmentierung und kontrollierte Verbindungen;
  • Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung;
  • zentrale Protokollierung und Alarmierung;
  • Updates und Schwachstellenmanagement für selbst betriebene Komponenten;
  • geschützte Sicherungen und getestete Wiederherstellung.

Warum ersetzt Cloud-Speicher kein Backup?

Eine synchronisierte Dateiablage kann versehentliche Löschungen oder unerwünschte Änderungen weitergeben. Auch redundante Speicherung schützt nicht automatisch vor jedem Bedienfehler oder Angriff. Legen Sie deshalb fest, welche Daten gesichert werden, wie lange Sicherungen aufbewahrt werden und wer sie wiederherstellen kann.

Was müssen Sie beim Datenschutz beachten?

Wenn ein Cloud-Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, benötigen Sie eine Vereinbarung nach Artikel 28 DSGVO. Prüfen Sie unter anderem Weisungsrechte, Unterauftragsverarbeiter, Sicherheitsmaßnahmen und Regelungen zur Datenrückgabe und Löschung.

Ein Rechenzentrum in Deutschland genügt als alleiniger Nachweis nicht. Berücksichtigen Sie auch Backups, Protokolldaten und mögliche Supportzugriffe aus anderen Ländern. Bei Drittlandübermittlungen sind zusätzlich die Voraussetzungen aus Kapitel V DSGVO zu prüfen. [8]

Wann ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich?

Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist erforderlich, wenn die geplante Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen mit sich bringt. Sensible Daten können dabei ein wichtiger Faktor sein. Die Pflicht ergibt sich jedoch aus der konkreten Verarbeitung und deren Risiken, nicht pauschal aus jeder Cloud-Nutzung. [9]

Welche Sicherheitsnachweise helfen bei der Auswahl?

ISO-27001-Zertifikate und C5-Prüfberichte können die Bewertung unterstützen. Der BSI-Kriterienkatalog C5 beschreibt Anforderungen an die Informationssicherheit von Cloud-Diensten. Die Prüfungsergebnisse dienen als Grundlage für die eigene Risikoanalyse. [10]

Prüfen Sie Geltungsbereich, geprüfte Dienste und Zeitraum der Nachweise. Ein C5-Testat ist keine pauschale Bestätigung der DSGVO-Konformität Ihres Einsatzes.

Was kostet die Migration in die Cloud?

Die Kosten hängen von Anwendungen, Datenvolumen, Anpassungsbedarf und Betriebsanforderungen ab. Eine belastbare Kalkulation vergleicht die Gesamtkosten, auch Total Cost of Ownership oder TCO genannt, für denselben Zeitraum und ein vergleichbares Leistungsniveau.

Einmalige Kosten entstehen beispielsweise für Analyse, Zielarchitektur, Datenübertragung, Anwendungsanpassungen, Tests und Schulungen. Laufende Kosten umfassen Cloud-Ressourcen, Lizenzen, Netzwerkverbindungen, Datentransfer, Backup, Sicherheit und Administration. Während der Umstellung kommen gegebenenfalls Kosten für den Parallelbetrieb hinzu.

Ist die Cloud günstiger als eigene Server?

Das lässt sich nur für den konkreten Einsatz beantworten. Bei schwankender Last kann bedarfsgerechte Skalierung wirtschaftlich sein. Bei dauerhaft hoher Auslastung können lokale oder dedizierte Ressourcen günstiger ausfallen. Berücksichtigen Sie auf beiden Seiten auch Personalaufwand, Wartung und Wiederherstellung.

Vermeiden Sie Preisvergleiche, die nur eine virtuelle Maschine einem physischen Server gegenüberstellen. Entscheidend ist, ob beide Varianten dieselben Anforderungen erfüllen.

Wie halten Sie Cloud-Kosten unter Kontrolle?

Ordnen Sie Ressourcen Projekten oder Kostenstellen zu. Richten Sie Budgets und Warnmeldungen ein. Prüfen Sie ungenutzte Systeme und zu große Kapazitäten regelmäßig. Langfristige Preisbindungen sollten Sie erst eingehen, wenn die Grundlast ausreichend bekannt ist.

