USV: Was ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung?
Eine USV, kurz für unterbrechungsfreie Stromversorgung, hält Server und Netzwerktechnik bei einem Stromausfall am Laufen. Batterien springen ohne spürbare Verzögerung ein und überbrücken die Zeit, bis der Strom zurückkommt oder die Systeme sauber heruntergefahren sind. Im Englischen heißt das Gerät UPS, „Uninterruptible Power Supply“.
Was ist eine USV?
Schon ein Ausfall von wenigen Millisekunden kann Server zum Absturz bringen. Offene Dateien werden beschädigt, Datenbanken geraten in einen inkonsistenten Zustand, Festplatten nehmen Schaden. Eine USV verhindert das. Sie sitzt zwischen Steckdose und Gerät und liefert bei Problemen sofort Strom aus ihren Akkus.
Eine USV wirkt wie eine Brücke über einen kurzen Abgrund. Sie trägt die Systeme sicher auf die andere Seite, bis wieder fester Boden kommt. Für längere Ausfälle braucht es dagegen ein Notstromaggregat.
Vor welchen Problemen schützt eine USV?
Eine USV fängt nicht nur komplette Stromausfälle ab:
- Stromausfall: Die Akkus übernehmen die Versorgung, bis der Strom wieder fließt.
- Spannungsschwankungen: Kurze Einbrüche oder Erhöhungen gleicht die USV aus.
- Spannungsspitzen: Überspannungen, etwa durch Blitzeinschläge im Netz, erreichen die angeschlossenen Geräte nicht.
- Netzstörungen: Hochwertige Geräte filtern Störungen aus dem Stromnetz heraus.
Welche Bauarten von USV gibt es?
Die Norm IEC 62040-3 unterscheidet drei Bauarten:
- Offline-USV (VFD): Die Geräte hängen direkt am Stromnetz. Erst bei einem Ausfall schaltet die USV auf Batterie um. Diese einfache Bauart eignet sich für einzelne Arbeitsplätze.
- Line-Interactive-USV (VI): Sie gleicht zusätzlich Spannungsschwankungen aus, ohne auf Batterie umzuschalten. Kleine Serverräume setzen häufig auf diese Variante.
- Online-USV (VFI): Der Strom fließt dauerhaft durch die USV und wird ständig neu erzeugt. Diese Bauart schützt am zuverlässigsten und gilt als Standard für Rechenzentren.
Wie dimensionieren Sie eine USV richtig?
Zwei Fragen bestimmen die Größe: Wie viel Leistung brauchen die angeschlossenen Geräte, und wie lange soll die USV überbrücken? Die Leistung geben Hersteller in Voltampere (VA) und Watt (W) an. Planen Sie einen Puffer von etwa 20 bis 30 Prozent ein, damit Platz für neue Geräte bleibt.
Wichtig ist zudem eine Software zum automatischen Herunterfahren. Sie meldet den Servern, wann die Batterie zur Neige geht, und fährt sie in der richtigen Reihenfolge herunter. So bleiben Daten auch bei langen Ausfällen intakt.
Worauf sollten Sie im Betrieb achten?
Eine USV braucht Pflege, sonst versagt sie genau im Ernstfall:
- Batterien tauschen: Akkus altern auch ungenutzt. Je nach Typ und Temperatur sind sie meist nach drei bis fünf Jahren fällig.
- Regelmäßig testen: Selbsttests und gelegentliche Lasttests zeigen, ob die Überbrückungszeit noch reicht.
- Temperatur beachten: Hitze verkürzt die Lebensdauer der Batterien deutlich. Ideal ist ein klimatisierter Raum.
- Überwachung einrichten: Eine Netzwerkkarte meldet Störungen per E-Mail oder an das Monitoring-System.
Häufige Fragen zu USV
Wie lange überbrückt eine USV?
Typisch sind wenige Minuten bis etwa eine halbe Stunde. Das reicht, um Systeme sauber herunterzufahren. Zusätzliche Batteriemodule verlängern die Laufzeit.
Brauche ich eine USV, wenn meine Server in der Cloud laufen?
Für die Cloud-Server nicht, darum kümmert sich der Anbieter. Router, Switches und Telefonanlage im Büro profitieren aber weiterhin von einer USV.
Was ist der Unterschied zwischen USV und Notstromaggregat?
Die USV springt sofort ein und überbrückt kurze Zeiträume. Ein Notstromaggregat braucht einige Sekunden zum Anlaufen, versorgt dann aber über Stunden oder Tage.
Kann ich jedes Gerät an eine USV anschließen?
Grundsätzlich ja, solange die Leistung reicht. Laserdrucker und Heizgeräte gehören aber nicht daran, weil sie kurzzeitig sehr viel Strom ziehen.
Verwandte Begriffe
Rechenzentrum, Server, Notstromaggregat, Hochverfügbarkeit, Backup und Disaster Recovery, Energieeffizienz, Monitoring
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