Ransomware: Was ist das?

Ransomware entlarvt: Alles über Krypto-Trojaner, Schutzmaßnahmen und das richtige Verhalten im Ernstfall.

5 Min. Lesezeit

Ransomware ist eine der größten Cyberbedrohungen für Privatpersonen und Unternehmen. In diesem Artikel werden wir die Frage beantworten, was Ransomware genau ist, wie ein Angriff abläuft und welche Schutzmaßnahmen Sie ergreifen können.

Was ist Ransomware?

Ransomware ist eine Art von Schadsoftware (Malware), die den Zugriff auf Ihre Daten oder Ihr gesamtes Computersystem einschränkt oder verhindert. Der Begriff „Ransomware“ leitet sich vom englischen Wort „ransom“ für Lösegeld ab. Cyberkriminelle setzen diese Schadprogramme ein, um Daten zu verschlüsseln oder Systeme zu sperren und anschließend ein Lösegeld für die Freigabe zu fordern. Es gibt zwei Hauptvarianten von Ransomware:

  • Krypto-Ransomware verschlüsselt Dateien.
  • Locker-Ransomware sperrt den Zugriff auf das gesamte System.

Oftmals wird zusätzlich zur Verschlüsselung mit der Veröffentlichung zuvor entwendeter Daten gedroht, um den Druck auf das Opfer zu erhöhen. Dies wird als „Double Extortion“ bezeichnet.

Wie läuft ein Ransomware-Angriff ab?

Ein Ransomware-Angriff erfolgt in mehreren Phasen:

  1. Infiltration: Ransomware kann über verschiedene Wege in ein System gelangen:
    • Phishing-E-Mails: Häufig beginnt ein Angriff mit einer E-Mail, die einen infizierten Anhang (z.B. PDF, DOC, XLS) enthält, und wie einen Trojanisches Pferd einschleust, oder auf eine manipulierte Webseite verlinkt.
    • Schwachstellen in Software: Nicht aktualisierte Betriebssysteme oder Programme können Sicherheitslücken aufweisen, die von Ransomware ausgenutzt werden.
    • Kompromittierte Webseiten: Beim Besuch infizierter Webseiten kann Ransomware unbemerkt heruntergeladen werden.
  2. Installation und Aktivierung: Nach der Infiltration installiert sich die Ransomware auf dem System. Die Aktivierung kann sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
  3. Verschlüsselung: Sobald die Ransomware aktiviert ist, beginnt sie mit der Verschlüsselung von Daten oder der Sperrung des Systems. Oftmals werden besonders wichtige oder unwiederbringliche Dateien wie Dokumente, Fotos oder Geschäftsunterlagen verschlüsselt.
  4. Lösegeldforderung: Nach der Verschlüsselung wird eine Nachricht mit der Lösegeldforderung angezeigt. Das Lösegeld wird meist in Kryptowährungen wie Bitcoin gefordert.
  5. Androhung der Datenlöschung/-veröffentlichung: Zusätzlich zur Lösegeldforderung drohen die Täter oft damit, die Daten zu löschen oder zu veröffentlichen, falls das Lösegeld nicht bezahlt wird.

Die wachsende Bedrohung

Ransomware ist für Cyberkriminelle ein lukratives Geschäftsmodell. Die Einstiegshürden sind durch die Arbeitsteilung im Cybercrime-Umfeld und dem Aufkommen von Crimeware-Kits gesunken. Die Qualität der Angriffe steigt stetig, und die Auswirkungen sind oft unmittelbar und schwerwiegend. Betroffen sind nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen, Krankenhäuser, Kommunen und Privatpersonen.

Schutzmaßnahmen gegen Ransomware

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich vor Ransomware zu schützen:

  • Regelmäßige Backups: Erstellen Sie regelmäßige Sicherungskopien Ihrer Daten auf einem externen Medium, das nicht dauerhaft mit dem Computer verbunden ist.
  • Software-Updates: Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle Programme auf dem neuesten Stand, um Sicherheitslücken zu schließen.
  • Virenschutz: Verwenden Sie eine aktuelle Antivirensoftware, die auch Ransomware erkennt.
  • E-Mail-Sicherheit: Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern und klicken Sie nicht auf Links in verdächtigen E-Mails. Seien Sie auch bei bekannten Absendern vorsichtig und fragen Sie bei Zweifeln nach.
  • Browser-Schutz: Nutzen Sie einen Browser-Schutz, der vor gefährlichen Skripten und Downloads schützt.
  • Netzwerksicherheit: Schützen Sie Ihre Netzwerkinfrastruktur durch Abschottung und Trennung von Netzen. Beschränken Sie Zugriffsrechte.
  • Sensibilisierung: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Phishing und anderen Angriffsmethoden durch Security Awareness Trainings.
  • Content-Filter: Verwenden Sie Content-Filter, um die Verbreitung von Schadsoftware über soziale Netzwerke zu verhindern.
  • Kontrollierter Ordnerzugriff: Aktivieren Sie diese Funktion in Windows, um wichtige Ordner vor unbefugten Programmen zu schützen.
  • Cloud-Speicher: Speichern Sie wichtige Dateien in der Cloud, um eine integrierte Ransomware-Erkennung zu nutzen und Dateiversionen wiederherzustellen.

Was tun im Falle eines Ransomware-Angriffs?

  • Computer isolieren: Trennen Sie den betroffenen Computer sofort vom Netzwerk, um eine weitere Ausbreitung der Ransomware zu verhindern.
  • Anzeige erstatten: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Kein Lösegeld zahlen: Zahlen Sie kein Lösegeld, da dies keine Garantie für die Wiederherstellung Ihrer Daten bietet.
  • IT-Experten hinzuziehen: Kontaktieren Sie IT-Sicherheitsexperten oder -dienstleister, um den Vorfall zu analysieren und die Wiederherstellung der Daten zu unterstützen.
  • Entschlüsselungstools suchen: Prüfen Sie auf Webseiten wie NoMoreRansom.org, ob es Entschlüsselungstools für die spezifische Ransomware gibt.
  • System wiederherstellen: Setzen Sie das System auf den Zustand vor der Infektion zurück oder verwenden Sie ein Backup, um Ihre Daten wiederherzustellen.

Fazit

Ransomware ist eine ernstzunehmende Bedrohung, die jedoch durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und schnelles Handeln eingedämmt werden kann. Seien Sie wachsam, aktualisieren Sie Ihre Software und erstellen Sie regelmäßig Backups, um Ihre Daten zu schützen.

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