Budgetwarnungen begrenzen Ausgaben nicht automatisch. Definieren Sie deshalb, wer bei einer Überschreitung reagiert und welche Maßnahmen zulässig sind.

Wie lange dauert eine Cloud-Migration?

Eine einzelne, gut vorbereitete Anwendung lässt sich wesentlich schneller umstellen als eine gewachsene Umgebung mit vielen Schnittstellen. Eine allgemeingültige Dauer wäre deshalb irreführend.

Planen Sie Analyse, Vertragsprüfung, Vorbereitung, Pilot, Migrationswellen und Stabilisierung getrennt. Datenvolumen, verfügbare Bandbreite, Testaufwand und zulässige Wartungsfenster bestimmen den Zeitbedarf. Der Pilot liefert erste belastbare Erfahrungswerte für die weitere Planung.

Wie finden Sie den passenden Cloud-Dienstleister?

Unterscheiden Sie zwischen dem Anbieter der Cloud-Plattform und dem Dienstleister für Migration und Betrieb. Ein Unternehmen kann beide Rollen übernehmen; die Zuständigkeiten müssen trotzdem klar vereinbart werden.

Bewerten Sie die technische Eignung, Erfahrung mit Ihren Anwendungen, Datenschutzunterlagen, Sicherheitsnachweise und Kostenstruktur. Fragen Sie außerdem nach Reaktionszeiten, Wiederherstellung, Betriebsdokumentation und Unterstützung bei einem späteren Anbieterwechsel.

Beschreiben Sie Ihr Cloud-Projekt über IT-Dock. Halten Sie dafür die wichtigsten Anwendungen, Datenmengen, Sicherheitsanforderungen und den gewünschten Zeitrahmen fest. Mit einem klaren Anforderungsprofil können Sie passende Dienstleister gezielt ansprechen und Angebote sinnvoll vergleichen.

Welche Fehler sollten Sie bei der Cloud-Migration vermeiden?

Icon: vernetzte Systeme
Abhängigkeiten übersehen

Erfassen und testen Sie Schnittstellen, bevor Sie verbundene Systeme trennen.

Icon: unverändert verschobene Umgebung
Die bisherige Umgebung unverändert übernehmen

Prüfen Sie vor dem Umzug, welche Anwendungen und Ressourcen noch benötigt werden.

Icon: Taschenrechner
Nur Cloud-Entgelte kalkulieren

Rechnen Sie Migration, Betrieb, Sicherheit und Parallelbetrieb mit ein.

Icon: Schutzschild mit Uhr
Sicherheit nachträglich einrichten

Rollen, Protokollierung und Backup gehören in die Grundumgebung.

Icon: Rückfallpfeil
Ohne Rückfallplan umstellen

Definieren Sie Rückkehrbedingungen und den Umgang mit geänderten Daten.

Icon: Ein-/Aus-Schalter
Alte Systeme zu früh abschalten

Warten Sie auf fachliche Abnahme und einen stabilen Betrieb.

Wie optimieren Sie Ihre IT-Infrastruktur nach der Migration?

Vergleichen Sie den neuen Betrieb mit den anfangs festgelegten Zielen. Prüfen Sie Kosten, Leistung, Störungen und Wiederherstellungsfähigkeit. Passen Sie Kapazitäten an die gemessene Nutzung an und aktualisieren Sie Rechte sowie Dokumentation bei Änderungen.

Regelmäßige Wiederherstellungstests und klare Zuständigkeiten helfen, die Umgebung dauerhaft verlässlich zu betreiben. Bei veränderten Anforderungen können Sie Dienste ergänzen, Anwendungen modernisieren oder einzelne Systeme neu bewerten.

Womit sollten Sie jetzt beginnen?

Erfassen Sie Ihre Anwendungen, Verantwortlichen und Schnittstellen. Ergänzen Sie Auslastung, Schutzbedarf und aktuelle Kosten. Diese Bestandsaufnahme zeigt, welche Systeme sich für einen Pilot eignen und welche Anforderungen Ihre künftige Cloud-Infrastruktur erfüllen muss.

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